Morbus Ledderhose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. August 2017
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Unter Morbus Ledderhose wird eine gutartige Bindegewebswucherung in der Fußsohle verstanden. Die Erkrankung gehört den Fibromatosen an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Ledderhose?

Bei Morbus Ledderhose, auch Ledderhose-Erkrankung genannt, kommt es in der Fußsohle zum Wuchern von Bindegewebe. Dabei bilden sich verhärtete Knoten, die Schmerzen hervorrufen und die Beweglichkeit des Fußes einschränken. Die Erkrankung zeigt sich an der Plantar-Aponeurose (Sehnenplatte der Fußsohle).

Morbus Ledderhose wird den Fibromatosen zugerechnet. Darüber hinaus besteht eine Verwandtschaft mit Morbus Dupuytren. Während bei Morbus Ledderhose die Fußsohlen von Knotenbildung betroffen sind, ist dies bei Morbus Dupuytren an den Innenflächen der Hände der Fall. Als Namensgeber der gutartigen Erkrankung diente der deutsche Mediziner Georg Ledderhose (1855-1925), der sie beschrieb.

Bei Männern tritt Morbus Ledderhose zweimal so oft auf wie beim weiblichen Geschlecht. Bei der Erkrankung kommt es zu einem langsamen Wachstum von Knoten, die sich auf das Zentrum der Fußsohle konzentrieren. Mitunter kann sich das Wachstum der Knoten auch verzögern, sodass sie sich vorübergehend nicht mehr vergrößern. Später setzt ihr Wachstum dann erneut und unerwartet ein.

Ursachen

Hervorgerufen wird Morbus Ledderhose durch eine Vermehrung von Bindegewebe. Nicht bekannt sind jedoch die Ursachen der Ledderhose-Erkrankung, die die Wucherungen auslösen. Als verantwortlich für das Vermehren des Bindegewebes gelten die Myofibroblasten, bei denen es sich um spezielle Zellen handelt. Über die genauen Zusammenhänge wird in der Medizin nach wie vor geforscht.

Verschiedene Wissenschaftler nehmen den Einfluss einer genetischen Komponente bei der Entstehung von Morbus Ledderhose an. Kommt es dann an der Fußsohle zu Verletzungen, werden durch genetische Faktoren die Veränderungen des Bindegewebes hervorgerufen. Darüber hinaus tritt die Erkrankung nicht selten familiär gehäuft auf, was die Wahrscheinlichkeit von genetischen Einflüssen erhöht.

Als weiterer bedeutender Risikofaktor wird das Vorhandensein von anderen Fibromatosen wie Morbus Dupuytren angesehen. Auch Erkrankungen wie Epilepsie oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommen als mögliche Auslöser in Betracht. Zu den begünstigenden Faktoren gezählt werden zudem Leber- und Stoffwechselerkrankungen, Stress sowie der Konsum von Alkohol und Tabak.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bemerkbar macht sich Morbus Ledderhose an der Sehnenplatte der Fußsohle. Dort bilden sich Knoten, die sich verhärten. Erreichen die Knoten eine bestimmte Größe, wirken sie sich erschwerend auf das Gehen des Patienten aus. So sind sie zumeist in der Mitte der Fußsohle am Fußgewölbe angesiedelt.

Während sich bei manchen Menschen nur ein einzelner Knoten bildet, treten sie bei anderen vermehrt auf. Sogar ganze Strangbildungen sind möglich. Verteilen sich die Knoten über die komplette Fußsohle, verwachsen sie mit den Muskeln sowie der Haut, die sich darüber befindet. Es gibt aber auch leichtere Formen der Ledderhose-Erkrankung, bei denen nur ein kleiner Teil der Fußsohlensehnenplatte in Mitleidenschaft gezogen wird.

Außerdem bestehen keinerlei Verwachsungen an den Muskeln und der Haut. Bei ungefähr einem Viertel aller Patienten tritt Morbus Ledderhose an beiden Füßen auf. Nicht selten erfolgt der Verlauf der Erkrankung in Schüben, sodass ihr Voranschreiten Jahre erfordern kann.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose von Morbus Ledderhose nimmt der Arzt zunächst eine Befragung des Patienten vor. Dabei informiert er sich über mögliche Vorerkrankungen und ob bestimmte Risikofaktoren vorliegen. Anschließend erfolgt eine gründliche Untersuchung der Fußsohlen. Auch andere Körperbereiche werden auf eventuelle Auffälligkeiten überprüft.

