Mineralstoffmangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Mineralstoffmangel tritt auf, wenn der Körper nicht mit ausreichend Mineralien versorgt ist. Die Mangelerscheinung tritt besonders vielseitig auf. Sie lässt sich am besten mit speziellen Präparaten und einer gesunden Ernährungsweise behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mineralstoffmangel?

Damit unser Körper einwandfrei funktionieren kann, müssen wir ihn mit ausreichend Mineralstoffen versorgen. Diese kann unser Organismus aber nicht selbst produzieren.

Wir müssen sie also mit der Nahrung aufnehmen. Bei diesen Vitalstoffen unterscheidet man zwischen Spuren- und Mengenelementen. Spurenelemente sind zum Beispiel Eisen, Fluor, Jod oder Zink. Sie befinden sich nur in „Spuren“ in unserem Organismus. Unser Körper benötigt also auch nur klitzekleine Portionen.

Anders ist es bei den Mengenelementen, wie zum Beispiel Calcium, Kalium, Magnesium oder Natrium. Davon müssen wir weitaus mehr über die Nahrung aufnehmen.

Sind einige Mineralien nicht in ausreichenden Mengen vorhanden, spricht man vom Mineralstoffmangel. Unser Körper reagiert daraufhin mit Beschwerden.

Ursachen

Einseitige Ernährung kann schnell zu einem Mineralstoffmangel führen. Bei einer längeren Diät versorgen wir unseren Körper oft nicht mit allen Mineralien, die er benötigt. Genauso ist aber auch der dauerhafte Verzehr von Fertiggerichten in keinem Falle vorteilhaft. Auch hier fehlen meist wichtige Vitalstoffe für den menschlichen Organismus.

In unterschiedlichen Lebensphasen benötigen wir zudem einfach mehr Mineralien, als gewöhnlich. So zum Beispiel in den Wachstumsphasen als Kind und Jugendlicher, in der Schwangerschaft oder im höheren Alter.

Außerdem kann der Organismus wichtige Mineralstoffe durch Durchfall, Erbrechen oder übermäßiges Schwitzen verlieren. Auch Essstörungen und Alkoholismus wirken sich ganz und gar nicht vorteilhaft auf den Mineralstoffhaushalt des Körpers aus. Ein Mineralstoffmangel kann zudem durch diverse Krankheiten, wie zum Beispiel Diabetes oder Nierenerkrankungen, ausgelöst werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei einem Mineralstoffmangel fühlen wir uns häufig matt, müde und haben mit Muskelbeschwerden zu kämpfen. Die Symptome sind jedoch meist ganz unterschiedlich – je nachdem welches wichtige Element unserem Körper fehlt. Hier einige Beispiele:

Bei Calciummangel bauen sich die Knochen langsamer auf oder schrittweise wieder ab. Befindet sich zu wenig Jod oder Fluor im Organismus, dann erweichen die Knochen. Muskelkrämpfe treten vermehrt auf, wenn der Körper nicht mit ausreichend Kalium oder Magnesium versorgt ist.

Bei einem Natriummangel sinkt unter anderem der Blutdruck, eine zu geringe Konzentration Eisen im Organismus schränkt die Sauerstoffversorgung durch das Blut ein. Daneben stört Zinkmangel unter anderem den Stoffwechselprozess.

Komplikationen

Durch einen Mineralstoffmangel kann es zu sehr vielen verschiedenen Beschwerden und Komplikationen kommen. Diese hängen allerdings sehr stark von der Ausprägung des Mangels und von den fehlenden Mineralstoffen ab, sodass ein allgemeiner Verlauf dieser Krankheit in den meisten Fällen nicht vorausgesagt werden kann. Die Betroffenen leiden dabei allerdings an Störungen der Konzentration und der Koordination.

Weiterhin können auch Verdauungsstörungen oder Schlafbeschwerden auftreten, die sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken. Die Betroffenen leiden auch an einer verringerten Belastbarkeit und an einer dauerhaften Müdigkeit. Es kommt auch zu einer Blutatmung und die Betroffenen fühlen sich nicht selten abgeschlagen oder depressiv.

Weiterhin kann es auch zu verschiedenen psychischen Verstimmungen kommen, sodass der Alltag des Patienten durch den Mineralstoffmangel eingeschränkt wird. Die Knochen und Muskeln bauen sich ab, wenn es nicht zu einer Behandlung der Krankheit kommt. Auch Knochenbrüche können durch den Mineralstoffmangel häufiger auftreten. Die Behandlung dieses Mangels richtet sich nach seiner Ursache.

