Morbus Köhler II

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. August 2017
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Unter Morbus Köhler II wird eine aseptische Nekrose des Knochens (vorwiegend handelt es sich um den Mittelfußknochen bzw. die Segmente II bis IV) beschrieben. Vor allem tritt Morbus Köhler II, im Gegensatz zu Morbus Köhler I, hauptsächlich bei jungen Frauen Mädchen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Köhler II?

Morbus Köhler II stellt eine aseptische Knochennekrose des 2. Mittelfußköpfchens dar. Vor allem sind Mädchen betroffen, die zwischen 12 und 18 Jahre alt sind. Die Krankheit ist auch unter den Synonymen Morbus Köhler-Freiberg, Morbus Freiberg Köhler, Juvenile Osteochondrose des Metatarsus oder auch Osteochondrose der Metatarsalköpfchen bekannt.

Ursachen

Aus welchen Gründen Morbus Köhler II entsteht, ist bislang nicht geklärt. Mediziner gehen jedoch davon aus, dass mitunter zu enge oder auch hochhackige Schuhe sehr wohl die Erkrankung begünstigen können. Jedoch konnte diese Theorie noch nicht eindeutig belegt werden. Mitunter wird auch die Theorie der Überbelastung vertreten.

Wird der Knochen dauerhaft überbelastet, stellt dies einen begünstigenden Faktor für Morbus Köhler II dar. Auch ein Trauma, welches in weiterer Folge eine Fehlstellung des Fußes verursacht, kann mitunter Morbus Köhler II auslösen. Jedoch handelt es sich dabei lediglich um Theorien; auch die Ursache, warum Morbus Köhler I auftritt, konnte bislang nicht zu 100 Prozent geklärt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Betroffene klagt zunächst über Schmerzen im Fuß. Die Schmerzen treten vorwiegend dann auf, wenn der Fuß belastet wird. Eltern und Mediziner können jedoch keine äußerliche Verletzungen oder Veränderungen wahrnehmen; mitunter ist der einzige Hinweis eine Schwellung in der betroffenen Region.

Es ist möglich, dass die Schwellung auch im vorderen Bereich auftritt; die Schwellung wird stärker, wenn der Fuß weiterhin, obwohl er Schmerzen verursacht, belastet wird. Betroffene geben an, dass Abrollbewegungen Schmerzen verursachen; im fortgeschrittenen Stadium von Morbus Köhler II tritt das klassische Schmerzhinken auf, das in weiterer Folge zu einer Schonhaltung beziehungsweise einem Schongang führt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Liegt der Verdacht von Morbus Köhler II vor, muss der Mediziner verschiedene Untersuchungen durchführen, damit die Verdachtsdiagnose gesichert werden kann. Dazu wird ein Röntgenbild des Fußes angefertigt. Der Fuß wird einmal von der Seite und dann von oben geröntgt. Während bei Morbus Köhler I eine Verschmälerung sowie Verdichtung des Kahnbeins sichtbar ist, erkennt der Arzt bei Morbus Köhler II eine Abflachung und auch Verkürzung des Mittelfußknochens.

Befindet sich Morbus Köhler II bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, kann der Mediziner etwaige Veränderungen des sogenannten Zehengrundgelenks erkennen. Jene Veränderung sorgt in weiterer Folge auch für die starken Schmerzen beim Gehen beziehungsweise Abrollen. Wichtig ist, dass - wenn bereits erste Veränderungen des Zehengrundgelenks erkennbar sind - hier Therapien durchgeführt werden, damit eine weitere Schädigung verhindert werden kann.

Nur so bleiben dem Patienten etwaige Dauerschäden erspart. Der Krankheitsverlauf hängt vor allem davon ab, ob und wie schnell eine sogenannte Revaskularisation des Knochens stattfindet. Aus diesem Grund ist es von Vorteil, wenn die Diagnose im früheren Stadium gestellt wird. Operationen sind im Regelfall erforderlich; dies auch, weil Morbus Köhler II im Regelfall relativ spät diagnostiziert wird.

