Morton-Neuralgie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. August 2017
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Die Morton-Neuralgie ist eine neurologische Erkrankung, die typischerweise im Bereich des Vorfußes auftritt. Die Erkrankung wird auch als Morton-Neurom bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Morton-Neuralgie?

Der sogenannte Ursachenschmerz des Morton-Neuroms ist lokalisiert zwischen zweiter und dritter aber auch zwischen vierter und fünfter Zehe. Die Morton-Neuralgie tritt meist nur an einem Fuß auf, es sind aber auch Kasuistiken beschrieben, bei denen beide Füße betroffen sind.

Die Morton-Neuralgie ist gekennzeichnet durch sogenannte neuralgische Schmerzen. Die betroffenen Patienten schildern diese Schmerzattacken als elektrisierend, brennend, schießend und stechend. Darüber hinaus wird von der überwiegenden Mehrzahl der Betroffenen ein ausstrahlender Schmerz bis in die Zehenspitzen des betroffenen Fußes geschildert.

Die Morton-Neuralgie wird durch das Neurom verursacht, dabei handelt es sich um eine Nervengeschwulst, eine faserartige Nervenverdickung vom Fußballen ausgehend zwischen den Metatarsalköpfchen bin inseitig hinein in die Zehen verzweigt. An diesen Zweigstellen, eben zwischen der zweiten und dritten oder der vierten und fünften Zehe bildet sich die gutartige Nervengeschwulst, das Neurom.

Ursachen

Die Ursache für die ausgeprägte Verdickung des Nervenstrangs ist ein körpereigener Schutzmechanismus zur Einhüllung des Nervs, damit dieser sich nicht mehr entzünden kann. Die sogenannten Plantarnerven befinden sich in der Fußsohle.

Die Plantarnerven verzweigen sich fein verästelt bis hin zu den einzelnen Zehen, wo sie sich weiter verzweigen und teilen und schließlich als feine Nervenfasern innenseitig der Zehen enden. Die genauen Ursachen, die zur Morton-Neuralgie führen, sind nicht eindeutig bekannt. Es gibt aber eine Reihe von Faktoren, die im Verdacht stehen, die Krankheit zu begünstigen. Neben der genetischen Veranlagung eines zu schwachen Bindegewebes gelten stark erhöhte Absätze, ein Spreizfuß, schmale, feste Schuhe oder starke Belastungen der Füße durch ständiges langes Gehen oder Stehen als Risikofaktoren.

Biomechanische Funktionsstörungen durch flache Füße können scheinbar ebenfalls eine Morton-Neuralgie hervorrufen. Die flachen Füße wiederum sind nicht selten die Folge von jahrelang bestehendem Übergewicht.

Typische & häufige Symptome

Diagnose & Verlauf

Die Diagnosestellung stützt sich zunächst auf die Erhebung der Krankengeschichte, Anamnese, und das Abfragen der Risikofaktoren. Sind beispielsweise feste, schmale Schuhe ursächlich für eine Morton-Neuralgie, so hatten die Füße durch einen viel zu schmal gearbeiteten Vorfußteil keine Möglichkeit nach vorne hin abzurollen.

In der Folge kommt es zu einer Nervenkompression, der Nerv wird also permanent zwischen den knöchernen Strukturen eingeklemmt und entzündet sich infolgedessen. Die Morton-Neuralgie kann auch eine Berufskrankheit sein, wenn der Beruf ständiges langes Gehen oder Stehen bei falschem Schuhwerk erfordert. Sind stark erhöhte Absätze die Ursache, dann verlagert sich das Körpergewicht ständig auf den Vorfuß und nach und nach kann dadurch ein Spreizfuß entstehen.

Neben Inspektion und Palpation des Fußes wird meist auch ein konventionelles Röntgenbild angefertigt, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Die Morton-Neuralgie tritt überwiegend bei Frauen auf, der Krankheitsbeginn ist schleichend. Bei nicht rechtzeitiger Behandlung kann der Verlauf auch chronisch sein, besonders dann, wenn beide Füße betroffen sind.

