Musculus levator veli palatini

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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Der Musculus levator veli palatini hat eine wichtige Funktion beim Schluckvorgang. Er ist Teil der Schlundmuskulatur. Durch ihn wird verhindert, dass Speisen oder Flüssigkeiten in den Nasenraum fließen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Musculus levator veli palatini?

Der Musculus levator veli palatini befindet sich im Kopf des Menschen. Er ist ein Teil des zentralen Nervensystems und gehört zur Muskulatur des Gaumens. Der Musculus levator veli palatini ist ein Muskel, der als außerordentlich kurz gilt.

Es handelt sich um einen rundlichen Muskel, der zur Skelettmuskulatur des Kopfes gezählt wird. Der Musculus levator veli palatini befindet sich in der Schlundmuskulatur und sorgt dort für die Funktionsfähigkeit des Gaumensegelhebers. Damit hat der Musculus levator veli palatini beim Schluckvorgang eine außerordentliche große Bedeutung. Insbesondere hat er eine wichtige Funktion bei dem Verschluss der Verbindung vom Mund- zum Nasenraum. Dieser Verschluss wird durch den Gaumensegelheber sowie die beiden oberen Schlundschnürer reguliert.

Durch den Verschluss ist gewährleistet, dass beim Schlucken weder Speise- noch Flüssigkeitsanteile in den Nasenraum gepresst werden. Der Musculus levator veli palatini ist hauptverantwortlich für die Funktionstätigkeit des Gaumensegelhebers. Beim Schlucken spannt sich der Musculus levator veli palatini an. Dadurch hebt sich in diesem Moment automatisch das Gaumensegel an.

Anatomie & Aufbau

Der IX. Hirnnerv ist der Nervus glossopharyngeus. Er innerviert Organe und Muskulaturen, die an Vorgängen wie der Geschmackserkennung, der Kreislauf- und Atmungsregulation sowie dem Schluckvorgang beteiligt sind. Gemeinsam mit dem X. Hirnnerv, dem Nervus vagus, versorgt er die Kopf- und Halsregion des Menschen.

Der Nervus vagus ist für die Versorgung des Kehlkopfes, wichtigen Teilen des Brustraumes und ebenfalls für den Schluckvorgang zuständig. Gemeinsam innervieren die beiden Hirnnerven über den Plexus pharyngeus die Schlundmuskulatur. Zu diesem Bereich gehört der Gaumensegelheber. Dieser wird vom Musculus levator veli palatini gesteuert. Der Musculus levator veli palatini ist ein kurzer Muskel. Sein Verlauf beginnt an der Pars petrosa des Schläfenbeines.

Das Schläfenbein wird als Os temporale bezeichnet und die Pars petrosa ist die Felsenbeinpyramide. Der Musculus levator veli palatini zieht von dem Verschlussknorpel der Tuba auditiva über den Rand des Musculus constrictor pharyngis superior. Von dort aus geht sein Weg weiter in den Bereich des weichen Gaumens und von dort zum Gaumensegel. Das Gaumensegel wird als Velum palatinum bezeichnet und wird von dem Musculus levator veli palatini nahezu durchflochten.

Funktion & Aufgaben

Die Hauptaufgabe des Musculus levator veli palatini ist die Herstellung der Funktionstätigkeit des Gaumensegels beim Schluckvorgang. Im Gaumen gibt es einen Bereich, der als weicher Gaumen bezeichnet wird. Beim Öffnen des Mundes wird das Gaumensegel am Ende des Rachens sichtbar. Optisch ähnelt er einer Doppelfalte oder auch einem Zäpfchen.

Es hängt mittig des Rachens nach unten in Richtung der Zungenwurzel und ist frei beweglich. Das Gaumensegel sorgt dafür, dass keine Speisen oder Flüssigkeiten in den Bereich des Nasenraums gelangen. Damit ist der Weg frei, um eine Weiterleitung aufgenommener Stoffe in die Speiseröhre zu gewährleisten. Dies gilt auch für den Speichelabfluss im Mund, für den Fall, dass keine externe Zufuhr von Speisen oder Flüssigkeiten erfolgt. Durch das Gaumensegel wird verhindert, dass versehentlich etwas in die Luftröhre gelangen könnte. Der Musculus levator veli palatini spannt sich im Moment des Schluckens an. Diese Anspannung bewirkt, dass sich das Gaumensegel anhebt. Im angehobenen Zustand wird das Gaumensegel automatisch zu einem Verschluss und die Speisen sowie Flüssigkeiten werden automatisch in die Speiseröhre transportiert.

Darüber hinaus unterstützt der Musculus levator veli palatini gemeinsam mit dem Musculus tensor veli palatini die Öffnung der Tuba auditiva. Diese wird als Eustachiröhre oder Ohrtrompete bezeichnet. Sie bewirkt einen Druckausgleich zwischen dem Außen- und dem Mittelohr. Dieser Druckausgleich ist wichtig, damit der Vorgang des Hörens ausgeführt werden kann. Zusätzlich hat das Gaumensegel und damit der Musculus levator veli palatini eine Funktion bei der Sprachbildung bestimmter Laute.

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Krankheiten

Beschwerden im Bereich des Gaumens können durch die Aufnahme von heißen Getränken oder Speisen erfolgen. Diese können neben Schmerzen auch Verbrennungen oder Verbrühungen zur Folge haben. Die empfindliche Schleimhaut im Rachen und im Gaumenbereich wird dadurch angegriffen. Es kommt zu Rötungen oder Schwellungen. Bei schweren Verbrennungen entstehen kleine Brandblasen.

Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit des Musculus levator veli palatini führen dazu, dass die Lautbildung nicht mehr ausreichend funktioniert. Der Konsonant „r“ kann nicht mehr richtig ausgesprochen werden. Bei der Bildung des Buchstabens flattert das Gaumensegel gegen die Hinterzunge. Dies entfällt und der Buchstabe kann nicht korrekt ausgesprochen werden. Außerdem können Buchstabenkombination wie beispielsweise das „ch“ sind nicht mehr gebildet werden, wenn das Gaumensegel nicht voll funktionsfähig wäre.

Zu weiteren Beschwerden oder Erkrankungen zählen verschiedene Infektionen, Neuralgien, Entzündungen, die Bildung von Tumoren oder Allergien. Zahnschmerzen können ebenfalls Beschwerden im Gaumen nach sich ziehen. Pilze können sich Bereich der Lippen, der Zunge oder des Gaumen bilden und Beschwerden bewirken. Defekte der Schleimhäute führen zu Kau- und Schluckbeschwerden. Darüber hinaus ist die Lautbildung eingeschränkt.

Als eine angeborene Fehlbildung kann die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten Erkrankung den weichen Gaumen spalten. Dadurch kann es zu Beeinträchtigungen des Schluckaktes kommen. Meist wird die Fehlbildung in den ersten Lebenswochen nach der Geburt über einen chirurgischen Eingriff korrigiert.

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