Mizolastin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Mizolastin

Bei Mizolastin handelt es sich um einen Wirkstoff, der zu den sogenannten H1-Antihistaminika gezählt wird. Der Arzneistoff kommt im überwiegenden Teil der Fälle zur Therapie von Heuschnupfen, Urtikaria sowie einer allergischen Entzündung der Bindehaut zum Einsatz. Dabei steht die Behandlung der jeweiligen Symptome, nicht deren Ursachen, im Vordergrund.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Heuschnupfen

Der Wirkstoff Mizolastin zeichnet sich in erster Linie durch seine antiallergischen Effekte aus. Zudem gehört er zur pharmazeutischen Kategorie der Antihistaminika der zweiten Generation. Das Medikament wird in der Regel auf oralem Weg in der Form von Tabletten verabreicht. Die häufigsten Indikationen für eine Verschreibung des Medikaments sind Heuschnupfen, Nesselfieber und allergischer Schnupfen.

Im Rahmen der Behandlung mit dem Arzneistoff Mizolastin treten unter Umständen Nebeneffekte wie Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme auf. Das Medikament Mizolastin wird durch CYP3A4 verstoffwechselt. Zudem wird vermutet, dass der Wirkstoff Mizolastin in einigen Fällen zur Verlängerung der QT-Zeit führt.

Der Wirkstoff Mizolastin wird teilweise auch mit dem synonymen Begriff Mizolastinum bezeichnet. Das Medikament ist zum Beispiel unter den Handelsnamen Mizollen® oder Telfast® erhältlich. Bei letzterem handelt es sich um ein Antihistaminikum, das zur zweiten Generation gerechnet wird. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Wirkstoff Mizolastin um ein Derivat von Benzimidazol und Piperidin. Zudem weist das Medikament eine strukturelle Verwandtschaft mit Astemizol auf.

Das Arzneimittel ist auf dem deutschen Markt in einer Dosierung von zehn Milligramm erhältlich. Dabei handelt es sich um Filmtabletten, die vom Arzt zu verschreiben sind. Da Erfahrungswerte und Untersuchungen fehlen, ist von einem Einsatz des Medikaments während der Schwangerschaft und Stillzeit abzusehen.

Aktuell wird das Arzneimittel Mizolastin relativ selten verschrieben. Gründe dafür sind womöglich der hohe Preis des Medikaments sowie das Fehlen entsprechender Generika, da derzeit noch der Patentschutz wirksam ist.

Pharmakologische Wirkung

Der Wirkmechanismus von Mizolastin ist charakteristisch für den Stoff. Grundsätzlich wird das Medikament nach vergleichsweise kurzer Zeit resorbiert. Auf diese Weise stellen sich nach einer bis eineinhalb Stunden die höchsten Konzentrationen im Blutplasma ein. Bedingt durch eine relativ lange Halbwertszeit bleibt die Wirkung des Medikaments über circa 24 Stunden bestehen. Der Wirkstoff Mizolastin zeichnet sich durch eine besonders hohe Affinität an die H1-Rezeptoren aus.

Prinzipiell ist das Medikament Mizolastin nicht in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überschreiten. Aus diesem Grund entfaltet das Arzneimittel lediglich an den sogenannten peripheren H1-Rezeptoren seine Wirkung. Daher verfügt es auch über so gut wie keine sedierenden Effekte und unterscheidet sich damit von anderen Arten von Antihistaminika. Jedoch ist eine vorübergehende Müdigkeit möglich.

Darüber hinaus wird vermutet, dass der Wirkstoff Mizolastin auch die Bildung von Leukotrienen beeinträchtigt. Daraus resultiert die antiinflammatorische Wirkung des Arzneimittels. In einzelnen Fällen zeigen sich zudem Verlängerungen des QT-Intervalls. Der tatsächliche Effekt von Mizolastin auf die QT-Zeit sowie sein Einfluss auf Arrhythmien sind jedoch nach dem aktuellen medizinischen Wissensstand noch weitgehend unklar. An der Verstoffwechselung des Medikaments Mizolastin wirken auch P450-Isoenzyme mit.

Aus diesem Grund ist auf eine zeitgleiche Einnahme von CYP3A4-Hemmern zu verzichten. Dazu gehören zum Beispiel die Substanzen Erythromycin und Ketoconazol. Grundsätzlich zeichnet sich das Medikament Mizolastin durch seine antiallergischen, antihistaminen und entzündungshemmenden Eigenschaften aus. Diese resultieren in erster Linie aus dem Antagonismus, den der Wirkstoff an den H1-Rezeptoren für Histamin bildet.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung und Vorbeugung

Das Medikament Mizolastin kommt zur Behandlung von diversen gesundheitlichen Beschwerden und Krankheiten zur Anwendung. In erster Linie dient das Arzneimittel der symptomatischen Therapie von Heuschnupfen, allergischer Bindehautentzündung und Rhinitis sowie Nesselfieber mit chronischem Verlauf.

Die Dosierung des Wirkstoffs erfolgt prinzipiell gemäß der beiliegenden Fachinformation. Da sich der Arzneistoff durch eine sehr lange Halbwertszeit auszeichnet, ist eine Einnahme des Medikaments einmal pro Tag möglich.




Risiken & Nebenwirkungen

Im Rahmen der Therapie mit dem Arzneimittel Mizolastin treten unter Umständen spezielle unerwünschte Nebeneffekte auf. Am häufigsten kommt es dabei zu Beschwerden wie Übelkeit, Schmerzen in der Bauchgegend und Durchfall. Auch sind Schwächeanfälle, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Müdigkeit möglich. Darüber hinaus zeigen sich bei einigen Patienten Schwindelanfälle sowie ein gesteigerter Appetit. Mitunter kommt es zu niedrigem Blutdruck und einem gesteigerten Puls. In seltenen Fällen leiden Patienten an schwerwiegenden allergischen Reaktionen gegenüber dem Medikament.

Neben den potenziellen Nebenwirkungen sind einige Kontraindikationen zu beachten, bevor das Medikament Mizolastin verschrieben und eingenommen wird. So ist von einer Einnahme bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff abzusehen. Auch wenn Azol-Antimykotika eingenommen werden, ist auf eine Gabe des Medikaments zu verzichten.

Zudem ist Mizolastin nicht für Patienten mit beeinträchtigter Funktion der Leber, bestimmten Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen geeignet. Auch Hypokaliämie, Bradykardie, ein verlängertes QT-Intervall sowie ein gestörter Elektrolythaushalt stellen Kontraindikationen dar.

Zudem ist darauf zu achten, dass während der Therapie mit Mizolastin keine Inhibitoren des Gens CYP3A4-verabreicht werden. Denn diese führen in der Regel eine Steigerung der Wirkstoffkonzentration herbei. Es liegt im Ermessen des Patienten, auftretende Nebenwirkungen dem Arzt mitzuteilen.

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