Musculus thyroarytaenoideus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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Der Musculus thyroarytaenoideus gehört zu den Skelettmuskeln des Menschen. Er wird der Kehlkopfmuskulatur zugeordnet. Durch ihn erfolgt die Schließung der Stimmritze.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Musculus thyroarytaenoideus?

Der Kehlkopf hat eine wichtige Funktion bei der Sprachbildung. Dieser Vorgang wird als Phonotation bezeichnet. Damit sie erfolgen kann, werden im Organismus mehrere Komponenten aufeinander abgestimmt. Der Musculus thyroarytaenoideus ist in diesem Komplex ein Teilbereich.

Er sorgt dafür, dass sich die Stimmritze verengt. Sie hat eine spaltförmige Gestalt und befindet sich zwischen den Stimmlippen. Damit die Lautbildung erfolgen kann, muss sich die Stimmritze verschließen. Geschieht dies, entspannen sich die Stimmbänder. Dies alles kann nur erfolgen, weil der Kehlkopf von verschiedenen Knorpeln umgeben ist. Diese sind weicher als Knochen und damit lassen sie sich bei der Kontraktion der einzelnen Kehlkopfmuskeln bewegen. Sobald sich der Musculus thyroarytaenoideus zusammenzieht, nähern sich Knorpelgebilde einander an.

Anatomie & Aufbau

Der Kehlkopf wird von verschiedenen Muskeln versorgt. Das Muskelsystem des Kehlkopfes lässt sich in die inneren und äußeren Muskeln unterscheiden. Der Musculus thyroarytaenoideus zählt zu den inneren Kehlkopfmuskeln. Er wird vom Nervus laryngeus recurrens innerviert.

Der Kehlkopf, der in der Medizin als Larynx bezeichnet wird, kann in drei Etagen unterteilt werden. Senkrecht untereinander befinden sich die Supraglottis, die auch als Vestibulum laryngis bezeichnet wird. Mittig befindet sich die Glottis oder Cavitas laryngis intermedia. Im unteren Sektor ist die Subglottis oder Cavitas infraglottica. Umgeben sind alle Ebenen von einem Knorpelgerüst. Die Cartilago cricoida, der Cartilago thyroidea, der Cartilago epiglottica und der Cartilagines arytaenideae ummanteln den Kehlkopf vollständig.

In der Innenfläche der Cartilago thyroidea befindet sich der Ursprung des Musculus thyroarytaenoideus. Ihm gegenüber ist der Musculus vocalis. Der Weg des Musculus thyroarytaenoideus beginnt am oberen Rand des Arcus der Cartilago cricoidea. Er verläuft schräg zu den Processus muscularis der Cartilago arytaenoidea. Der Cartilago cricoida wird als Ringknorpel bezeichnet. Der Cartilago arytaenideae ist der Stellknorpel.

Funktion & Aufgaben

Die Stimmbildung erfolgt im Kehlkopf. Dieser ist von verschiedenen Knorpeln umgeben und wird durch mehrere Muskel aktiviert. Zu ihnen gehört der Musculus thyroarytaenoideus. Er unterstützt den Musculus cricoarytaenoideus lateralis bei dessen Tätigkeit, den Verschluss der Stimmritze zu gewährleisten. Dies ist notwendig, um den Stimmbändern die Möglichkeit zu geben, sich frei zu bewegen und Töne zu erzeugen.

Der Kehlkopf hat eine senkrechte Form und ist von mehreren Knorpeln eingefasst. Sie werden als Knorpelgerüst bezeichnet. In absteigender Reihenfolge sind es der Schildknorpel, der Ringknorpel, der Stellknorpel und der Kehldeckelknorpel. Die Phonotation entsteht im Bereich des Stellknorpels, der als Cartilago arytaenoidea bezeichnet wird. Der Musculus cricoarytaenoideus lateralis verübt eine Einwärtsdrehung des Stellknorpels. Bei diesem Vorgang bekommt er Unterstützung durch den Musculus thyroarytaenoideus. Gemeinsam sorgen sie bei ihrer Kontraktion dafür, dass sich der Knorpel zusammenzieht. Dies hat zur Folge, dass sich die Stimmritze verschließt.

Gleichzeitig schafft dieser Vorgang die Möglichkeit, dass sich die Stimmlippen annähern können. Dies stellt die Basis für die Stimmbildung dar. Um eine vollständige Phonotation zu gewährleisten, bedarf es weiterer Faktoren. Zu ihnen gehören ein intensives Training und eine Interaktion mehrerer Bereiche im menschlichen Körper. Neben dem Schließen der Stimmritze und den frei schwingenden Stimmlippen, werden ein kontinuierlicher Luftstrom, ein freies Ansatzrohr und das Hören benötigt.

Das Ansatzrohr ist in der Mund-, Nasen- und Rachenhöhle verortet. Die Luft muss zum Sprechen und Singen durch die Lungen, Bronchien und Luftröhre frei fließen können. Arbeiten alle Systeme miteinander, erfolgt die Stimmbildung.

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Krankheiten

Beschwerden sowie Erkrankungen, die mit Heiserkeit einhergehen, bewirken Komplikationen der Phonotation. Mediziner bezeichnen Heiserkeit als Dysponie. Dies ist eine Stimmstörung, die eine Änderung der Klangfarbe auslöst. Ursache dafür sind die Stimmbänder. Diesen ist es bei einer Heiserkeit nicht mehr möglich, frei zu schwingen.

Die Stimme wird rau, kratzig und gleichzeitig leiser. Eine Heiserkeit kann durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden. Infektionen, Allergien oder Entzündungen gehören zu ihnen. Eine Atemwegsinfektion verengt zusätzlich die Luftröhre. Dies können eine Bronchitis oder auch eine Angina sein. Eine Entzündung der Luftröhre oder des Kehlkopfes löst neben der Heiserkeit auch Reizhusten aus. Bei einer Nervenentzündung im Bereich des Kehlkopfes kommt es zu Funktionsstörungen oder dem Ausfall des Musculus thyroarytaenoideus. Ein Kehlkopfkarzinom bewirkt im Anfangsstadion Heiserkeit und drückt später, je nach seinem Entstehungsort, auf einzelne Knorpel des Kehlkopfes. Diese können dadurch nicht mehr ihre Funktionen ausüben.

Vergleichbares erfolgt, wenn gutartige Neubildungen entstehen. Dies ist etwa bei einem Ödem oder Zysten der Fall. Auswirkungen auf die Phonotation haben auch eine Überbeanspruchung der Stimmbänder oder ein Riss der Bänder. Gleichzeitig kann Knorpel am Kehlkopf durch Unfälle oder Stürze verletzt werden und Folgen auf deren Funktionstätigkeit haben. Das Rauchen, das Einatmen von toxischen Gasen oder fortwährendem Staub beeinflusst die Tätigkeit des Kehlkopfes ebenfalls.

Kommt es zu Lähmungen der Stimmbänder oder des Nervus laryngeus inferior, kann der Musculus thyroarytaenoideus nicht mehr seiner Tätigkeit nachgehen, da er nicht mehr versorgt wird. Fehlerhafte Intubationen lösen Traumen des Kehlkopfes aus. Dies geschieht bei einer langanhaltenden Intubation oder infolge einer Intensiv- oder Rettungsbehandlung. Die Intubation kann durch äußere Umstände während eines Notfalls Beschädigungen am Kehlkopf und den dort vorhanden Gefäßen, Nerven und Knorpeln auslösen.

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