Als typisches Indiz gelten harte Knoten. Diese lassen sich mit der Hand kaum verschieben. Zur Bestimmung des Ausmaßes der Knoten werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Dazu gehört in erster Linie eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung). Weiterhin ist eine Kernspintomographie (MRT) durchführbar, mit der die genaue Ausbreitung der Knoten erfasst werden kann.

Gesichert wird die Diagnose durch das Untersuchen der Knoten mit einem Mikroskop. Zu diesem Zweck wird dem Patienten eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Morbus Ledderhose gehört zu den gutartigen chronischen Erkrankungen. Eine komplette Heilung ist nicht möglich. Durch eine entsprechende Behandlung besteht jedoch die Möglichkeit, die Beschwerden zu beheben oder zumindest zu verringern.

Komplikationen

Durch den Morbus Ledderhose leiden die Betroffenen an verschiedenen Beschwerden, die vor allem an den Fußsohlen auftreten. Dabei leiden die Patienten an Bewegungseinschränkungen und vor allem an Schmerzen, die beim Stehen und Gehen auftreten. Die Lebensqualität der Betroffenen wird durch den Morbus Ledderhose deutlich eingeschränkt und verringert. Auch andere Muskeln können von dieser Krankheit betroffen sein.

Die Beschwerden treten allerdings oft nicht dauerhaft, sondern in Schüben auf, sodass die Erkrankung erst spät diagnostiziert wird. Durch die plötzlichen Bewegungseinschränkungen leiden die Betroffenen auch nicht selten an Depressionen oder an psychischen Beschwerden. Bei Kindern kann der Morbus Ledderhose dabei zu Störungen der Entwicklung führen und diese eventuell verzögern.

Eine kausale Behandlung des Morbus Ledderhose ist leider nicht möglich. Aus diesem Grund zielt die Behandlung vor allem auf die Einschränkung der Schmerzen und der Bewegungseinschränkungen ab. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Mit Hilfe verschiedener Therapien und durch den Einsatz von Medikamenten können viele Beschwerden eingegrenzt werden, sodass die Betroffenen einen gewöhnlichen Alltag fahren können. Weiterhin kann der Morbus Ledderhose allerdings auch erneut auftreten. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit allerdings nicht beeinflusst.

Therapie & Behandlung

Eines der wichtigsten Ziele bei der Behandlung von Morbus Ledderhose ist das Zurückdrängen der Entzündung sowie das Verringern der Schmerzen. Außerdem soll der Patient wieder in der Lage sein, zu gehen. Zur Erhaltung der Gehfähigkeit kommen zumeist weiche Einlagen zur Anwendung. Diese bauen den inneren Druck, der auf die Knoten entsteht, ab.

Zur Therapie der Schmerzen verabreicht der Arzt den Betroffenen in der Regel nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), die sich zugleich auf die Entzündung auswirken. Gleichzeitig werden Steroidinjektionen in die Knoten gegeben.

Im frühen Stadium von Morbus Ledderhose gilt auch eine Radiotherapie als erfolgversprechend, bei der weiche Röntgenstrahlung zum Einsatz gelangt. Als sinnvoll werden ferner das Einspritzen von Kollagenasen oder eine Stoßwellentherapie (ESWT) eingestuft. Diese führen zum Lösen der harten Knoten. Ebenfalls als aussichtsreich angesehen wird eine Kyrotherapie, bei der der Arzt die Patienten mit Kälte behandelt.

Liegt bereits ein fortgeschrittenes Stadium vor, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein. Dabei erfolgt nicht selten die komplette Entfernung der Sehnenplatte. Dagegen führen partielle Eingriffe häufig zu einem erneuten Auftreten von Knoten. Allerdings besteht selbst bei einem vollständigen Entfernen der Plantarfaszie bei rund 25 Prozent aller Patienten das Risiko einer erneuten Fibromatose. Darüber hinaus kann es bei der Operation zu Verletzungen von Sehnen, Nerven und Muskeln kommen.

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Vorbeugung

Auf welche Weise Morbus Ledderhose entsteht, ließ sich bislang nicht feststellen. Aus diesem Grund sind auch keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt.

Bücher über Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur)

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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