Musculus triceps brachii

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Beim Trizeps handelt es sich um den sogenannten Musculus triceps brachii, einen Muskel an der Rückseite des Oberarms. Durch diesen Muskel kann der Unterarm im Ellenbogengelenk gestreckt werden. Sowohl Überlastung als auch Inaktivität können zu Beschwerden mit dem Trizeps führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Trizeps?

Die deutsche Übersetzung des umgangssprachlich als Trizeps bezeichneten Musculus triceps brachii lautet dreiköpfiger Armmuskel. Er gehört zu den Skelettmuskeln und hier zur Gruppe der Oberarmmuskeln. Der Trizeps befindet sich auf der gesamten Länge der Rückseite des Oberarms. Anteile des Trizeps verlaufen dabei über zwei Gelenke, die Schulter und den Ellenbogen.

Da er ein Armstreckermuskel ist, wird er auch dreiköpfiger Armstrecker genannt. Die Antagonisten oder Gegenspieler der Armstrecker sind die Armbeuger. Der Bezeichnung „dreiköpfig“ liegt zugrunde, dass der Trizeps aus drei Muskelköpfen besteht. Skelettmuskeln sind immer an mindestens zwei Stellen, dem Ursprung und dem Ansatz, über Sehnen am Skelett oder an Faszien befestigt.

Bei mehreren Ursprüngen sind die Muskelköpfe (lateinisch Caput) die verschiedenen Ursprungsanteile eines Muskels. Der Trizeps hat drei Ursprungsanteile beziehungsweise drei Muskelköpfe, die einen gemeinsamen Ansatz haben. Der Trizeps ist für die Streckung und Drehung des Unterarms im Ellenbogengelenk verantwortlich.

Anatomie & Aufbau

Die drei Muskelköpfe des Trizeps sind der lange Kopf (Caput longum), der innere Kopf (Caput mediale) und der seitliche Kopf (Caput laterale). Das Caput longum hat seinen Ursprung unterhalb der Gelenkpfanne am Schulterblatt (Scapula). Es bildet die lateralen und medialen Achsellücken. Bei den Achsellücken handelt es sich um Gefäß- und Nervenbahnen im Schulterbereich.

Das Caput mediale und das Caput laterale haben ihren Ursprung an der hinteren Seite des Oberarmknochens (Humerus). Die drei Muskelköpfe laufen zu einem gemeinsamen, sehnigen Ansatz am Olecranon zusammen. Das Olecranon ist das knöcherne Ende der Elle (Ulna), einem der Unterarmknochen. Von hier strahlen Fasern zur Gelenkkapsel des Ellenbogens und zur Unterarmfaszie aus.

Die Sehne des Trizeps, die den Ansatz bildet, beginnt bereits in der Mitte des Muskels und setzt sich aus zwei Aponeurosen zusammen. Aponeurosen sind Bindegewebsstrukturen, die als sehniger Ansatz von Muskeln dienen. Von den beiden Aponeurosen des Trizepses bedeckt eine den unteren Muskelteil nach außen, während sich die andere tief in den Muskel zieht. Unter der Trizepssehne befindet sich ein Schleimbeutel, der Schutz vor einer übermäßigen Reibung zwischen Muskel und dem knöchernen Olecranon bietet.

Funktion & Aufgaben

Der Trizeps ermöglicht gemeinsam mit dem Musculus anconeus, der auch als Ellenbogen- oder Ellenbogenhöckermuskel bezeichnet wird, eine Streckung (Extension) des Unterarms im Ellenbogengelenk. Der Trizeps ermöglicht außerdem das Heranziehen (Adduktion) des Arms über das Schultergelenk an den Körper sowie ein nach hinten Führen des Arms (Retroversion). Das Caput mediale und das Caput laterale sind dabei für die Extension verantwortlich.

Durch das Caput longum können Adduktion und Retroversion erfolgen. Eine weitere Funktion des Trizeps ist die Fixierung des Ellenbogengelenks. Hierdurch wird ein Einknicken der Arme beim Aufstützen verhindert und feine Bewegungen der Hand, wie beispielsweise beim Schreiben, werden ermöglicht. Der Trizeps ist der Antagonist des Bizeps, der in der medizinischen Fachsprache Musculus biceps brachii heißt und ebenfalls zur Oberarmmuskulatur gehört, jedoch ein Armbeugemuskel ist.

Außerdem ist der Trizeps ein Antagonist des Musculus brachialis, dem Oberarmmuskel, der hinter dem Bizeps an der Außenseite des Oberarms liegt. Beim Beugen des Unterarms kontrahiert der Bizeps und der Trizeps streckt sich. Beim Strecken des Unterarms läuft dies entgegengesetzt: der Trizeps kontrahiert und der Bizeps entspannt sich.

Im Gegensatz zur Herzmuskulatur und der glatten Muskulatur der inneren Organe kann die Skelettmuskulatur, und damit auch der Trizeps, willentlich und bewusst bewegt werden. Neben der Bewegung stabilisieren Skelettmuskeln auch Gelenke wie die Schulter. Die Muskulatur erzeugt außerdem einen Teil der Körperwärme.

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Krankheiten & Beschwerden

Verschiedene Beschwerden unterschiedlicher Ursache können im Bereich des Trizepses auftreten. Ziehende oder brennende Schmerzen entlang der gesamten Rückseite des Arms oder stechende, punktuelle Schmerzen können ebenso vorkommen wie Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen. Schmerzen können in den oberen Rückenbereich und bis in die Finger ausstrahlen. Leichte Schwellungen können ebenfalls vorkommen.

Ursachen hierfür können äußere Gewalteinwirkungen wie ein Unfall sein oder eine Sehnenentzündung. Eine Entzündung der Trizepssehne entsteht dadurch, dass die Sehne bei Überlastung (beispielsweise durch hohe Gewichte beim Krafttraining) am Knochen scheuert. Eine unbehandelte Sehnenentzündung kann sich zu einer chronischen Entzündung entwickeln. Eine Unterbelastung durch Inaktivität kann ebenso wie eine starke Überlastung zu Beschwerden führen.

Tätigkeiten, bei denen die Arme dauerhaft vor den Körper gehalten werden, wie beispielsweise bei Arbeiten am Schreibtisch oder bei langen Autofahrten, können zu einer ständigen Dehnung des Caput longum führen. Dauerhaft kann dies zu einer passiven Überlastung des Trizepses führen. Bei verschiedenen Sportarten, wie beispielsweise Schwimmen, Tennis oder Volleyball, kann es zu einer aktiven Überlastung des Trizepses kommen.

Bei der sogenannten Epicondylitis handelt es sich um den umgangssprachlichen Tennisellenbogen. Die Epicondylitis ist nicht auf Tennisspieler beschränkt, die Reizung der Sehnenansätze des Trizeps tritt hier jedoch besonders häufig auf. Beim Krafttraining oder Bodybuilding können verschiedene Übungen wie Bankdrücken oder Liegestütze den Trizeps stark belasten. In seltenen Fällen, bei denen der Trizeps einer extremen Belastung ausgesetzt wird, kann es auch zu Muskelfaserrissen kommen, bei der das Muskelgewebe zerreißt.

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