Moltebeere

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Moltebeere ist auch unter dem Namen Torfbeere bekannt. Was ist das Besondere an der Beere, die nicht nur eine Zweieuromünze ziert, sondern auch kulinarisch ihren Einsatz findet?

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Moltebeere

Die Moltebeere zählt zu der Pflanzenart aus der Untergattung der Familie der Rosengewächse. In Mitteleuropa ist ihr Vorkommen sehr selten. Dennoch wächst sie in Österreich und der Schweiz. In Norddeutschland erweist sie sich eines sehr seltenen Vorkommens und ist aus diesem Grund streng geschützt. Die Pflanze ist mehrjährig und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 25 Zentimetern.

Aus der Wurzel bildet sich ein unverzweigter, nicht verholzender und dornloser Stängel. Die Laubblätter, die bis zu 20 Zentimeter breit werden, reihen sich wechselständig an und sind fünf- bis siebenlappig. Das Laub der Pflanze verfärbt sich bis in den Herbst in ein starkes rot. Die Blüten der Torfbeere sind weiß und blühen zwischen Mai und Juli. Umgeben sind die Blüten von Kron- und Kelchblättern. Die Blüten sind sehr kurzlebig und daher auch bei Regen sehr empfindlich.

Nach der Blütezeit entwickeln sich die Früchte und reifen bis in den Juli zu einer Sammelsteinfrucht, die bis zu 25 Steinfrüchte haben kann. Zunächst sind die Früchte grün und verfärben sich von Blassrot in ein gelborange. Die Moltebeere ist reif, wenn sie die äußeren Blütenhüllblätter von der Frucht wegrollen. Die Beeren sind sehr weich und lassen sich schwer pflücken. Aufgrund dessen werden meist die unreifen Früchte geerntet, die anschließend in der Sonne nachreifen.

Wirkung & Anwendung

Die Moltebeere findet ihre Verwendung als Lebensmittel und als Heilmittel. Sie ist reich an Vitaminen und Spurenelementen und zählt zu den wertvollsten Nahrungsmitteln. Im rohen Zustand hat die Moltebeere einen bitter bis säuerlichen Geschmack. Als Marmelade oder Gelee hergestellt, schmeckt sie besonders gut. Sie wird aber auch zum Aromatisieren von süßen Speisen verwendet. In den Ländern der nördlichen Breiten wird sie in gefrorenem Zustand mit viel Zucker verzehrt. Aus ihr wird Likör hergestellt und in Kanada wird eine Bierspezialität mit der Moltebeere aromatisiert.

Die überreifen Beeren, die cremefarben sind, haben einen joghurtähnlichen Geschmack. Die Moltebeere enthält einen hohen Anteil an Vitamin C. Außerdem sind Zucker, Zitronensäure und Benzoesäure enthalten. Letztere ist ein natürlicher Konservierungsstoff, der den Früchten besonders gute Haltbarkeit beschert. Die Seeleute und die Völker des Nordens haben die Torfbeere schon gegessen, um Skorbut (Vitaminmangelkrankheit) vorzubeugen.

In der Volksmedizin werden nicht nur die Früchte, sondern auch die gesamte Pflanze als Heilmittel verwendet. Gegen Husten und bei Tuberkulose wird die Moltebeere eingesetzt. Sie enthält das Steroid Diosgenin, eine Vorstufe des weiblichen Hormons Progesteron, das bei Gicht und Rheuma angewendet wird. Auch bei Harnblasenerkrankungen und Herzkrankheiten wird die Moltebeere verabreicht. Die Blätter der Pflanze enthalten Gerbsäure, die vor allem bei Diarrhöe (Durchfall) heilend wirkt. Sie hilft dem Körper, die überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu leiten.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Wird die Moltebeere regelmäßig zu sich genommen, stellt sie eine gestörte Durchblutung wieder her und reguliert die Blutgerinnung. Die Beeren werden in Form einer Kompresse bei Verbrennungen auf die betroffene Hautstelle gelegt und verschaffen Hilfe bei der Heilung. Aus den Wurzeln und Blättern der Moltebeere werden Tees und Tinkturen hergestellt.

Die gesammelten Pflanzenteile werden hierbei mit heißem Wasser übergossen. Den Überguss lässt man etwa 15 Minuten kochen und danach noch etwa 40 Minuten ziehen lassen. Vor allem bei Erkältungen schafft der Tee Linderung. Die Brühe kann auch mit etwas Wasser verdünnt werden. Das Trinken ist bei Husten äußerst wirksam. Weiteres hat der Sud eine harntreibende Wirkung und wird von Menschen mit Erkrankungen der Nieren und Harnwege getrunken.

In der Naturkosmetik findet die Moltebeere ebenfalls Anwendung. Die Samen der Beere werden konserviert und die darin enthaltenen Öle machen die Haut besonders weich und geschmeidig. Bei Leiden unter Pigmentflecken und Falten ist der Einsatz besonders effektiv. Die Moltebeere ist Bestandteil vieler Cremes, die es in den Drogeriemärkten zu kaufen gibt.

Die Seeleute und die Völker des Nordens haben die Torfbeere schon gegessen, um Skorbut (Vitaminmangelkrankheit) vorzubeugen.

Leiden Menschen unter trockenem und sprödem Haar, so kann aus den Blättern ein Aufguss zubereitet werden, dem ein Teelöffel Öl der Moltebeere, sowie ein Hühnerei beigefügt wird. Die Mischung wird in den gesamten Haaren verteilt. Die Maske bleibt 30 Minuten auf dem Kopf, bevor sie abgespült wird. Sie dient zur Behandlung und Regeneration der Haare.

Die Moltebeere wird in pürierter Form oder als Saft schon den Kindern verabreicht, um so den Vitamin C Haushalt aufzustocken. Besonders im Winter hilft die Einnahme dem Körper, Viren und Infektionen aktiv abzuwehren. Das regelmäßige Essen der Moltebeere erhöht die Vitalität des Organismus.

Die Moltebeere findet in vielen Bereichen des täglichen Lebens ihre Verwendung. Durch den geringen Ertrag zählt sie zu den teuersten Beeren der Welt. Ein Kilo kostet bis zu sieben Euro. Die Pflanze erweist sich einer hohen Beliebtheit und ist das Wahrzeichen Lapplands. Auch die finnische Zweieuromünze ziert eine Abbildung der Moltebeere.

Die Moltebeere selbst zu züchten ist beinahe erfolglos. Zu kaufen gibt es die teure Beere in gut sortierten Großmärkten. In Nahrungsergänzungsmittel ist die Moltebeere ein häufiger Bestandteil. Die Einnahme sollte nur laut Beipackzettel erfolgen und gegebenenfalls mit einem Apotheker oder Arzt abgesprochen werden.

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