Nackenfaltenmessung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Nackenfaltenmessung ist eine nicht-invasive Untersuchung in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche. Mit Hilfe eines hochauflösenden Ultraschallgeräts wird die Dicke der Nackenfalte des ungeborenen Babys bestimmt. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf eventuelle genetische Erkrankungen ziehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nackenfaltenmessung?

Zwischen der 11. und der 14. Woche bildet sich beim Baby eine Wasseransammlung im Nackenbereich. Ist dieser Bereich vergrößert, kann dies auf genetische Defekte (z. B. Down-Syndrom) oder Herzfehler hinweisen. Die Nackenfaltenmessung wird auch Nackendichtemessung, Nackentransparenzmessung oder NT-Screening genannt. Sie stellt keine diagnostische Methode dar, die Auskunft über eine tatsächliche Erkrankung geben könnte. Vielmehr ist sie eine statistische Abschätzung über die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbildung des Babys.

Hierbei gehen nicht nur die Nackenfaltenbreite, sondern auch die Größe und das Alter des Embryos und das Alter der Mutter ein. Ein erhöhter Wert für die Nackenfaltenbreite bedeutet also nicht, dass das Baby behindert auf die Welt kommen wird. Er besagt nur, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlbildung bei dem Kind erhöht ist. Sicherheit können nur weitere Untersuchungen bringen. Auch ist ein unauffälliger Wert der Nackenfaltenbreite keine Garantie für ein gesundes Kind.

Funktion, Wirkung & Ziele

Während der Schwangerschaft entstehen bei dem ungeborenen Baby das Lymphsystem und die Nieren. Solange sie noch nicht voll ausgebildet sind, kann der Körper sich ansammelnde Flüssigkeit nicht ausscheiden. Sie sammelt sich im Nacken zwischen der Haut und den Weichteilen an. Diese Nackenfalte ist für das Kind ungefährlich und verschwindet im Lauf der Entwicklung wieder. Die Nackenfaltenmessung kann nur in zwei bis drei Wochen der Schwangerschaft durchgeführt werden. Das Zeitfenster für diese Untersuchung ist so klein, weil das Baby vor der 11. Schwangerschaftswoche noch zu klein ist.

Die Messung würde hierdurch zu ungenau. Ab der 14. Schwangerschaftswoche sind die Nieren des Babys entwickelt und die Wasseransammlung im Nacken wird durch sie aufgelöst. Der optimale Zeitpunkt für die Untersuchung ist daher die 12. Schwangerschaftswoche. Die Nackenfalte stellt sich auf Grund ihrer Flüssigkeitsfüllung im Ultraschall transparent dar. Für die Untersuchung muss der Frauenarzt eine spezielle Ausbildung haben und über ein hochauflösendes Ultraschallgerät verfügen. In der Regel wird die Ultraschalluntersuchung durch die Baudecke der Mutter durchgeführt. Nur wenn das Baby ungünstig liegt, wird eine vaginale Untersuchung durchgeführt. Bei der Durchführung ist große Sorgfalt erforderlich. So darf z. B. die Messung nicht zu tief im Nacken des Kindes ansetzen, da es sonst falscherweise zu einem zu hohem Wert für die Breite kommt.

Mit Hilfe eines hochauflösenden Ultraschallgeräts wird die Dicke der Nackenfalte des ungeborenen Babys bestimmt. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf eventuelle genetische Erkrankungen ziehen.

Das Ziel der Nackenfaltenmessung ist nicht die Gesundheit des Kindes festzustellen. Das kann diese Untersuchung nicht leisten. Sie liefert nur eine statistische Aussage über die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ohne Behinderung auf die Welt kommen wird. Als normal gelten Wert von 1 bis 2,5 Millimeter für die Nackenfalte. Werte ab 3 Millimeter gelten als erhöht, ab 6 Millimeter ist der Wert sehr hoch. Unter Voraussetzung einer korrekten Messung steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlbildung beim Baby mit steigendem Wert der Nackenfaltenbreite. Die möglichen Fehlbildungen sind Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 13 (Pätau-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) oder Herzfehler. Sowohl Trisomie 13 als auch Trisomie 18 führt zu schweren Organfehlbildungen und einer sehr geringen Lebenserwartung, die meist über das Kleinkindalter nicht hinausgeht.

Die Messung der Nackenfaltenbreite gibt keine Auskunft darüber, welche Fehlentwicklung vorliegen könnte. Hierzu sind weitere Untersuchungen erforderlich. Empfohlen wird diese Untersuchung für Mütter ab 35 Jahren, wenn bei vorhergehenden Ultraschalluntersuchungen Auffälligkeiten festgestellt wurden, bei Risikoschwangerschaften und wenn es in der Familie ein erhöhtes Risiko für genetische Defekte gibt. Die Nackenfaltenmessung ist keine Regelleistung der Krankenkassen. Daher wird sie nur in Ausnahmefällen von den Kassen bezahlt. Betroffene Frauen sollten aber ruhig nachfragen. Muss die Untersuchung selber bezahlt werden, liegen die Kosten zwischen 30 und 200 €.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Da die Nackenfaltenmessung eine Ultraschalluntersuchung ist, ist sie für Mutter und Kind vollkommen risikofrei. Schwierig sind die psychologischen Probleme und die relative Unsicherheit der Untersuchung. Sie liefert sehr oft falsch positive Ergebnisse. Bei 5 % der Untersuchungen wird ein erhöhter Wert für die Nackenfaltenbreite festgestellt. Dann sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Nut in 10 % der Fälle ergeben diese Untersuchungen dann wirklich eine Behinderung des Babys.

Andererseits kann auch bei einem normalen Wert für die Nackenfaltenbreite eine Behinderung nicht wirklich ausgeschlossen werden. Endgültige Klarheit kann nur eine Fruchtwasseruntersuchung liefern. Diese ist aber mit dem Risiko einer Fehlgeburt verbunden. Mütter sollten also nur dann eine Nackenfaltenmessung vornehmen lassen, wenn es einen echten Grund dafür gibt. Sonst kann es passieren, dass sie sich unnötige Sorgen machen und eventuell auch unnötige Risiken eingehen. Sie sollten auch mit ihrem Partner besprechen, was im Fall eines erhöhten Wertes geschehen soll. Wollen sie das Risiko einer Fruchtwasseruntersuchung eingehen, um Klarheit zu haben? Wie reagieren sie, wenn wirklich eine Behinderung festgestellt wird?

Sind sie im Zweifelsfall zu einer Abtreibung bereit? Weiter ist zu beachten, dass ca. 20 % aller Kinder, die mit Down-Syndrom geboren werden, keine vergrößerte Nackenfalte aufgewiesen haben. Die Nackenfaltenmessung kann also immer nur als ein Indikator für eine mögliche Behinderung gesehen werden. Sie schafft einen Verdacht, keine Klarheit. Diese kann nur durch ergänzende Untersuchungen erhalten werden.

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