Mundflora

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Januar 2017
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Bei der Mundflora handelt es sich um die Gesamtheit der Mikroorganismen, von denen die Mundhöhle des Menschen besiedelt wird. Eine funktionierende Mundflora bildet eine wichtige Voraussetzung für die Zahngesundheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Mundflora?

Unter der Mundflora werden sämtliche Mikroorganismen verstanden, die sich in der menschlichen Mundhöhle ansiedeln. Die Bezeichnung Flora geht auf die frühere Annahme zurück, Mikroorganismen wie Bakterien würden zum Pflanzenreich zählen. In der heutigen Zeit wird die Mundflora innerhalb der Zahnmedizin Mikroorganismengesellschaft oder Mikroorganismengemeinschaft genannt.

Die Besiedlung der Mundflora des Menschen findet schon unmittelbar nach seiner Geburt statt. Zu den ersten Bakterienarten, die den Mund bevölkern, gehören die Streptokokken. Zuvor ist die Mundhöhle des heranwachsenden Fetus noch frei von Mikroorganismen. Erst nach dem Geburtsvorgang haben die Keime die Gelegenheit, den Mundraum zu besiedeln.

Im Laufe der Zeit fällt die Mundflora immer komplexer aus. Kommt es im Alter zum Verlust von Zähnen, ist es möglich, dass sich die Mundflora wieder zurückentwickelt.

Unterscheiden lässt sich zwischen einer residenten sowie einer transienten Mundflora, was sich danach richtet, ob der Mundraum von den Mikroorganismen auf die Dauer oder nur zeitweilig besiedelt wird.

Funktion & Aufgabe

Zu den Mikroorganismen, die die Mundflora bilden, zählen vor allem hunderte unterschiedliche Bakterienarten sowie Hefepilze. Dazu gehören zum Beispiel Streptokokken wie Streptococcus salivarius, Streptococcus sanguis und Streptococcus mitis, Laktobazillen, Actinomyceten, Neisserien sowie Veillonella parvula.

Einige Bakterienarten der Mundflora wie Streptococcus mutans sind auch für das Entstehen von Karies verantwortlich. Sie werden als kariogene Mikroorganismen bezeichnet.

Pilze wie Schimmelpilze, Hefepilze oder Dermatophyten siedeln sich bei gesunden Menschen nur auf der Oberfläche von Haut und Schleimhaut an. Einige Candida-Arten kommen zudem als harmlose Saprophyten in der menschlichen Rachenregion vor. Sie ließen sich bei rund 70 Prozent aller untersuchten Personen nachweisen. Die Haut- und Schleimhautbesiedelungen durch die Candida-Pilze tragen die Sammelbezeichnung Kandidose.

Die Mundflora ist wichtig für den Schutz des menschlichen Mundraums. So wird das dortige Gewebe von einigen Bakterienarten vor schädlichen Einflüssen geschützt, wodurch diese das Immunsystem unterstützen. Angesiedelt sind die Mikroorganismen wie ein Biofilm auf der Zunge, den Schleimhäuten und den Zähnen. Nach dem Einnehmen der Mahlzeiten übernehmen die Bakterien die ersten Verdauungsvorgänge. So trägt eine gesunde Mundflora auch zu einem positiven Ablauf der menschlichen Verdauung bei.

Bei der Mundflora handelt es sich um die Gesamtheit der Mikroorganismen, von denen die Mundhöhle des Menschen besiedelt wird.

Ingesamt befinden sich im menschlichen Mundraum ungefähr 600 Bakterienarten und Milliarden von Bakterien. Immer wieder werden von Wissenschaftlern neue Subtypen entdecket.

Eine gesunde Mundflora bewirkt, dass an den Zähnen weniger Zahnstein vorkommt. So reinigen einige Bakterienarten die Zähne gemeinsam mit dem Speichel. Auf diese Weise wird auch Entzündungen entgegengewirkt. Daher ist eine gesunde Mundflora für die Zähne äußerst wichtig.

Die Bakterien finden im Mund ausgezeichnete Bedingungen für ihr Überleben und ihre Vermehrung vor. Dazu gehören warme Temperaturen, eine optimale Feuchtigkeit sowie Nährstoffe aus Speiseresten, die sich gut für Mikroorganismen eignen. Einige Bakterienarten verfügen über spezielle Eigenschaften. Dabei handelt es sich u. a. um Anheftungsmechanismen, wodurch die Bakterien gut an den Zähnen, der Mundschleimhaut und der Zunge haften bleiben.

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Krankheiten & Beschwerden

Kommt es zu einer unausgewogenen Mundflora, kann dies für den Mundraum schädliche Folgen haben. So sind nicht alle Bakterienarten, die zur Mundflora gehören, gutartig. Dabei handelt es sich in erster Linie um die Laktobazillen (Milchsäurebakterien), die Fusobakterien (Eiterbazillen) sowie die Unterart Streptococcus mutans. Sie wirken sich begünstigend auf das Entstehen von Karies aus und ernähren sich hauptsächlich von Speiseresten, die Zucker enthalten.

Da die Bakterien sich vor allem auf den Zähnen befinden, können ihre Stoffwechselprodukte diese und das benachbarte Zahnfleisch angreifen. Infolgedessen kommt es zur Bildung von Karies und Parodontitis. Andere Bakterienarten, die auf der Zunge angesiedelt sind, rufen wiederum übelriechenden Mundgeruch hervor. Selbst in einer gesunden Mundflora sind diese schädlichen Mikroorganismen vorhanden.

Aus diesem Grund ist eine konsequente und regelmäßige Reinigung der Zähne wichtig, damit die Keime keine Schäden hervorrufen können. Dabei gilt es besonders die Plaque zu entfernen, die sich auf den Zähnen befindet. So lässt sich die Plaque, bei der es sich um einen regelrechten Bakterienherd handelt, nur mechanisch, wie mit einer Zahnbürste, beseitigen. Um die Menge an Plaque wirksam zu reduzieren, bedarf es auch des Einsatzes von kleinen Zahnzwischenraumbürsten, Zahnseide und eventuell Mundspüllösungen.

Es gibt verschiedene Ursachen, die die Mundflora aus der Balance bringen können. Dazu gehören die Ernährungsweise, Nikotinkonsum, der Genuss von Alkohol, eine unzureichende Mundhygiene sowie kieferorthopädische Behandlungen. Aber auch die Einnahme von Antibiotika oder einige Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Krebs sind mitunter für Störungen an der Mundflora verantwortlich. Durch das gestörte Gleichgewicht vermehren sich die schädlichen Keime ungestört.

Ein weiteres gesundheitliches Problem im Zusammenhang mit der Mundflora stellen Bissverletzungen dar. So besteht die Gefahr, dass es durch Bisse von Menschen oder Tieren zu Infektionen kommt, da dabei schädliche Mikroorganismen aus der Mundflora in die Wunde gelangen. Besonders betroffen davon sind tiefe Verletzungen, die sich in der Nähe eines Gelenks befinden. Die jährliche Infektionsrate durch Bissverletzungen schwankt zwischen 15 und 20 Prozent. Mit einem Anteil von etwa 50 Prozent fällt das Risiko durch menschliche Bisse am höchsten aus.

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