Moclobemid

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Moclobemid ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer). Eingesetzt wird es bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen (Phasen der Major Depression). Auch bei Angststörungen und Psychosen kommt Moclobemid zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Moclobemid?

Moclobemid ist ein so genannter Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer. Er gehört zu den Antidepressiva und wird vorrangig bei depressiven Erkrankungen, Angststörungen sowie Psychosen verordnet.

Es handelt sich um ein aktivierendes, stimmungsaufhellendes und belebendes Antidepressivum, welches in Form von Filmtabletten erhältlich ist. Diese müssen zwei- bis dreimal pro Tag nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Eine Depression äußert sich in der Regel durch eine negative Stimmung und fehlenden Antrieb. Es wird angenommen, dass ein Mangel an Monoaminen (z. B. Serotonin, Noradrenalin) im synaptischen Spalt aufgrund einer verminderten Produktion der Neurotransmitter entsteht. Zudem kann eine veränderte Expressivität an deren Rezeptoren oder die Bindung daran zu einer Mangelerscheinung führen.

Ziel einer Therapie mit Antidepressiva ist es, die Menge an Monoaminen heraufzusetzen. Eine Erhöhung der Konzentration ist nur durch die Hemmung der Monoaminoxidase A (Enzym der äußeren Mitochondrienmembran an den Nervenenden des synaptischen Nervensystems) möglich. Diese hat die Aufgabe, Monoamine abzubauen.

Durch Moclobemid wird die Monoaminoxidase gehemmt. Da der Wirkstoff nur die Monoaminoxidase A, aber nicht die Monoaminoxidase B hemmt, treten weniger Nebenwirkungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten auf.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Anwendung findet Moclobemid bei schweren Depressionen (so genannte Major Depressionen), bei Angststörungen und Psychosen. Da es antriebssteigernd wirkt, kommt es auch bei sogenannten „gehemmten“ Depressionen zum Einsatz. Sie kennzeichnen sich durch einen besonders stark gehemmten Antrieb, durch Lustlosigkeit sowie durch eine quälende innere Unruhe aus. Anwendung findet es außerdem, wenn andere Antidepressiva nicht oder nicht ausreichend wirken.

Bereits nach einer Behandlungsdauer von einer Woche können erste Verbesserungen spürbar sein, allerdings sollte in der ersten Woche der Therapie keine Erhöhung der Dosis erfolgen. Die Behandlung dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen, nur so lässt sich die Wirkung von Moclobemid beurteilen.

Eine Einnahme sollte danach auch in symptomfreier Zeit für 4 bis 6 Monate erfolgen. Im Anschluss wird die Behandlung durch die schrittweise Senkung der Dosis beendet.

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Risiken & Nebenwirkungen

Auch wenn Moclobemid – verglichen mit anderen Antidepressiva – weniger Neben- und Wechselwirkungen aufweist, sind diese nicht auszuschließen. Zu den typischen Nebenwirkungen von Moclobemid gehören unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, Schwindel (aufgrund von zu niedrigem Blutdruck), Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Nervosität, Missempfinden (z. B. Kribbeln), Ausschlag, Hautreaktionen (z. B. Rötungen der Haut, Juckreiz), Ödeme, Verwirrtheit, Sehstörungen, Geschmacksstörungen, verringerter Appetit, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Wahnvorstellungen oder auch Galaktorrhö (Sekretion aus der Brust).

Die Nebenwirkungen müssen nicht bei jedem auftreten. Für gewöhnlich können sie in den ersten Wochen der Behandlung beobachtet werden und bilden sich im weiteren Therapieverlauf zurück. Nach Ende der Behandlung kann es als Nebenwirkung außerdem zu Absetzungsymptomen kommen, weshalb immer eine schrittweise Absetzung der Medikation erfolgt.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Medikamenten kann es auch zu Wechselwirkungen kommen. Sowohl die Wirkung als auch Nebenwirkungen können sich dadurch verändern. Die Faktoren für das Entstehen von Wechselwirkungen sind dabei sehr unterschiedlich.

Wechselwirkungen können bei Moclobemid auch bei der Einnahme von tyraminhaltigen Lebensmitteln (z. B. Käse, weiße Bohnen, Rotwein) auftreten. Allerdings sind diese so gering ausgeprägt, dass keine spezielle Diät notwendig ist. Nur ein übermäßiger Verzehr entsprechender Lebensmittel sollte vermieden werden.

Werden gleichzeitig opiode Schmerzmittel (z. B. Tramadol, Pethidin) eingenommen, kommt es zu einer Verstärkung ihrer Wirkung durch Moclobemid, weshalb die Medikamente nicht gleichzeitig angewendet werden dürfen. Auch eine gleichzeitige Einnahme von anderen Antidepressiva ist nicht erlaubt, da es hier zum lebensbedrohlichen Serotonin-Syndrom kommen kann.

Mittel gegen Migräne (z. B. Triptane) und der angstlösende Wirkstoff Buspiron können bei gleichzeitiger Einnahme zu einem gefährlichen Anstieg des Blutdrucks führen und dürfen ebenfalls nicht gemeinsam mit Moclobemid eingenommen werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alpha-Sympathomimetika wird die Wirkung von Moclobemid verstärkt, ebenso bei der Anwendung des magensäurehemmenden Wirkstoffs Cimetidin. Bei letzterem ist eine Reduzierung der Moclobemid-Dosis ausreichend, bei der Einnahme von Alpha-Sympathomimetika (z. B. Ephedrin) muss eine regelmäßige ärztliche Überwachung erfolgen.

Unter bestimmten Umständen darf Moclobemid nicht angewendet werden. Dies ist nicht nur bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente der Fall, sondern auch bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei akuten Zuständen der Verwirrtheit, bei einer Überfunktion der Schilddrüse sowie bei einem Tumor der Nebennierenrinde. Kinder unter 18 Jahren dürfen ebenfalls nicht mit Moclobemid behandelt werden.

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