Myelomniere

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Die Myelomniere ist eine lebensbedrohliche Folge der schweren Nierenschädigung durch eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Sie entsteht nach einer schweren Vergiftung durch Proteine, die von dem sogenannten Multiplen Myelom gebildet werden. Das Abscheiden dieser Eiweißzylinder schwächt direkt die Nierenkanälchen, was sehr schnell zu einem akuten Nierenversagen führen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Myelomniere?

Das Multiple Myelom ist auch unter der Bezeichnung Plasmozytom bekannt. Es wird durch die starke Vermehrung von Plasmazellen im Blut charakterisiert, die für die Produktion von Antikörpern zuständig sind. Diese entarteten Plasmazellen bringen Krebszellen hervor und bilden Antikörper, die lediglich mit ihnen selbst identisch sind. Ein Multiples Myelom kann langsam fortschreiten, aber auch sehr schnell und aggressiv sein. Aus ihm kann die sogenannte Myelomniere hervorgehen.

Ursachen

Das Plasmozytom gilt als der meistverbreitete bösartige Tumor im Knochenmark und in den Knochen. Jedoch tritt er gewöhnlich erst nach einem Lebensalter von 40 Jahren auf. Im Alter von 60 Jahren häuft sich die Erkrankung, bei Männern mehr als bei Frauen.

Gemessen wurden vier bis sechs Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern und Jahr. Etwa jede zehnte hämatologische Krebserkrankung ist ein Multiples Myelom. Nach Schätzungen litten im Jahr 2015 weltweit etwa 75.000 Personen unter einem Plasmozytom.

Welche Faktoren im Einzelnen zu einer Myelomniere führen, konnte in der medizinischen Forschung noch nicht genau verifiziert werden. Es wird angenommen, dass Vererbung eine gewisse Rolle spielt. Außerdem gibt es Annahmen, dass ionisierende Strahlung einen wichtigen Einfluss auf das Entstehen der Erkrankung haben kann. Ebenso möglich ist ein schädigender Einfluss des Pflanzenschutzmittels Glyphosat, der über die Ernährung zu Stande kommt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Nachdem sich eine böswillige Plasmazelle klonal vermehrt hat, schädigt sie das Knochenmark und beeinflusst negativ die Blutbildung. Nach und nach kann der betroffene Knochen zerstört und abgebaut werden. Diese massiven Knochenveränderungen sind bei rund 60 Prozent der Patienten markant.

Darüber hinaus bilden die malignen Zellen defekte, sehr aggressive Antikörper oder Antikörperteile (Leichtketten), die für weitere Komplikationen der Krankheit im Körper sorgen. Die natürliche Immunabwehr wird somit schwer beeinträchtigt. Durch größere Gewebeablagerungen kann es zu gravierenden Funktionsausfällen verschiedener Organe kommen.

Hierzu gehören das Nierenversagen, aber auch schwere Unregelmäßigkeiten bei der gesamten Durchblutung. Weil der Eiweißgehalt zunimmt, wird das Blut deutlich dickflüssiger. Kleinste Blutgefäße können leicht verstopfen und besonders das Gehirn wird nur noch schlecht durchblutet.

Anfänglich nehmen Betroffene deshalb zunächst Störungen des Hör- und Sehvermögens beziehungsweise leichte Ohnmachtsanfälle wahr. Primär führt das unnatürliche Wachstum der Plasmazellen zu Knochenschmerzen und späteren leichten Knochenbrüchen. Das Kalzium im Blut nimmt aufgrund der Auslösung aus dem Knochen stark zu. Dafür nehmen die im Knochenmark gebildeten roten Blutkörperchen drastisch ab.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose lässt sich oft nur unter ungeklärten Voraussetzungen stellen, weil das Leiden weit über eine Schädigung der Niere hinausführt. In den frühen Stadien eines Multiplen Myeloms kommt es bisweilen zu Fehldiagnosen, da hinter den entstandenen Beschwerden eine Nierenunterkühlung beziehungsweise Rheuma, eine Verstauchung oder Knochenentkalkung (Osteoporose) vermutet wird.

