Motilitätsstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. Oktober 2016
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Bei einer Motilitätsstörung handelt es sich um eine Störung der Verdauungsorgane. Deren physiologische Bewegungsvorgänge laufen nicht wie bei gesunden Personen ab, weshalb die Verdauung gestört ist. Unter dem Begriff Motilitätsstörungen werden zahlreiche verschiedene Störungen der Verdauungsprozesse verstanden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Motilitätsstörung?

Zum Verständnis von Motilitätsstörungen sind Kenntnisse über den Aufbau des Verdauungstrakts unerlässlich. Der Verdauungstrakt besitzt über seine gesamte Länge hinweg eine spezielle Art von Muskulatur. Diese Muskulatur ist glatt und befindet sich in der Wand des Trakts. Da Motilitätsstörungen grundsätzlich mit dieser glatten Art von Muskulatur zusammenhängen, können beinahe sämtliche Abschnitte des Verdauungstrakts von den Motilitätsstörungen betroffen sein.

Dazu gehören zum Beispiel der Magen, der Ösophagus, das Duodenum, der Dünndarm, das Colon sowie das Rektum. Aus klinischer Sicht sind vor allem der Magen, der Ösophagus, das Colon und das Rektum von Motilitätsstörungen betroffen. Da Motilitätsstörungen sehr vielseitig sind, existieren verschiedene Arten der Kategorisierung der Störungen.

So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, die Erkrankungen nach der Art der Störung einzuteilen. Diese Einordnung beruht darauf, dass Motilitätsstörungen sowohl durch eine reduzierte als auch durch eine erhöhte Motilität entstehen können. Dementsprechend wird in Hypomotilität, die durch verringerte Bewegungen der Muskulatur zustande kommt, und Hypermotilität bei gesteigerter Bewegungstätigkeit unterschieden.

Außerdem lassen sich Motilitätsstörungen nach der Ursache der Störung unterteilen. Bei den sogenannten primären Motilitätsstörungen handelt es sich um ein eigenständiges Krankheitsphänomen. Hingegen stellen sekundäre Motilitätsstörungen Folgestörungen dar, die sich durch andere Grunderkrankungen ergeben.

Ursachen

Die exakte Ursache der jeweiligen Motilitätsstörung unterscheidet sich von Fall zu Fall und hängt auch davon ab, welcher Abschnitt des Verdauungstrakts von einer Störung betroffen ist. Prinzipiell werden sämtliche Motilitätsstörungen und die damit verbundenen Symptome und Beschwerden von abnormalen Kontraktionen der Muskulatur ausgelöst. Diese Muskeln befinden sich entlang des Verdauungstrakts beginnend an der Speiseröhre und verlaufen bis zum Enddarm.

Grundsätzlich sind Motilitätsstörungen in der Bevölkerung relativ weit verbreitet. Jedoch sind sie im überwiegenden Teil der Fälle vergleichsweise harmlos und meist keine ernsthafte Bedrohung für das Leben des betroffenen Patienten. Dennoch werden sie von zahlreichen erkrankten Personen als störend wahrgenommen und beeinträchtigen mitunter die individuelle Lebensqualität.

Auf der anderen Seite existieren auch Formen von Motilitätsstörungen, die bedingt durch ihre Ausprägung und ihren Schweregrad dringend eine medizinische Therapie erforderlich machen. Denn wenn die Beschwerden der Motilitätsstörung nicht behandelt werden, droht im schlimmsten Fall der Tod des betroffenen Patienten, da sich in einigen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen ergeben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Grundsätzlich umfasst die Bezeichnung ‚gastrointestinale Motilitätsstörungen‘ spezielle Formen von Bewegungsstörungen des Verdauungstrakts, die zu einer Reihe von verschiedenen Symptomen und Beschwerden führen. Diese Symptome unterscheiden sich je nach Patient und Schweregrad der Störungen.

Motilitätsstörungen treten entweder einzeln oder in mehreren Abschnitten des Magen-Darm-Trakts auf. Dabei betreffen sie zum Beispiel die Speiseröhre, den Dick- oder Dünndarm sowie den Magen. In einigen Fällen lösen die Motilitätsstörungen lediglich milde Symptome aus, in anderen Fällen führen sie zu langanhaltenden und bedrohlichen Beschwerden. Die Motilitätsstörungen beruhen entweder auf einer verringerten Bewegung der Muskulatur, bei der die Muskeln teilweise wie gelähmt sind.

Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, dass die Muskulatur des Verdauungstrakts zu stark arbeitet und sich im Zusammenhang damit oftmals unkoordiniert bewegt. Die jeweiligen Symptome hängen stark vom betroffenen Abschnitt des Magen-Darm-Trakts ab. Mögliche Krankheitsbilder sind zum Beispiel die Achalasie, die Gastroparese, die funktionelle Dyspepsie (beziehungsweise der sogenannte Reizmagen), das Reizdarm-Syndrom sowie eine chronische intestinale Pseudoobstruktion.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Im Hinblick auf die Diagnosestellung von Motilitätsstörungen existieren verschiedene Möglichkeiten und untersuchungstechnische Methoden. Grundsätzlich ist es im überwiegenden Teil der Fälle relativ aufwändig, Motilitätsstörungen sicher zu diagnostizieren. Denn eine bildhafte Darstellung des Verdauungstrakts allein ist nicht ausreichend, da es in erster Linie um die funktionelle Untersuchung von Bewegungen des Darms oder anderen Bereichen des Verdauungstrakts geht.

In vielen Fällen kommt die sogenannte Manometrie zum Einsatz. Diese ist jedoch nur für bestimmte Abschnitte des Verdauungstrakts geeignet. Bei der Ösophagus-Manometrie wird die Speiseröhre untersucht, während eine Antroduodenale Manometrie den Magenausgang und das Duodenum analysiert. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Dünndarm-, Colon- und Rektum-Manometrie.

In manchen Fällen wird auch eine Barostat-Untersuchung durchgeführt, die Erkenntnisse bezüglich der Beziehung von Druck und Volumen zulässt. Zu diesem Zweck wird ein intraluminaler Ballon in das Rektum eingeführt. Indem sich der Ballon langsam entfaltet, lassen sich die Wahrnehmung und der Defäkationsreflex des betroffenen Patienten untersuchen.

Bei einer Durchleuchtung erfolgt eine dynamische Röntgenbilddarstellung, bei der spezielle Kontrastmittel zum Einsatz kommen. Dabei wird das Bewegungsverhalten von einzelnen Bereichen des Magen-Darm-Trakts untersucht.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Motilitätsstörungen richtet sich in erster Linie nach der individuellen Ausprägung der Störung. Dabei besteht zum einen die Möglichkeit von diätetischen Maßnahmen, die unter Umständen einen positiven Einfluss auf den Verdauungstrakt nehmen. Auch sind diverse Medikamente verfügbar, zum Beispiel Prokinetika. In schweren Fällen sind invasive Therapieverfahren notwendig.

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Vorbeugung

Potenzielle Maßnahmen zur Vorbeugung von Motilitätsstörungen sind vielseitig. Grundsätzlich trägt ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung zu einer normalen Funktion des Verdauungstrakts bei.

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