Morbus Köhler I

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. August 2017
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Unter Morbus Köhler I wird eine recht seltene, aseptische Nekrose des Kahnbeins bezeichnet. Morbus Köhler I tritt vorwiegend bei Knaben auf, die zwischen drei und acht Jahre alt sind. Jedoch stellen viele Mediziner erst im späteren Lebensalter die Diagnose; in vielen Fällen hat sich sodann bereits eine Arthrose in der Fußwurzel gebildet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Köhler I?

Vorweg gibt es Morbus Köhler I sowie Morbus Köhler II; während Morbus Köhler I eine Nekrose des Kahnbeins, einem Fußwurzelknochen, darstellt, stirbt im Rahmen des Morbus Köhler II der Mittelfußknochen (zweiter, dritter oder auch vierten Strahl) ab.

Charakteristisch für Morbus Köhler I ist das spontane Absterben beziehungsweise die spontane Bildung der Nekrose. Das bedeutet, dass im Vorfeld weder eine Infektion, noch eine andere Einwirkung von außen verantwortlich ist, dass die Nekrose entsteht.

Ursachen

Aus welchen Gründen Morbus Köhler I entsteht, ist bislang nicht geklärt. Viele Experten diskutieren aber schon seit Jahren etwaige Entstehungsmodelle beziehungsweise sind der Meinung, begünstigende Faktoren gefunden zu haben, welche Morbus Köhler I verursachen könnten. Auffällig ist, dass Morbus Köhler I immer dann entsteht, wenn der Betroffene einen sogenannten Wachstumsschub aufweist.

Aus diesem Grund liegt die Vermutung der Mediziner nahe, dass mitunter die Verknöcherung des Skeletts Probleme aufweist und mit dem Wachstum nicht mitkommen kann. Aus diesem Grund entsteht in der betroffenen Region eine Knocheninstabilität.

Eine weitere Theorie stützt sich auf ähnliche Krankheiten, die mitunter durch eine Durchblutungsstörung gekennzeichnet sind. Jedoch spricht gegen jene Vermutung die Tatsache, dass Minderdurchblutungen erst im fortgeschrittenen Alter beziehungsweise Erwachsenenalter auftreten, sodass im Rahmen von Morbus Köhler I jener Faktor nicht gegeben ist.

Des Weiteren vertreten Ärzte die Ansicht, dass auch eine Überlastung des Knochens den ausschlaggebenden Grund für Morbus Köhler I darstellen kann. Aus welchem Grund aber ausschließlich Kinder und vorzugsweise Knaben erkranken, konnte - im Rahmen jener Theorie - nicht beantwortet werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein erstes Anzeichen ist Schmerz. Der Betroffene klagt im Rahmen der Belastung (etwa beim Gehen oder Laufen) über plötzlich auftretende Schmerzen. Äußere Verletzungen oder Veränderungen des Fußes können aber nicht erkannt werden.

Des Weiteren klagen Patienten über Schmerzen, wenn auf das Kahnbein ein Druck ausgeübt wird. Wird der Fuß nicht geschont, kann in der Region des Kahnbeins eine Schwellung auftreten, die ebenfalls darauf schließen lässt, dass es sich mitunter um Morbus Köhler I handeln könnte.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Liegt der Verdacht vor, dass es sich um Morbus Köhler I handelt, muss - neben der sogenannten Verdachtsdiagnose - eine Diagnosesicherung erfolgen. Die Sicherung der Diagnose erfolgt mittels Röntgenaufnahme. Dabei wird der betroffene Fuß von der Seite und von oben durchleuchtet. Liegt tatsächlich Morbus Köhler I vor, kann der Mediziner eine Verschmälerung und gleichzeitig eine Verdichtung des Kahnbeins erkennen.

Mitunter kann es auch bereits verschoben sein, was einen weiteren Hinweis darauf gibt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit Morbus Köhler I vorliegt. Andere Untersuchungen sind nicht notwendig. Der Mediziner muss im Rahmen der Diagnosesicherung jedoch darauf achten, dass er definitiv Morbus Köhler II ausschließen kann.

