Mini-Mental-Status-Test

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Als Mini-Mental-Status-Test wird ein Testverfahren zur Erkennung von Demenz und der Alzheimer-Krankheit bezeichnet. Mit der Methode lassen sich kognitive Defizite feststellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Mini-Mental-Status-Test?

Beim Mini-Mental-Status-Test (MMST) handelt es sich um ein simples Testverfahren zur Erkennung von Demenz. Die Methode wurde im Jahr 1975 von dem Mediziner Folstein entwickelt und ist auch als Folstein-Test bekannt. Eine weitere Bezeichnung ist das englische Mini Mental State Examination (MMSE).

Der Mini-Mental-Status-Test gilt als geeignetes Verfahren, um kognitive Defizite im Rahmen im Rahmen von Demenz oder Morbus Alzheimer erstmalig zu beurteilen. Außerdem eignet sich die Methode zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs. Bei der Alzheimer- und Demenz-Diagnose zählt der Mini-Mental-Status-Test mittlerweile zu den gängigsten Methoden. Er besteht aus einem Fragebogen, durch dessen Einsatz wichtige Hirnleistungen wie Sprache, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung und Rechenfähigkeit überprüft werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Anwendung gelangt der Mini-Mental-Status-Test zur diagnostischen Abklärung von psychischen Leistungsstörungen. Ferner wird deren Verlauf kontrolliert. Eine Diagnose der unterschiedlichen Demenzformen ist mit ihm jedoch nicht möglich.

Die Durchführung des Mini-Mental-Status-Tests besteht darin, dass der Patient auf dem Fragebogen einige relevante Punkte beantwortet. Durch die gestellten Aufgaben kann der Arzt wichtige kognitive Funktionen kontrollieren. Dazu gehören die Erinnerungs- und Merkfähigkeit, Sprache sowie Sprachverständnis, räumliche und zeitliche Orientierung, Rechnen, Schreiben, Lesen und Zeichnen. Der Test nimmt in der Regel lediglich 10 Minuten in Anspruch. Der Mini-Mental-Status-Test setzt sich aus mehreren Fragen zusammen. So soll der Patient die aktuelle Zeit angeben. Auf Nachfrage muss er auch Angaben zu Datum, Wochentag, Monat, Jahr oder Jahreszeit machen. Für jede beantwortete Frage erhält er einen Punkt.

Weitere Fragen im Rahmen des Testverfahrens sind der aktuelle Aufenthaltsort, in welchem Bundesland, Landkreis oder welcher Stadt sich dieser befindet und wie der Name der Klinik lautet. Beim nächsten Teil des Mini-Mental-Status-Tests handelt es sich um das Merken und Nachsprechen von drei Begriffen. Dabei kann es sich um Tisch, Pfennig und Apfel handeln. Weiterhin muss der Patient von der Zahl 100 sieben abziehen. Das Gleiche gilt für das Resultat, was insgesamt fünf Mal erfolgt. Danach wiederholt er die Begriffe von Testaufgabe 3. Außerdem zeigt ihm der Arzt eine Armbanduhr sowie einen Stift, die er korrekt benennen muss. Ferner spricht er die Phrase „kein wenn und aber“ möglichst fehlerfrei nach.

Nächster Testbestandteil ist das Falten eines Stück Papiers. Dieses wird anschließend auf den Boden gelegt. Außerdem wird der Patient dazu aufgefordert, den Satz „Augen zu“ von einem Blatt abzulesen und die Augen zu schließen. Testpunkt 10 besteht darin, einen beliebigen Satz aufzuschreiben. In dem Satz sollen wenigstens ein Prädikat sowie ein Subjekt enthalten sein. Er muss spontan und ohne Vorgaben erdacht werden. Korrekte Grammatik und Rechtsschreibung sind dabei nicht wichtig.

Als letztes zeichnet der Patient zwei Fünfecke, bei denen es zu einer Überschneidung kommt. Dazu erhält er eine Vorlage. Damit das Testergebnis nicht verfälscht wird, müssen einige wichtige Kriterien eingehalten werden. Das bedeutet, dass eine störungsfreie Atmosphäre besteht und keine sensorischen Einschränkungen wie eine verminderte Hör- oder Sehleistung vorliegen. Außerdem können Aufmerksamkeit und Gehirnleistung durch Schmerzen oder eine reizlose Krankenhausumgebung in Mitleidenschaft gezogen werden. Der messbare IQ vermindert sich dabei um bis zu 20 Punkte.

Nach Ende des Tests rechnet der Arzt die vergebenen Punkte zusammen. Für jede Aufgabe, die erfolgreich gelöst wurde, erhält der Patient je einen Punkt. Die Skala des Mini-Mental-Status-Tests umfasst 0 bis 30 Punkte. Erreicht der Patient 30 Punkte, verfügt er über uneingeschränkte kognitive Funktionen. Erhält er dagegen keinen einzigen Punkt, liegen schwere Schädigungen vor. Bei einer Punktanzahl von 20 bis 26 wird von einer leichten Demenz ausgegangen. 10 bis 19 Punkte weisen auf eine mittelschwere Demenz hin. Werden nicht mehr als 9 Punkte erzielt, gilt dies als Hinweis auf eine schwere Demenz. Bis der Test ausgewertet wird, dauert es nur einige Minuten.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Grundsätzlich gilt der Mini-Mental-Status-Test als zuverlässiges Schnell-Screening-Verfahren, das sich rasch und einfach durchführen lässt. Risiken und Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten, da es sich lediglich um das Beantworten eines Fragebogens handelt.

Ein Nachteil der Methode ist jedoch ihre starke Anfälligkeit gegenüber Störungen. Darüber hinaus lassen sich durch das Verfahren kognitive Defizite nur grob einschätzen. Bei Menschen, die über eine hohe Bildung verfügen, kann der Mini-Mental-Status-Test häufig zu einem falschen Resultat führen, wodurch sich eine Demenz nicht erkennen lässt. Liegt dagegen eine niedrige Bildung vor, besteht das Risiko eines falschen positiven Ergebnisses.

Ferner können mit dem Mini-Mental-Status-Test die unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten nicht differenziert beurteilt werden. Aus diesem Grund wird er oftmals gemeinsam mit anderen Testmethoden durchgeführt. Einige Ärzte kritisieren zudem, dass sich leichte kognitive Störungen mit der Testmethode nicht diagnostizieren lassen. Britische Studien weisen auch auf die Gefahr hin, dass gesunde Menschen als krank eingestuft werden, obwohl sie es gar nicht sind. Außerdem hängt der Vorhersagewert eines Tests stets von der Häufigkeit der Erkrankung ab. Tritt die Krankheit seltener auf, steigt die Unwahrscheinlichkeit an, dass durch ein positives Resultat des Tests wirklich eine Störung angezeigt wird.

Im Falle eines positiven Ergebnisses des Mini-Mental-Status-Tests muss eine sorgfältige Abgrenzung zu Depressionen erfolgen. So können auch diese die kognitiven Funktionen deutlich einschränken.

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Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Davison, G.C., Neale, J.M., Hautzinger, M.: Klinische Psychologie. Beltz PVU, München 2007
  • Gleixner, C., Müller, M., Wirth, S.: Neurologie und Psychiatrie. Für Studium und Praxis 2015/16. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2015

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