Komplikationen

Durch die Morton-Neuralgie kommt es beim Patienten vor allem zu Beschwerden an den Füßen. Die Füße können schmerzen und von starken Schwellungen betroffen sein. Ebenso können die Schmerzen auch in Form von Ruheschmerzen auftreten und dabei in der Nacht zu Schlafstörungen oder anderen Schlafbeschwerden führen. Dadurch leiden die Patienten nicht selten an psychischen Beschwerden oder an Depressionen und die Lebensqualität wird durch die Morton-Neuralgie deutlich verringert.

Auch die Belastbarkeit des Patienten sinkt ab und es kommt zu Bewegungseinschränkungen und weiterhin auch zu Gangstörungen. Vor allem bei Belastung treten starke Schmerzen auf. Die Morton-Neuralgie heilt nicht von selbst ab, sodass eine ärztliche Behandlung dieser Erkrankung auf jeden Fall notwendig ist. Ebenso kann es zu einer Fehlstellung des Fußes kommen. Sollte der Nerv eingeklemmt sein, können die Füße auch von Lähmungen und anderen Störungen der Sensibilität betroffen sein.

Eine kausale Behandlung der Morton-Neuralgie ist nicht möglich. Die Beschwerden können allerdings durch Medikamente und durch spezielle Schuhe und Einlagen gelindert werden. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf und auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Morton-Neuralgie nicht verringert. Nicht in jedem Fall können alle Beschwerden eingeschränkt werden, sodass die Patienten möglicherweise ihr gesamtes Leben auf die Therapien angewiesen sind.

Behandlung & Therapie

Eine streng kausale, also ursachenbezogene Behandlung der Morton-Neuralgie ist deshalb nicht möglich, weil die genaue Ursache der Erkrankung bis heute nicht bekannt ist. Durch die individuelle Kenntnis der Risikofaktoren kann aber in den meisten Fällen Abhilfe geschaffen werden.

Da die Morton-Neuralgie aber zu einer Chronifizierung neigt, müssen diese begünstigenden Faktoren nach Diagnosestellung unbedingt dauerhaft vermieden werden. In leichteren Fällen ist meist keine Therapie erforderlich. Morton-Neurome sollte aber immer dann behandelt werden, wenn Schmerzen auftreten, Tätigkeiten nur noch eingeschränkt verrichtet werden können, Schwierigkeiten bestehen, Schuhe zu tragen oder die Gehfähigkeit bereits eingeschränkt ist. Grundsätzlich kann eine Morton-Neuralgie je nach Ausprägung und Schweregrad konservativ oder operativ behandelt werden.

Vor einem chirurgischen Eingriff wird in den allermeisten Fällen zunächst eine konservative Therapie versucht. Diese kann bestehen im Tragen speziell angefertigter, orthopädischer Schuhe oder spezieller Einlagen zur Stützung des gesamten Fußes. Sogenannte Pelotten sind Erhöhungen, die den Vorfuß beim Gehvorgang entlasten sollen. Zur Schmerzlinderung eignet sich auch regelmäßige Fußgymnastik oder das Einspritzen lokaler Betäubungsmittel direkt in die betroffenen Fußareale.

Sollten alle konservativen Maßnahmen keine anhaltende Schmerzlinderung bringen, so ist eine Operation unumgänglich. Das Neurom, also die gutartige Nervengeschwulst, kann dabei vollständig entfernt werden. Es kann allerdings auch nach der Operation nicht ausgeschlossen werden, dass die Geschwulst an der gleichen Stelle wieder nachwächst.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung des erneuten Auftretens eines Morton-Neuroms nach erfolgreicher Operation sind zielgerichtete Fußgymnastik, Fußbäder mit antientzündlichen Wirkstoffen sowie eine Hochlagerung der Beine erforderlich, die auch tagsüber zwischendurch immer mal wieder praktiziert werden sollte.

Zur allgemeinen Vorbeugung gehört das konsequente Vermeiden der Risikofaktoren, welche das Auftreten einer Morton-Neuralgie begünstigen würden. Dazu zählen komfortables, nicht zu enges Schuhwerk, Vermeidung oder Abbau von Übergewicht, die Reduzierung starker Belastungen durch zu langes Gehen oder Stehen und eine Stärkung des Bindegewebes bei genetischer Disposition.

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Quellen

  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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