Musculus teres major

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. November 2016
Symptomat.deAnatomie Musculus teres major

Der Musculus teres major gehört zur Skelettmuskulatur, die der Mensch willkürlich steuern kann, und bildet einen Teil der Rotatorenmanschette. Er zieht sich vom unteren Schulterblattrand zum Oberarm und wirkt an den Bewegungen des Arms mit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Musculus teres major?

Auf dem Rücken befindet sich der Musculus teres major, dessen Name so wie viel „großer Rundmuskel“ bedeutet. Sein Ursprung liegt am unteren Rand des Schulterblatts (am Angulus inferior scapulae) und er setzt am Oberarmknochen an. Der Ansatz des Musculus teres major befindet sich dabei am der Crista tuberculi minoris auf der Vorderseite des Knochens, an dem auch der große Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) ansetzt.

Der Musculus teres major gehört zur Skelettmuskulatur und besteht aus quergestreiften Fasern, deren Muster auf den Aufbau des Muskels zurückgeht. Innerhalb der Skelettmuskulatur kann der Musculus teres major den Schultermuskeln zugeordnet werden. Einigen Definitionen zufolge gehört er zur Rotatorenmanschette, während andere ihn lediglich als sekundären Stabilisator der Manschette betrachten. Die bewusste Steuerung des Musculus teres major geht von motorischen Arealen des Gehirns aus und verläuft über sympathische Nervenfasern.

Anatomie & Aufbau

Nervenbahnen, die den Musculus teres major versorgen, ziehen durch die Spinalnerven des Halses. Die Befehle zur An- und Entspannung stammen hauptsächlich aus dem Nervus subscapularis, der auch den Musculus subscapularis mit neuronalen Reizen versorgt.

Seltener erhält der Musculus teres major auch Nervensignale aus dem Nervus thoracodorsalis, der zum Plexus brachialis gehört und auch den großen Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) steuert, oder aus dem Nervus axillaris, der zum selben Nervengeflecht zählt und überwiegend für den Musculus deltoideus und den Musculus teres minor verantwortlich ist.

Die Sehne des Musculus teres major ist 5 cm lang und stellt über einen Schleimbeutel (Bursa synovialis) die Verbindung zum Oberarmknochen her, wobei der Schleimbeutel die Reibung verringert. Den Muskel umgibt eine Hülle aus Bindegewebe; sein innerer Aufbau besteht aus Muskelfaserbündeln, die jeweils mehrere Muskelfasern zusammenfassen. Die Muskelfasern bilden die Muskelzellen, die jedoch nicht wie andere Körperzellen voneinander abgegrenzt sind. Stattdessen bilden sie ein durchgehendes Gewebe mit vielen Zellkernen. Durch die Muskelfasern ziehen sich längs Myofibrillen, deren Abschnitte (Sarkomere) aus Aktin-/Tropomyosin- und Myosinfilamenten bestehen.

Funktion & Aufgaben

Am Übergang von einer motorischen Nervenfaser zum Muskel befindet sich die motorische Endplatte. Das elektrische Aktionspotenzial aus dem Axon der Nervenzelle löst hier wie bei einer interneuronalen Synapse die Freisetzung von Neurotransmittern aus.

Diese Botenstoffe (oft Acetylcholin) rufen am Muskel das Endplattenpotenzial hervor, welches sich über die Zellmembran der Muskelzelle, Kanäle in der Zelle (T-Tubuli) und das Leitsystem des sarkoplasmatischen Retikulums ausbreitet. Das sarkoplasmatische Retikulum gibt als Antwort auf das elektrische Potenzial Kalziumionen ab, woraufhin sich die fadenähnlichen Myofilamente ineinander schieben und dadurch den Muskel verkürzen. Wenn der Nerv den Muskel nicht mehr reizt, fällt auch das elektrische Endplattenpotenzial weg, die Kalziumionen bleiben im sarkoplasmatischen Retikulum und der Muskel entspannt sich wieder.

Die Aufgabe des Musculus teres major besteht darin, den Arm in bestimmte Richtungen zu bewegen; dabei beteiligt er sich an der Innenrotation, die den Arm einwärts dreht, und der Retroversion, die ihn nach hinten zieht. Auch bei Bewegungen des Oberarms zum Körper hin (Adduktion) ist der große Rundmuskel aktiv. An diesen Bewegungen ist auch der Musculus latissimus dorsi beteiligt. Darüber hinaus stabilisiert der Musculus teres major zusammen mit dem Musculus pectoralis major und dem Musculus latissimus dorsi die Schulter.




Krankheiten

Als Teil der Rotatorenmanschette kann der Musculus teres major von Krankheitsbildern betroffen sein, die diese anatomische Struktur betreffen. Bei der Rotatorenmanschettenruptur reißt die Sehne, die den Muskel mit dem Knochen verbindet.

Die Ruptur löst Schmerzen aus und behindert die Beweglichkeit der Arm-Schulter-Partie. Als einem der stabilisierenden Muskeln der Manschette kommt dem Musculus teres major nach Verletzungen der Rotatorenmanschette in der Rehabilitation große Bedeutung zu, da er die geschädigte Struktur entlasten kann. Dieser Fall tritt häufig beim Impingement-Syndrom ein, wenn die Sehne des Schultermuskels eingeklemmt ist.

Beim myofaszialen Schmerzsyndrom verhärtet der Muskel infolge eines anhaltenden Spannungszustands. Die Verspannung am Musculus teres major kann sich auf die Beweglichkeit des Schultermuskels und damit auf die Beweglichkeit des Arms auswirken. Der Hypertonus verursacht darüber hinaus Schmerzen, vor allem bei Bewegungen und Druck auf die betroffene Stelle. Ein solcher Triggerpunkt entsteht beispielsweise durch Überbelastungen und feine Risse im Muskel. Bewegungsschmerzen können auch auf andere Ursachen zurückgehen, zum Beispiel eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis). Je nach Schweregrad manifestiert sie sich in schwächeren oder stärkeren Schmerzen, der Bereich kann lokal erwärmt sein oder anschwellen. Möglicherweise sammelt sich auch Flüssigkeit im Gewebe.

Gelegentlich geht die Steuerung des Musculus teres major nicht vom Nervus subscapularis aus, sondern vom Nervus axillaris. Dieser Nerv verläuft an der Achsel in Nähe des Oberarmknochens – an einer Stelle, die für Frakturen sehr anfällig ist. Bei einem Bruch des Oberarmknochens kann das umliegende Gewebe Schaden erleiden und auch der Nervus axillaris ist möglicherweise betroffen. Läsionen am Nerv sind auch beim Auskugeln der Schulter (Luxation) möglich. Unabhängig von der Ursache können Verletzungen an motorischen Nervenfasern, die den Musculus teres major kontrollieren, die Bewegungsfähigkeit des Muskels einschränken. Das gilt auch für die anderen beiden Nerven (Nervus subscapularis und Nervus thoracodorsalis).

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