Mouches volantes

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. Oktober 2016
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Viele Menschen leider unter dem Phänomen Mouches volantes, das im Französischen für „fliegende Fliegen“ steht. Hierbei sehen die Betroffenen schwarze Punkte, die scheinbar vor ihrem Auge tanzen. Mouches volantes ist harmlos, stört jedoch das Sehempfinden. Die Beschwerden klingen nach einer Weile oftmals von allein wieder ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mouches volantes?

Bei Mouches volantes handelt es sich um eine entoptische Erscheinung. Diese resultiert aus den anatomischen Gegebenheiten des Augeninneren, wird aber subjektiv vor dem Auge im Außenraum lokalisiert. Meist wird Mouches volantes synonym für Glaskörpertrübung verwendet. Bei dieser werden Schatten auf die Netzhaut geworfen. Der Betroffene nimmt sie als kurze, lange oder krumme Fäden, als Schlieren wahr, die durch sein Gesichtsfeld schweben. Die Sehschärfe wird jedoch nicht beeinflusst.

Ursachen

Es gibt verschiedene Auslöser von Mouches volantes. Als eine Ursache wird der Cloquetsche Kanal als Rest der zurückgebildeten Hyaloidarterie vermutet, die die Linse und den Glaskörper mit Blut versorgt. Augen- und Gesichtsverletzungen sowie das Kratzen und Berühren der Augen gehören zu den weiteren Auslösern. Hier spielt der Druck auf den Augapfel, der dabei entstehen kann, eine entscheidende Rolle. Bei Schlägen auf die Augen oder den Kopf beispielsweise können Teilchen aus dem Glaskörper gelöst werden.

Augen- und gesichtsplastische Operationen sind ein weiterer Risikofaktor, dass Trübungen des Glaskörpers auftreten können, beispielsweise durch Schwellungen, die auf die Augen einen Druck ausüben oder aus dem Glaskörper kleine Partikel lösen. Oxidative Veränderungen der Kollagenfasern, Hyaluronsäure oder anderer Bestandteile des Glaskörpers können ebenso Mouches volantes begünstigen.

Der Grund hierfür sind energiereiche Lichtstrahlen, woraus freie Radikale resultieren. Häufen sich deren Aktivitäten, wird von einem oxidativen Stress gesprochen. Ungesunde Ernährung steht ebenfalls in Verbindung mit den Trübungen des Glaskörpers. Eine gesunde Ernährung ist sehr wichtig, da eine schlechte Ernährung wie Fast-Food, ungesättigte Fette, zu viel Cholesterin sowie zu wenige wichtige Vitamine und Mikronährstoffe zu Störungen im Auge und im gesamten Körper führen.

Verschiedene Medikamente spielen eine weitere Rolle bei der Entstehung von Mouches volantes, denn die enthaltenen Substanzen bewirken Veränderungen im chemischen Gleichgewicht im Auge, beispielsweise Psychopharmaka und Präparate zur Behandlung von Hautproblemen. Stress, Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen, Blutungen und Fremdkörper sind weitere mögliche Ursachen für „fliegende Mücken“.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei Mouches volantes sehen die Betroffenen kleine Fäden, Punkte, Würmchen oder Flecken vor dem Auge, insbesondere beim Blick auf einen hellen Untergrund, zum Beispiel einer weißen Wand, dem Computerbildschirm oder dem Himmel. Andere können diese nicht sehen. Dennoch sind die Mouches volantes keine Einbildung oder optische Täuschung. Sie existieren tatsächlich.

Doch sie fliegen nicht im Zimmer, sondern schwimmen im Auge. Die Erscheinungen bewegen sich, als ob sie vor dem Gesichtsfeld „schwimmen“. Dabei bewegen sich die Mouches volantes beim Wechseln des Blicks in eine andere Richtung mit. Sie können nicht fixiert werden, um sie beispielsweise genauer zu betrachten. Je mehr Aufmerksamkeit der Störung geschenkt wird, desto unangenehmer wird sie meist auch empfunden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Vor der Therapie der Mouches volantes spielt die Anamnese, das ausführliche Gespräch zwischen dem Arzt und Patienten, eine wichtige Rolle. Wie sieht die Krankheitsgeschichte aus? Was sieht der Betroffene, wenn er auf eine weiße Wand schaut? Seit wann bestehen die Beschwerden? Gab es bereits Behandlungen oder Operationen am Auge?

Liegen Krankheiten vor, beispielsweise Stoffwechselstörungen oder Autoimmunerkrankungen? Werden regelmäßig Medikamente eingenommen? Diese Fragen können einen Hinweis geben. Zudem erfolgen eine Sehschärfenbestimmung, eine Messung des Augeninnendrucks und ein Netzhautscan. Mit letzterer Methode kann der Arzt die Glaskörpertrübung sehr gut darstellen.

Um besser in das Auge schauen zu können, verabreicht der Arzt im Vorfeld Augentropfen, die die Pupille erweitern. Nur selten kommen Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall, Kernspintomografie beziehungsweise Computertomografie zum Einsatz, wenn die Glaskörpertrübung nicht eindeutig festgestellt werden kann.

Die Mouches volantes sind grundsätzlich harmlos. Wer sich darauf jedoch konzentriert oder unter sehr vielen „fliegenden Mücken“ leidet, kann sich davon sehr gestört fühlen. Die Symptome verschwinden im Laufe des Lebens ganz allein wieder, denn die Fasern bewegen sich von der Netzhaut weg, sodass sie früher oder später für das Auge nicht mehr sichtbar sind. Die Erscheinungen werden im Laufe der Zeit immer unschärfer und schwächer.

Behandlung & Therapie

Die beste Möglichkeit gegen Mouches volantes ist leider nur, sich daran zu gewöhnen und nicht irritieren zu lassen. Bis zum gewissen Maße ist das Gehirn auch in der Lage, diese Wahrnehmung auszublenden. Ein spezifisches Behandlungskonzept steht den Patienten bislang noch nicht zur Verfügung.

Sollten die Mouches volantes zur Verschlechterung der Sehschärfe führen, was extrem selten der Fall ist, oder es tritt eine Netzhautablösung auf, kann notfalls eine Operation erfolgen, die so genannte Glaskörper-Operation (Vitrektomie). Die Ablösung kann zur Erblindung führen, allerdings ist diese ebenso äußerst selten. Bei der Operation wird der zentrale Glaskörper-Teil mitsamt den Trübungen entfernt. Die Vitrektomie ist ein gravierender Eingriff, der mit einem Totalverlust des Auges als Komplikation einhergehen kann.

Eine weitere Möglichkeit ist das thermische Zersprengen der Glaskörpertrübungen mit einem YAG-Laser. Die Veränderungen dürfen jedoch nicht nahe an der Linse oder Retina liegen. Diese Methode ist, verglichen mit der Operation, schonender, hat allerdings nicht die gleichen Erfolgsquoten. Zudem können durch die Zersprengung neue Mouche volantes entstehen.

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Vorbeugung

Zunächst einmal ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung grundsätzlich unverzichtbar, nicht nur, um Mouches volantes vorzubeugen, sondern für den gesamten Organismus. Um Glaskörpertrübungen vorzubeugen, sollten zudem keine Sportarten betrieben werden, die mit einem Verletzungsrisiko für die Augen einhergehen. Alles, was einen Druck auf die Augen auslöst, sollte vermieden werden. Auch ein übermäßiges Augenreiben gehört dazu.

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