Die Untersuchung des Blutes veranschaulicht eine sogenannte Sturzsenkung der weißen Blutkörperchen. Ihr Anteil im Blut nimmt mit auffallend großer Geschwindigkeit ab. Im Blutbild wird häufig eine beachtliche Blutarmut deutlich. Auch die Zahl der Blutplättchen kann sich erheblich verringern.

Bei Patienten mit bereits fortschreitendem Knochenabbau erhöht sich der Kalziumspiegel auf unnatürliche Weise. Eine mögliche Schädigung der Niere lässt sich relativ gut an veränderten Nierenwerten ablesen. Aufgrund des Mangels an Antikörpern durch die Fehlbildungen der Plasmazellen nimmt die Anfälligkeit der Patienten für verschiedenste Infekte zu.

Damit einher gehen oft eine allgemein empfundene körperliche Schwäche und ein mehr oder minder deutlicher Gewichtsverlust. Auch sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühle sowie eine lähmende Schläfrigkeit oft anzutreffen. Die aus der unmäßigen Vermehrung der kranken Plasmazellen resultierenden Leichtketten (Antikörperteile) werden oftmals in den Nierenkörperchen und Nierenkanälchen abgelagert.

So kommt es zu einer erhöhten Ausscheidung von Eiweiß im Urin, das dann im Blut fehlt. Weil sich Funktionsstörungen der Niere bemerkbar machen, werden beispielsweise Säuren in vermindertem Maß ausgeschieden. Im Gegensatz dazu entstehen Mangelzustände an Phosphat, Glukose, Harnsäure und Aminosäuren.

Behandlung & Therapie

Eine grundsätzliche Heilung des Multiplen Myeloms ist mit den bisher bekannten medizinischen Verfahren nicht möglich. Zeigen sich noch keine Symptome, wird der Krankheitsverlauf zunächst beobachtet. Dazu gehören regelmäßige Untersuchungen des Knochenmarks und diverse Labortests.

Eine medikamentöse beziehungsweise Anti-Krebs-Therapie wird erst eingeleitet, wenn deutliche Knochenveränderungen vor sich gehen. Der Zustand des Patienten kann heutzutage mit mehreren möglichen Behandlungsmethoden durchaus sechs bis zehn Jahre stabil gehalten und seine Lebensqualität auf annehmbaren Niveau bewahrt werden.

Eine Chemotherapie wird nach klassischem Muster durchgeführt, wobei Nebenwirkungen mithilfe neuester Medikamentengaben äußerst wirksam abgemildert werden können. Die Teilungsneigung der bösartigen Zellen kann ebenso herkömmlich mit einer lokal begrenzten Strahlentherapie blockiert werden.

Weiterhin ist eine sogenannte autologe Stammzelltransplantation möglich, bei der Stammzellen aus dem eigenen Knochenmark des Patienten genutzt werden. Sie können nach kurzer Zeit die Blutbildung regenerieren. Sehr viel seltener wird die allogene Stammzelltransplantation angewendet, in deren Rahmen sich mit fremden Stammzellen ein völlig neues Blutbildungssystem herausbilden soll.

Hier muss die Abstoßungsfahr aber über einen Zeitraum von etwa einem Jahr mit Hilfe von Medikamenten unterdrückt werden. In höherem Lebensalter sind Stammzelltransplantationen jedoch nicht geeignet.




Vorbeugung

Da die Ursachen für eine Myelomniere bislang nicht geklärt werden konnte, existieren keine Maßnahmen zur Vorbeugung. Prinzipiell sollte der Kontakt mit bekannten Risikofaktoren wie ionisierende Strahlung oder Pestiziden sowie anderen karzinogenen Substanzen vermieden werden.

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