In vielen Fällen können die Schäden nicht derart behoben werden, dass der Ursprungszustand erzielt wird, sodass der Patient sein restliches Leben leichte Beschwerden verspürt. In Ausnahmefällen muss die Fußsohle versteift werden, was mitunter Einschränkungen in der Mobilität bedeuten.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt der Morbus Köhler II in erster Linie zu starken Schmerzen und zu anderen unangenehmen Beschwerden an den Füßen. Die Schmerzen können dabei brennend oder stechend sein und vor allem in der Nacht zu Schlafstörungen führen. Nicht selten führen Schlafbeschwerden zu einer Gereiztheit des Patienten und können die Belastbarkeit deutlich verringern.

Die Betroffenen fühlen sich durch die Krankheit müde und abgeschlagen und nehmen in der Regel nicht aktiv am Leben teil. Vor allem bei der Belastung der Füße treten die Schmerzen auf, sodass es zu deutlichen Einschränkungen und Beschwerden bei der Bewegung kommt. Kinder können Sportarten nicht mehr ausüben und es kommt durch den Morbus Köhler II zu einer Störung der Entwicklung. Nicht selten kommt es am Fuß auch zu einer starken Schwellung, die den Alltag des Patienten deutlich erschwert.

Bei der Behandlung von Morbus Köhler II kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Die Beschwerden können entweder durch einen operativen Eingriff oder durch verschiedene Therapien relativ gut eingeschränkt und verringert werden. In der Regel darf der Betroffenen seinen Fuß allerdings nicht mehr besonders stark belasten. Die Lebenserwartung wird durch diese Krankheit allerdings nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Bei Morbus Köhler II stehen dem Mediziner zwei Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: konservativ und operativ. Entscheidet sich der Mediziner für eine konservative Therapie, wird vorwiegend auf die Durchblutungsförderung und auch Entlastung des Fußes geachtet.

Wird Morbus Köhler II im Frühstadium erkannt beziehungsweise liegt nur eine geringe Symptomatik vor und sind die Beschwerden derart gering, dass keine tatsächlichen Einschränkungen gegeben sind, kann ein Sportverbot und eine Ruhigstellung des Fußes (etwa durch entlastende Verbände) positiv sein. Mitunter kann der Mediziner auch einen Unterschenkelgipsverband anlegen, der nach sechs Wochen entfernt wird.

Weitere Möglichkeiten, die im Rahmen der konservativen Therapie zur Verfügung stehen, sind Einlagenversorgungen oder auch physiotherapeutische Maßnahmen. Auch durchblutungsfördernde Methoden, etwa durch das Auftragen bestimmter Salben, können für eine Linderung der Beschwerden und auch für eine direkte Behandlung von Morbus Köhler II sorgen.

Bleibt jedoch der Erfolg im Rahmen der konservativen Therapie aus oder wurde Morbus Köhler II erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, muss der Mediziner eine operative Behandlung in Betracht ziehen. Noch vor einigen Jahren wurden Bohrungen durchgeführt; heute weiß die Medizin, dass jene Operationstechnik keine überzeugenden Ergebnisse mit sich brachte.

Liegt ein geringer Gelenkverschleiß vor, wird vorwiegend eine Gelenktoilette gesetzt. Besteht eine degenerative Veränderung an der oberen Hälfte des Metatarsalköpfchens, erfolgt eine dorsale Keilosteotomie mit Fixation. Jene Methode hat sich behauptet und wird vorzugsweise angewandt, wenn der Mediziner der Ansicht ist, dass nur noch eine Operation tatsächlich die Lebensqualität des Patienten steigern kann.

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Vorbeugung

Auf Grund der Tatsache, dass bislang keine Ursachen bekannt sind, können keine vorbeugenden Maßnahmen gesetzt werden, damit Morbus Köhler II verhindert werden kann. Ratsam ist, dass, wenn bereits erste Anzeichen darauf schließen lassen, dass es sich mitunter um Morbus Köhler II handeln könnte, sofort ein Arzt kontaktiert wird. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto höher stehen die Chancen auf einen positiven Krankheitsverlauf und eine gute Prognose.

Bücher über Schmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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