In der Regel kann dem Mineralstoffmangel relativ einfach mit Hilfe von Ergänzungsmitteln entgegengewirkt werden, sodass es dabei nicht zu besonderen Komplikationen kommt. Bei einer erfolgreichen Behandlung des Mineralstoffmangels kommt es nicht zu weiteren Komplikationen oder zu einer verringerten Lebenserwartung des Patienten.

Behandlung & Therapie

Wer an einem bestimmten Mineralstoffmangel leidet, sollte das fehlende Element unbedingt separat in Form von speziellen Mineralstoffpräparaten zuführen.

Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass es sich um organisch verwertbare Mineralien handelt. Sonst kann der Körper die zugeführten Präparate nur mit mäßigem Erfolg umwandeln. Daneben lagern sich Schlacke im Bindegewebe ein. Das ist eine zusätzliche Last für den Organismus.

Die fehlenden Vitalstoffe können gern auch zusammen mit Vitaminen als (Brause-)Tabletten eingenommen werden. Außerdem gibt es im Handel spezielle Getränke, die den Mineralstoffhaushalt nach sportlichen Aktivitäten gezielt ausgleichen.

Doch bevor man sich selbst eine entsprechende Diagnose stellt, ist es in jedem Falle wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann eventuelle Mängel gezielter feststellen und schneller diagnostizieren. Er verschreibt dann bestimmte Mineralstoffpräparate. Bei sehr schweren Mangelerscheinungen kann mitunter sogar eine Infusion erforderlich sein.

Daneben klärt ein Arzt die Ursachen des Mineralstoffmangels genauestens ab. In einigen Fällen leiden die Patienten an bestimmten Erkrankungen und müssen die Präparate über einen längeren Zeitraum einnehmen. Bei starkem Durchfall oder Erbrechen ist es besonders wichtig, zum Arzt zu gehen. Eventuellen Risiken für Herz- und Kreislaufsystem kann sofort vorgebeugt werden.

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Vorbeugung

Einem Mineralstoffmangel kann man mit einer ausgewogenen Ernährungsweise vorbeugen. Besonders viel Wert ist dabei auf Vollkornprodukte, Obst und Gemüse zu legen. Fisch und Fleisch sollte nur einen kleinen Teil der Nahrung ausmachen. Viel trinken ist ebenso wichtig, aber bitte keine Cola-Getränke oder Alkohol! Mineralwasser, Tees und Fruchtsaftschorlen sind gegen Mineralstoffmangel viel förderlicher. Außerdem sollten Süßigkeiten nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Das können Sie selbst tun

Die beste Vorbeugung gegen einen Mineralstoffmangel ist eine gesunde Ernährung, die neben viel frischem Obst und Gemüse vor allem auf Vollkorngetreide, Samen, Saaten und Nüssen basiert. Lebenspraktische Zwänge wie Stress, Überstunden, Dienstreisen und nicht zuletzt das häufig immer noch sehr ungesunde, fettige und fleischlastige Angebot vieler Kantinen machen eine solche Ernährung aber äußerst schwierig. Viele Menschen werden zudem von Allergien oder anderen Unverträglichkeiten geplagt, die eine ausgewogene Ernährung zusätzlich erschweren.

Wer Anzeichen eines Mineralstoffmangels an sich beobachtet, sollte deshalb zeitnah zum Arzt gehen und diesen Verdacht abklären lassen. Sehr weit verbreitet ist, besonders unter Frauen, Eisenmangel, der sich durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Haarausfall bemerkbar macht. Wer Eisenpräparate einnimmt, sollte wissen, dass bestimmte Stoffe wie zum Beispiel Koffein die Resorption dieses Minerals hemmen. Eisentabletten sollten deshalb besser Abends eingenommen werden. Vitamin C fördert dagegen die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung, weshalb eisenhaltige Nahrungsmittel wie etwa Haferflocken mit einer Messerspitze Ascorbinsäure (Vitamin C) angereichert werden sollten.

Ein erhöhter Mineralstoffbedarf besteht insbesondere bei körperlichen Anstrengungen, insbesondere bei schweren körperlichen Arbeiten und beim Sport. Besonders viele Mineralstoffe gehen durch starkes Schwitzen verloren. Einem Mineralstoffmangel kann in solchen Situationen durch isotonische Getränke wie Saftschorlen oder alkoholfreies Bier vorgebeugt werden. Bei dauerhafter körperlicher Belastung oder in der Schwangerschaft kann auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln angezeigt sein.

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Quellen

  • Biesalski, H.-K., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Suter, P.M.: Checkliste Ernährung. Thieme, Stuttgart 2008

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