Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Morbus Dupuytren oder Dupuytren-Kontraktur bezeichnet eine Erkrankung, bei der es zu Veränderungen im Bindegewebe der Hände kommt. Die Finger krümmen sich im Verlauf immer stärker in Richtung Handfläche. In der Konsequenz können die Betroffenen ihre Hände nicht mehr richtig benutzen und erleben eine deutliche Einschränkung in ihrem Alltagsleben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Dupuytren?

Unter Morbus Dupuytren verstehen Mediziner eine krankhafte Veränderung der Bindegewebeplatte in der Hand. Grundsätzlich weist das gesunde Bindegewebe an dieser Stelle eine eher faserige Struktur auf. Durch die Erkrankung wird diese jedoch verhärtet, und es bilden sich Stränge und Knötchen, welche zum einen die Fingersehnen verhärten und zum anderen die Gewebeplatte der Hand verkleinern.

Als Folge krümmen sich einzelne oder auch mehrere Finger zur Handfläche hin und können schließlich nicht mehr gestreckt werden. Schmerzen treten bei Morbus Dupuytren meist nicht auf; allerdings sind die Hände der Betroffenen besonders im späteren Krankheitsverlauf deutlich motorisch eingeschränkt.

Oftmals sind beide Hände gleichermaßen von der Krankheit betroffen. Morbus Dupuytren tritt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, wobei Männer häufiger erkranken als Frauen. Statistiken zufolge leiden ca. 1,3 bis 1,9 Millionen in Deutschland unter Morbus Dupuytren.

Ursachen

Die Ursachen für Morbus Dupuytren sind erst seit Kurzem bekannt. Die Tatsache, dass die Erkrankung in manchen Familien vermehrt auftritt, deutete bereits seit Längerem darauf hin, dass eine genetische Veranlagung ausschlaggebend für die Gewebeveränderung sein könnte.

Neuere Forschungen haben ergeben, dass die Erkrankung durch eine Genveränderung entsteht. Betroffen sind vor allem die Regionen der Gene, welche für die Signalübertragung der Zellen verantwortlich sind. Bei einer Störung bestimmter Signalwege werden die Bindegewebszellen in einen anderen Zelltyp umgewandelt, der unter anderem für die Wundheilung zuständig ist und Kollagen bildet.

Dies lagert sich an den Beugesehnen der Finger ab und sorgt so für die dauerhafte Verhärtung. Morbus Dupuytren tritt zunächst schleichend und in Schüben auf, was ein frühes Erkennen der Erkrankung erschwert. Dauerhaft kommt es aber zu deutlichen Bewegungseinschränkungen der Finger. Mediziner teilen den Verlauf der Krankheit in verschiedene Stadien ein. Die Fingerstreckung kann bei Fortschreiten der Erkrankung zwischen 0 und 135 Grad beeinträchtigt werden.

Typische Symptome & Beschwerden

  • Knoten und Dellen im Bindegewebe der Hand, meist gutartige Natur
  • Vernarbungen und Stränge an den Fingersehnen
  • Unbeweglichkeit der Finger

Diagnose & Verlauf

Bei Verdacht auf Morbus Dupuytren sollte zunächst der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser untersucht die Hand zunächst optisch und tastet die Beschwerden ab. Weiterhin wird der Arzt andere Erkankungen ausschließen, so zum Beispiel Gelenkverschleiß. Auch eine Röntgenuntersuchung kann zur Diagnose heran gezogen werden.

Der Verlauf der Erkrankung gestaltet sich zumeist schleichend. Zu Beginn sind kaum bedeutsame Beschwerden zu bemerken. Mit der Zeit lässt die Beweglichkeit der Finger jedoch stark nach. Zudem sind häufig beide Hände betroffen. Unbehandelt können die Finger bzw. die Hand nicht mehr gestreckt werden und verharren in einer ständigen gekrümmten Lage.

Komplikationen

Durch den Morbus Dupuytren kommt es beim Patienten zu verschiedenen Beschwerden und Einschränkungen an den Händen. In den meisten Fällen tritt dabei eine Verkrümmung der Finger auf, sodass die Betroffenen in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind. Gewöhnliche Tätigkeiten können dann nicht mehr ohne Weiteres ausgeführt werden. Mitunter sind die Patienten auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

Die Lebensqualität wird durch den Morbus Dupuytren deutlich eingeschränkt. Auch psychische Beschwerden und Depressionen können aufgrund der Einschränkungen auftreten. Die Finger sind dabei in der Regel unbeweglich und können auch von Narben betroffen sein. Eine Selbstheilung tritt bei dieser Krankheit nicht ein, sodass hierbei auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden muss.

In den meisten Fällen wird beim Morbus Dupuytren ein operativer Eingriff erforderlich, der die Beschwerden lösen soll. Dabei treten keine Komplikationen auf. Die Beweglichkeit der Finger kann in vielen Fällen allerdings nur temporär wiederhergestellt werden, sodass erneute Eingriffe notwendig sind. Auch eine Strahlentherapie kann die Beschwerden behandeln und zu einem positiven Krankheitsverlauf führen. Die Lebenserwartung wird durch den Morbus Dupuytren in der Regel nicht beeinflusst oder verringert.

Behandlung & Therapie

Kommt es im Rahmen einer Morbus Dupuytren-Erkrankung zu einer Bewegungseinschränkung der Finger um mehr als 30 Grad, wird allgemein ein operativer Eingriff vorgenommen. Dieser kann die Beweglichkeit der Finger vorübergehend wieder herstellen. Es kommen unterschiedliche Operationsmethoden zum Einsatz. So können beispielsweise die verhärteten Sehnenstränge durchtrennt oder auch die gesamte Bindegewebsplatte der Hand entfernt werden.

Erfahrungen zeigen, dass der Erfolg der Operation länger anhält, wenn mehr Gewebe entfernt wird. Oftmals kann die Beweglichkeit der Finger jedoch nicht dauerhaft erhalten werden. Rückfälle kommen verhältnismäßig häufig vor, sodass unter Umständen erneute Eingriffe notwendig werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Krankheit in der Familie bereits mehrfach aufgetreten ist. Neben der chirurgischen Therapie können bei Morbus Dupuytren auch andere Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen.

Der behandelnde Arzt kann ein Enzym in die betroffene Region spritzen, welches das Kollagen und somit die Verhärtungen auflöst. Wird die Krankheit in einem frühen Stadium erkannt, können auch Röntgenstrahlen (Strahlentherapie) zum Einsatz kommen. Diese verhindern die Vermehrung der Knötchen bildenden Zellen. Allerdings kann diese Behandlungsmethode bei Morbus Dupuytren nur dann eingesetzt werden, wenn die Krankheit sich im Anfangsstadium befindet. Zum späteren Zeitpunkt bleiben Röntgenstrahlen unwirksam.

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Vorbeugung

Da es sich bei Morbus Dupuytren um eine genetisch bedingte Erkrankung handelt, ist ein Vorbeugen im eigentlichen Sinne nicht möglich. Wer bei sich Anzeichen beobachtet, die auf eine Morbus Dupuytren-Erkrankung hindeuten könnten, sollte allerdings möglichst schnell einen Arzt aufsuchen und die Ursache für die Beschwerden abklären lassen. Handelt es sich tatsächlich um Morbus Dupuytren, sind die Chancen für eine erfolgreiche Therapie deutlich größer, wenn diese frühzeitig begonnen wird. Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar; die Symptome können aber deutlich gelindert und der Verlauf verlangsamt werden.

Bücher über Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur)

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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