Morbus Köhler I weist eine relativ gute Prognose auf. Der Heilungsprozess ist zwar langwierig und dauert mehrere Jahre, ist jedoch vielversprechend. Vorwiegend entscheidet sich der Mediziner für eine konservative Therapie; Operationen sind nur in den seltensten Fällen notwendig. Schäden, die auf Grund von Morbus Köhler I entstanden sind, heilen im Regelfall - ohne Spätfolgen - ab.

Komplikationen

Durch den Morbus Köhler I kommt es beim Patienten in erster Linie zu sehr starken Schmerzen. Diese Schmerzen treten dabei vor allem bei Belastungen auf und können damit den Alltag des Betroffenen erheblich eingeschränkten. In der Regel leiden die Patienten vor allem beim Gehen oder beim Laufen an Schmerzen, wobei diese nicht selten auch in Form von Ruheschmerzen auftreten können.

Dabei können Ruheschmerzen in der Nacht zu Schlafbeschwerden und eventuell zu Depressionen führen. Ebenso können keine Verletzungen oder andere Besonderheiten von Außen entdeckt werden. Nicht selten führt der Morbus Köhler I auch zu starken Schwellungen an den Betroffenen Regionen. Diese können dann auftreten, wenn die Beine auch bei Schmerzen weiterhin noch belastet werden.

In der Regel wird die Lebensqualität des Betroffenen durch diese Krankheit deutlich eingeschränkt. Auch der Alltag des Patienten ist Einschränkungen unterbunden, sodass körperlich anstrengende Tätigkeiten oder Sportarten nicht mehr durchgeführt werden können. Vor allem bei Kindern kann der Morbus Köhler I daher zu Einschränkungen in der Entwicklung führen.

Die Behandlung der Krankheit führt nicht zu weiteren Komplikationen. Vor allem Maßnahmen der Physiotherapie sind dabei notwendig, um die Beschwerden zu lindern. Ein vollständig positiver Krankheitsverlauf kann allerdings nicht in jedem Fall garantiert werden.

Behandlung & Therapie

Diagnostiziert der Mediziner Morbus Köhler I, stehen ihm verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Vorwiegend entscheidet sich der Mediziner für eine konservative Behandlung. Das Bein sollte daher oft geschont werden; Einlagen können für eine Entlastung sorgen. Mitunter kann das Bein auch - mittels Gipsversand - ruhiggestellt werden. Wichtig sind vor allem physiotherapeutische Behandlungen.

Dies deshalb, da somit etwaige Verspannungen, Muskelverhärtungen oder sonstige Versteifungen verhindert werden können. Massagen oder gezielte Therapien, die sich mit der Entspannung und Bewegung des Fußes befassen, helfen dabei, dass der Krankheitsverlauf positiv gestaltet werden kann und am Ende des Heilungsprozesses keine Spätfolgen zu erwarten sind.

Mit der hyperbaren Sauerstofftherapie kann der Mediziner den Umgebungsdruck für den Patienten - unter Verwendung der Überdruckkammer - regulieren und 100 Prozent Sauerstoff zuführen. Aufzeichnungen haben ergeben, dass vor allem Patienten, bei denen Morbus Köhler I noch im Anfangsstadium diagnostiziert wurde, von der Behandlung profitieren konnten.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wird auch gerne im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung angewandt und zählt zu den konservativen Behandlungsmethoden. Operationen sind selten notwendig, jedoch erforderlich, wenn konservative Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg mit sich bringen oder Morbus Köhler I erst im späteren Stadium diagnostiziert werden konnte.

Dabei versucht der Mediziner das Gelenk zu versteifen; jene Variante wird dann spruchreif, wenn bereits eine fortgeschrittene Arthrose entstanden ist, die dem Patienten enorme Schmerzen bereitet. Es gibt aber auch operative Maßnahmen, die zu Beginn von Morbus Köhler I gesetzt werden können.

Dabei entscheidet sich der Mediziner für die Anwendung der sogenannten Pridie-Bohrung. Das bedeutet, dass der Arzt den betroffenen Knochen anbohrt und somit eine Revaskularisation einleitet. Diese Methode wird selten und wenn, dann nur im frühen Stadium von Morbus Köhler I, durchgeführt.

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Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen sind, da bislang keine Ursachen gefunden wurden, warum Morbus Köhler I entsteht, nicht bekannt.

Bücher über Schmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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