Musculus palatopharyngeus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. August 2017
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Der Musculus palatopharyngeus gehört zu den Skelettmuskeln des Menschen. Er befindet sich im Rachen. Seine Aufgabe ist es, den Schluckakt zu regulieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Musculus palatopharyngeus?

Die Rachenmuskulatur wird von verschiedenen Skelettmuskeln gebildet. Zu ihnen zählt der Musculus palatopharyngeus. Er ist ein langer Schlundmuskel und gilt als der kräftigste Schlundheber im menschlichen Organismus. Sein Weg geht um den Gaumen nach hinten zum Rachen.

Von dort aus verläuft er seitlich absteigend. Alle Rachenmuskeln befinden sich zwischen der Mundhöhle und dem Schlund. Die Aufgabe des Musculus palatopharyngeus ist es, beim Schluckakt den Zungengrund anzuheben. Der Schluckakt ist komplex und erfolgt durch willentliche sowie automatische Abläufe. Der anfängliche Vorgang wird bewusst vorbereitet und reguliert. Gelangen Nahrungsmittel weiter in den hinteren Bereich des Rachens, geht die willentliche Steuerung in den Schluckreflex über. Um diesen auszuführen hebt sich der Zungengrund. Dadurch werden aufgenommene Stoffe in die Speiseröhre geschoben und abwärts transportiert.

Anatomie & Aufbau

Der Verlauf des Musculus palatopharyngeus beginnt am weichen Gaumen. Die dortige Bindegewebsschicht wird als Aponeurose bezeichnet und bildet den Beginn des Muskels.

Der Musculus palatopharyngeus wird durch zwei andere Muskeln geteilt. Dies sind der Musculus levator veli palatini und der Musculus uvulae. Er besteht nach der Teilung aus zwei Bündeln, den sogenannten Faszikeln. Das anteriore Faserbündel verläuft zwischen dem Musculus levator veli palatini und dem Musculus tensor veli palatini. Der andere Teil des Muskels bildet das posteriore Faserbündel und zieht seine Bahn direkt unter der Schleimhaut im Rachen. Beide Faserbündel treffen hinter der Gaumenmandel auf den Musculus stylopharyngeus.

Anschließend innervieren sie den Schildknorpel, eine Knorpelebene des Kehlkopfes. Einige weitere Muskelfasern ziehen an den Seitenwänden des Pharynx weiter und enden dort. Innerviert wird der Musculus palatopharyngeus von dem Plexus pharyngeus. Dies ist das Nervengeflecht des Rachenraumes. Der Plexus pharyngeus wird vorrangig von Nervenfasern des IX. und X. Hirnnervs versorgt. Dies sind der Nervus glossopharyngeus und des Nervus vagus.

Funktion & Aufgaben

Zur Rachenmuskulatur gehören verschiedene Muskeln. Beim Schluckakt arbeiten drei Muskeln eng miteinander. Dies sind der Musculus stylopharyngeus, der Musculus salpingopharyngeus und der Musculus palatopharyngeus. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass der Rachen angehoben werden kann. Der Griffel-Rachen-Muskel ist aufgrund seiner äußeren Gestalt der Musculus stylopharyngeus. Er hebt und erweitert den Pharynx.

Als Tuben-Rachen-Muskel wird der Musculus salpingopharyngeus bezeichnet. Durch das Zusammenziehen seiner Muskelfasern heben sich der Rachen und der Kehlkopf an. Zusätzlich spannt er die Schleimhautwulst der Rachenwand an. Dies ist die Plica salpingopharyngea. Durch sie wird der Kehldeckel zu einem Verschluss an der Luftröhre. So ermöglicht sie den freien Weg vom Mund in den Magen. Der Gaumen-Rachen-Muskel ist der Musculus palatopharyngeus. Sobald er sich anzieht, wird der Zungengrund angehoben. Zusätzlich sorgt er beim Schlucken dafür, dass sich die Mundenge schließt und der Gaumen senkt. Die Mundenge ist die Isthmus faucium. Jeder der Muskeln unterstützt den Schluckakt. Dieser wird willentlich eingeleitet und geht dann in den Schluckreflex über.

Es ist wichtig, dass alle Muskeln zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Auch wenn sie unterschiedliche Aufgaben haben, ist das Zusammenspiel essentiell, um zu verhindert, dass aufgenommene Flüssigkeiten, Nahrung oder Speichel in die Luftröhre gelangen. Ihre Aufgabe ist es, während des sehr komplexen Schluckvorganges dafür Sorge zu tragen, dass der Weg vom Rachen in den Magen frei wird. Die oberste Priorität beim Schluckakt hat dabei immer der Verschluss zur Luftröhre. Gelangen Speisen in die Luftröhre kommt es zu Atemnot, Luftmangel und der Gefahr des Erstickens.

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Krankheiten

Zu den Erkrankungen des Rachens zählen Entzündungserkrankungen, Krampfbildungen oder Lähmungen beim Schluckakt. Bei allen wird die Funktionstätigkeit des Musculus palatopharyngeus beeinflusst oder führt zu einem Totalausfall. Bei Entzündungen im Rachen durch beispielsweise eine eitrige Entzündung wie die Angina, entwickeln sich Schluckbeschwerden.

Ein Rachenkrampf wird als Pharyngismus bezeichnet. Er ist schmerzhaft. Während des Schluckaktes blockieren alle am Prozess beteiligten Muskeln im Rachen. Die Schlucklähmung entsteht bei Beschädigungen des Nervus glossopharyngeus. Wenn der IX. Hirnnerv aufgrund einer Lähmung ausfällt, kann er die Muskeln im Rachen nicht mehr innervieren. Die Lähmung setzt sich dann fort bis in den Schlund. Beeinträchtigungen der Funktionstätigkeit des Musculus palatopharyngeus findet bei der Bildung eines Karzinoms statt. Sobald sich im Bereich des Rachens oder im Schlund ein bösartiger Tumor ausbildet, ist die Funktionstätigkeit der Rachenmuskulatur betroffen und eingeschränkt.

Zu den Infektionserkrankungen gehört eine Kinderkrankheit, die einen starken Einfluss auf die Rachenmuskulatur hat. Die meldepflichtige Diphtherie ist eine akute Erkrankung, die ebenfalls stark ansteckend ist. Zu den Symptomen der Erkrankung gehört die Infizierung der oberen Atemwege. Alle dort befindlichen Nerven, Muskeln oder Hautregionen werden befallen. Die Erreger der Krankheit sondern ein Toxin ab, dass über den Einfluss auf die Rachenmuskulatur hinaus, zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen kann.

Die Muskulatur des Rachens hat bei Erkrankungen wie der Schlafapnoe eine wichtige Bedeutung. Bei dieser Erkrankung kommt es für einige Zeit zu einem Stillstand der Atmung. Dies kann für einige oder mehrere Sekunden sein. Die Störung der Atmung bewirkt eine Erschlaffung der Muskulatur im Rachenbereich. Da der Patient in diesen Momenten nicht bei Bewusstsein ist, kann die Schlafapnoe Erstickungen verursachen.

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