Nachtkerzenöl

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Nachtkerze oder auch Gemeine Nachtkerze stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 17. Jh. nach Europa eingeführt. Zunächst galt sie nur als Zierpflanze, später entdeckte man auch ihre Heilkräfte, besonders im Hinblick auf Hautpflege und -erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Nachtkerze

Die schöne Nachtkerze, die zu den Nachtkerzengewächsen gehört, ist eine zweijährige Pflanze, wird ca. 1 m hoch und blüht ungefähr von Juni bis Oktober. Von einem rötlich gefärbten Stengel gehen verschiedene Verzweigungen mit kranzförmig angeordneten leuchtend gelben Blüten ab. Die Blätter sind eiförmig, mit den Spitzen zum Stengel hin, und sind im unteren Bereich der Pflanze größer als im oberen Bereich. Die Früchte der Nachtkerze sind länglich und viereckig, sind etwa 3 cm lang mit vielen rundlichen Samen im Inneren.

Die Nachtkerze wächst, wo man eine so schöne Pflanze gar nicht vermuten würde, auf sandigen Flächen, Geröllhaufen, an Bahndämmen, in Steinbrüchen und auf trockenen Rasenflächen. Ihre Besonderheit kann man schon an ihrem Namen erkennen: Sie fängt erst am späten Nachmittag an zu blühen und entfaltet ihre leuchtend gelben Blüten erst in der Dämmerung und Dunkelheit. Am nächsten Morgen, wenn die Sonne wieder scheint, verwelken die Blüten.

Wirkung & Anwendung

In früheren Zeiten fand die Nachtkerze hauptsächlich als Gemüse Verwendung. Die fleischige, rötliche Wurzel wurde in Brühe gekocht oder mit Essig und Öl zubereitet. Ihre Heilwirkung war zwar noch nicht bekannt, aber man wusste, dass sie Kranke schneller wieder auf die Beine brachte.

Erst 1919 wurde entdeckt, dass die Samen der Nachtkerze einen hohen Anteil Gamma-Linolensäure (zehn Prozent) enthalten, die für die Prostaglandinbildung eine wichtige Rolle spielt. Prostaglandine sorgen im Körper für die Geschmeidigkeit der Haut, steuern die weiblichen Sexualhormone, erweitern Gefäße und werden für den Aufbau der Muskulatur benötigt.

Ein Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist erkennbar an trockener, schuppiger Haut, trockenen, schuppigen Haaren und brüchigen Fingernägeln. Nachtkerzenöl ist besonders geeignet, einen Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auszugleichen, und wirkt auch positiv bei Alterserscheinungen und einer allgemeinen Schwäche des Körpers. Durch die Versorgung mit Gamma-Linolsäure wird der Stoffwechsel aktiver und das Wohlbefinden verbessert sich.

Von einem rötlich gefärbten Stengel gehen verschiedene Verzweigungen mit kranzförmig angeordneten leuchtend gelben Blüten ab.

Nachtkerzenöl kann innerlich, zum Beispiel in Form von Kapseln, oder äußerlich angewendet werden. Äußerlich wird es vor allem verwendet, weil es die Haut geschmeidig hält und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut reguliert, was besonders wichtig bei der Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis ist. Das Nachtkerzenöl hilft gegen Juckreiz, Hautrötungen und -schuppungen und sorgt für ein harmonisches Gleichgewicht der Haut. Auch reife Haut reagiert positiv auf die Verwendung von Nachtkerzenöl, weil es dafür sorgt, dass die Haut elastisch bleibt und nicht austrocknet.

Innerlich wird es besonders in der Naturheilkunde angewendet bei der Behandlung von Neurodermitis, Schuppenflechte, trockener und juckender Haut. Weitere Anwendungsgebiete sind Polyarthritis, Morbus Bechterew, ein erhöhter Cholesterinspiegel, eine Pollenallergie und das Prämenstruelle Syndrom (PMS). In den Wechseljahren kann Nachtkerzenöl helfen, das hormonelle Gleichgewicht zu verbessern. Es ist als reines, hochwertiges Öl, in Form von Kapseln, Cremes, Salben und Körperlotionen erhältlich.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Durch die besondere Art der Zusammensetzung hat das Nachtkerzenöl eine wichtige Bedeutung für die Körperfunktionen und das Entzündungsgeschehen. Für die Gesunderhaltung ist der Körper auf essentielle Fettsäuren wie Linolsäure angewiesen, die er nicht selbst produzieren kann, und über die Nahrung aufnehmen muss.

In Nachtkerzenöl ist Gamma-Linolensäure enthalten und über ein Enzym kann der Körper aus der Gamma-Linolensäure Prostaglandin bilden. Wenn die Prostaglandinbildung gestört ist, kann das Immunsystem keinen ausreichenden Schutz gegen Entzündungen mehr leisten. Das Nachtkerzenöl greift regulierend ein.

Wie auch bei anderen Heilmitteln kann es zu Nebenwirkungen kommen, wenn auch selten. Bei einer innerlichen Anwendung können Verdauungsprobleme, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Schwangere, stillende Mütter und Epileptiker sollten Präparate mit Nachtkerzenöl nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Bei äußerlicher Anwendung in Form von Salben und Cremes ist zu beachten, dass die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden sollte. Besser ist es, Cremes und Salben abends aufzutragen. Auch in der Tierheilkunde hat Nachtkerzenöl seinen Stellenwert, innerlich wie äußerlich.

Wenn man hochwertiges Nachtkerzenöl kauft, sollte man darauf achten, dass die angebrochene Flasche immer gut wieder verschlossen wird, und es kühl, trocken und dunkel gelagert werden muss. Wenn es mit Sauerstoff in Berührung kommt, kann es schnell ranzig werden. Unangebrochen ist das Öl etwa 1 Jahr haltbar, wenn die Flasche angebrochen ist, ungefähr 3 Monate. Weil über einen längeren Zeitraum eine hoch dosierte Einnahme empfohlen wird, ist eine Einnahme in Form von Kapseln sinnvoller.

Aber nicht nur in der Heilkunde, sondern auch in Hautpflegeprodukten kommt Nachtkerzenöl zur Anwendung und beruhigt trockene Haut, wirkt auf Falten und pflegt die Haut nach dem Duschen oder Baden. Nachtkerzenöl ist einfach vielseitig einsetzbar.

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