Minimal-invasive Chirurgie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Immer mehr operative Eingriffe werden mit minimal-invasiven Operationsverfahren durchgeführt. Diese sind schonender als konventionelle Operationen und verkürzen den Klinikaufenthalt für Patienten nach einer Operation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Minimal-invasive Chirurgie?

Der Begriff minimal-invasive Chirurgie (MIC) oder Schüsselloch-Chirurgie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Operationstechniken, bei denen über minimale Hauteinschnitte operiert wird. Über diese kleinen Hauteinschnitte werden Videokameras, Lichtquellen und Operationsinstrumente in den Körper geführt, um unter der Sicht einer Videokamera operieren zu können.

Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass durch diese kleinen Eingriffe Haut und Weichteile geschont werden, nach einer Operation wegen der nur winzigen Einschnitte kaum Wundschmerzen auftreten und Patienten sich schneller wieder von den Eingriffen erholen als bei offenen Operationen. Da nur winzige Narben entstehen, sinkt auch das Risiko von Verwachsungen. Deshalb werden immer mehr Operationen nach dem Schlüsselloch-Verfahren durchgeführt.


Funktion, Wirkung & Ziele

Durch die großen Fortschritte in der minimal-invasiven Chirurgie wird immer mehr minimal-invasiv operiert. Der technische Aufwand und die fachlichen Anforderungen an die Chirurgen sind allerdings bei diesen Operationen im Vergleich zu herkömmlichen sehr viel höher. Für die Handhabung der speziellen Operationsinstrumente sind besondere Fähigkeiten notwendig, u. a. gutes räumliches Vorstellungsvermögen und eine gute Koordinationsfähigkeit.

Die meisten Eingriffe werden mit Spezialoptiken und filigranen Instrumenten durchgeführt, die an verschiedenen Stellen in den Körper eingebracht werden, z. B. durch die Bauchdecke, Brustwand oder durch Gelenkkapseln. Bei laparoskopischen Operationen im Bauchraum wie einer Bauchspiegelung wird Kohlenstoffdioxid in den Bauchraum gepumpt, um ausreichend Raum für die Operation zu schaffen.

Die Vergrößerung des Operationsfeldes zusammen mit der gezielten Beleuchtung schafft optimale Voraussetzungen für die Darstellung und Sicht während der Operation. Bei Eingriffen wie Arthroskopien an Gelenken wird Wasser zur Erweiterung des Gelenks und zur Schonung des umliegenden Gewebes benutzt.

Aufgrund der technischen Fortschritte können Schlüssellochoperationen heute schon bei vielen Erkrankungen und orthopädischen Problemen durchgeführt werden:

Der Begriff minimal-invasive Chirurgie oder Schüsselloch-Chirurgie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Operationstechniken, bei denen über minimale Hauteinschnitte operiert wird.

In Zukunft werden sich immer mehr Operationen minimal-invasiv durchführen lassen. Die laparoskopische Gallenentfernung ist heute schon zum Standardverfahren geworden. Die ersten minimal-invasiven Eingriff dauerten noch bis zu 9 Stunden, heute dauern unkomplizierte Eingriffe nur noch maximal eine Stunde.

Die Vorteile der MIC liegen auf der Hand und wurden in den letzten Jahren ausgiebig wissenschaftlich erforscht:

  • minimale Hauteinschnitte
  • weniger Risiko von Verwachsungen und Narbenbrüchen
  • weniger Schmerzen als bei herkömmlichen OPs
  • schnellere Erholung nach Operationen
  • Krankenhausaufenthalte kürzer
  • ästhetische Vorteile durch minimale Narben

Für die Ärzte sind diese Eingriffe aber technisch nicht weniger kompliziert als konservative Operationen und mindestens mit dem gleichen Aufwand verbunden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die minimal-invasive Chirurgie ist ein noch relativer Zweig der Chirurgie, der sich in den letzten Jahrzehnten technisch sehr stark weiterentwickelt hat und dadurch auf viele Operationen ausgeweitet werden konnte. Minimal-invasive Operationen haben neben vielen Vorteilen aber auch Nachteile und sind nicht ohne Risiken.

Zum einen sind durch die Technik Grenzen gesetzt durch die zweidimensionale Orientierung auf den Bildschirm. Zum anderen kann der Chirurg bei diesen Eingriffen den Tastsinn nicht so nutzen.

Patienten können vor einem minimal-invasiven Eingriff nicht sicher sein, ob wegen Komplikationen oder anderen Notwendigkeiten doch eine offene Operation notwendig wird. Sie werden daher vor der Narkose über diese Risiken aufgeklärt, da während der OP keine Zustimmung mehr eingeholt werden kann.

Darüber hinaus ist für manche Eingriffe der MIC eine spezielle Lagerung der Patienten erforderlich, die besonders für herzkranke Menschen auch zusätzliche Risiken bedeuten. Bei manchen Operationen mit dem Schlüssellochverfahren ist das Risiko sogar höher als bei einer offenen Operation. Bei einer Leistenbruchoperation über eine Bauchspiegelung liegt das Risiko höher als bei einer herkömmlichen Operation, deshalb kehren Operateure in bestimmten Fällen zunehmend zur offenen Operation zurück.

Die MIC ist zwar für Patienten insgesamt schonender, dafür nehmen körperliche Beschwerden bei den Operateuren zu. Anders als bei herkömmlichen Operationen müssen die Ärzte mit den Händen und Armen auf sehr engem Raum arbeiten und ihre Bewegungen über Stunden an einem Monitor überwachen. Hinzu kommt, dass die Ergonomie der Operationstische diesen Operationsverfahren nicht angepasst ist. Bei Chirurgen, die gehäuft minimal-invasiv operieren, nehmen Berufskrankheiten zu. Viele leiden unter Schulter-/Armschmerzen, Karpaltunnel-Syndrom, Rücken-, Kopfschmerzen und Augenproblemen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die minimal-invasive Chirurgie in vielen Fällen ein Segen ist, besonders für Patienten, aber sorgfältig abgewogen werden sollte, wann ein solcher Eingriff sinnvoll ist, besonders im Hinblick auf mögliche Komplikationen. Da sich die technischen Möglichkeiten rasant weiterentwickeln, werden in Zukunft sicherlich noch weitere Eingriffe technisch möglich werden.

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