Minoxidil

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die menschliche Haarpracht von Männern und Frauen soll füllig und gesund erscheinen, um zu signalisieren: Ich bin gesund und schön! Leider sind Haare aber auch sehr anfällig für hormonelle Einflüsse des Körpers, die jedoch nicht krankhaft sind. Die Folge: Haare fallen bei Frauen im Scheitelbereich und bei Männern seitlich am Oberkopf (Geheimratsecken) aus. Eine Lösung für dieses Problem kann der Wirkstoff Minoxidil sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Minoxidil?

Doch was ist Minoxidil? Ursprünglich wurde Minoxidil als Reservemittel bei Bluthochdruck eingesetzt. Als "Nebeneffekt" hat sich herausgestellt, dass dieses Mittel auch gegen anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) hilft.

Man kann mit dem Präparat den Haarausfall in 70-80% der Fälle stoppen, muss allerdings für einen Effekt mindestens drei bis vier Monate Behandlungszeit investieren, weil die Haare einen Wachstumszyklus haben, der diesem Zeitraum entspricht.

Die Haare wachsen dann allerdings dicker und kräftiger nach. Bei etwa einem Drittel der Anwender stellt sich neues Haarwachstum ein. Frauen können auf eine Stabilisierung des Haarausfalls im Scheitelbereich hoffen. Es gibt in Deutschland zwei Zubereitungen: Minoxidil für Frauen mit 2% Wirkstoff und Minoxidil für Männer mit einer Wirkstoffkonzentration von 5%.

Pharmakologische Wirkung

Das Wirkprinzip von Minoxidil entspricht der Wirkung des Reservemittels gegen Bluthochdruck. Weil das Medikament im Körper die Kapillaren erweitert und die Durchblutung fördert, haben Forscher herausgefunden, dass dies auch eine günstige Wirkung auf die Haare haben kann.

Auf die Kopfhaut aufgetragen, weitet das Medikament die Gefäße und fördert die Durchblutung. Das lässt Haare dicker und kräftiger nachwachsen. Die versorgenden Gefäße der Haare werden so auf die Dauer besser ernährt, und Schritt für Schritt gekräftigt. Der verkürzte Zyklus des Haarwachstums verlängert sich und Haare bleiben länger in der Kopfhaut. Bereits verödete Haarfollikel werden teilweise neu aktiviert und produzieren wieder kräftiges Haar.

Bedingt durch die Wirkungsweise von Minoxidil muss natürlich ein anlagebedingter Haarausfall vorliegen, bei dem die Haare empfindlich auf körpereigenes Testosteron reagieren, der an der Haarwurzel zu Problemen führt. Beim sogenannten diffusen Haarausfall, der durch Nährstoffmängel wie Eisenmangel, Vitamindefizite oder Schilddrüsenproblemen auftritt, sollte immer die Ursache abgeklärt werden, da in diesem Fall der Haarausfall nur eines von vielen Symptomen ist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Als "Nebeneffekt" hat sich herausgestellt, dass Minoxidil auch gegen anlagebedingten Haarausfall hilft.

Die Anwendung von Minoxidil ist einfach: Männer tragen den Wirkstoff auf die obere Kopfhaut und im Bereich der sogenannten "Geheimratsecken" sowie der Tonsur auf. Frauen massieren das Medikament in den Scheitelbereich ein. Die erste Zeit während der Behandlung, bis das Haarwuchsmittel anschlägt, können vermehrt Haare ausfallen, weil sich die Haare praktisch erneuern.

Man kann die flüssige Lösung entweder einmal oder zweimal am Tag in die Kopfhaut einmassieren. Das bleibt dem Patienten überlassen, denn das Einmassieren der Lösung auf die Kopfhaut kann diese stark austrocknen. Der Grund dafür ist die eher schlechte Löslichkeit von Minoxidil, weshalb der Wirkstoff in Propylenglycol, Ethanol und Wasser aufgelöst werden muss.

Um das Medikament immer besser verträglich zu machen, forschen Chemiker daran, die Verträglichkeit zu verbessern und die möglichen Nebenwirkungen zu verringern. Ein Produkt dieser Forschung ist unter anderem der Minoxidil-Schaum, der besser in die Kopfhaut eindringen und wesentlich leichter verträglich sein soll.

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Risiken & Nebenwirkungen

Doch wo eine Wirkung ist, können natürlich auch Nebenwirkungen auftreten: Weder schwangere Frauen sollten Minoxidil anwenden, noch Menschen, die eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff aufweisen.

Bei einigen Patienten tritt nach Anwendung des Medikaments übermäßiger Haarwuchs am Körper auf, hier spricht man von einer Hypertrichose. Eine sorgfältige Abwägung von Risiken und Nebenwirkungen ist also auch hier wichtig. Minoxidil gleichzeitig mit anderen topischen Mitteln anzuwenden kann die Wirksamkeit beeinträchtigen und wird nicht empfohlen.

Die Einnahme von Neuroleptika sollte nicht zusammen mit Minoxidil erfolgen, weil dies zu einer Wirkungssteigerung des Haarwuchsmittels führen kann. Einmal angefangen und über einen Zeitraum von mehreren Monaten angewandt, sollte der Patient das Mittel jedoch weiter nehmen. Sonst fällt die zurückgewonnene Haarpracht wieder aus, was sehr schade wäre.

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