Milzinfarkt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Oktober 2017
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Ein Milzinfarkt kann die Folge verschiedener Grunderkrankungen, wie etwa von Leukämie oder von Herzerkrankungen wie etwa Vorhofflimmern, sein. Dabei kommt es zu einer Blockierung von Blutgefäßen in der Milz, was zu einer Durchblutungsstörung und schließlich zu einem Absterben von Zellen in der Milz aufgrund des Sauerstoffmangels führt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Milzinfarkt?

Bei einem Milzinfarkt kommt es zum Absterben von Gewebe in der Milz aufgrund von mangelnder Durchblutung. Grundsätzlich wird zwischen einem akuten Milzinfarkt und einem chronisch-rezidivierenden Milzinfarkt unterschieden.

Typischerweise kommt es bei einem Milzinfarkt zum Verschluss oder zur Verengung der Arteria lienalis bzw. ihrer Abzweigungen, wodurch kein oder nur noch wenig Blut in die Milz gelangen kann, was zum Absterben des Gewebes führt. Das charakteristischste Symptom bei einem Verschluss der Blutgefäße, welche die Milz versorgen, ist das so genannte akute Abdomen.

Damit werden starke Bauchschmerzen bezeichnet, welche auch in andere Körperregionen, wie die Schultern, ausstrahlen können. Unbehandelt kann ein Milzinfarkt zu einer Autosplenektomie, also eines Verlustes der kompletten Milzfunktion, führen.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen die einem Milzinfarkt zugrunde liegen können. Milzinfarkte treten nicht selten bei Krebserkrankungen, wie der chronisch myeloischen Leukämie auf. Ein Infarkt in der Milz kann auch durch eine Entzündung der Herzinnenhaut, also einer Endokarditis, ausgelöst werden.

Eine Thrombembolie kann ebenso einen Milzinfarkt zur Folge haben. Dabei wird ein Embolus durch die Blutbahn transportiert bis er irgendwann stecken bleibt und ein wichtiges Gefäß, wie etwa die Arteria lienalis, welche die wichtigste Arterie der Milz ist, verstopft. Weitere häufige Ursachen von Milzinfarkten sind Blutvergiftungen, Entzündungen der Arterien und verschiedene Infektionserkrankungen.

In Folge einer Sichelzellenanämie kommt es aufgrund der verformten roten Blutkörperchen häufiger zum Verschluss von Blutgefäßen. Diese immer wieder auftretenden Durchblutungsstörungen können auch die Milz betreffen, wo sie dann zu einem Milzinfarkt führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei der Diagnosestellung wird zuerst einmal der Bauch abgetastet. Charakteristisch für einen Milzinfarkt sind wie aus dem Nichts einsetzende linksseitige Oberbauchschmerzen, welche bis in die linke Schulter ausstrahlen können.

Typischerweise verursacht ein Milzinfarkt ein akutes Abdomen mit sehr starken Oberbauchschmerzen und Fieber. Der behandelnde Arzt überprüft, ob er eine Abwehrspannung am linken Oberbauch des Patienten spüren kann. Bei diesem Beschwerdebild muss als Differentialdiagnose auch ein Milzabszess in Betracht gezogen werden. Zur Sicherung der Verdachtsdiagnose des Milzinfarktes wird eine so genannte Duplex-Sonographie angefertigt.

Dabei wird die Arteria lienalis der Milz mithilfe von Ultraschallwellen untersucht. Ein Milzinfarkt ist im Ultraschall normalerweise gut ersichtlich. Ergibt eine Ultraschalluntersuchung keinen eindeutigen Befund, kann zusätzlich auch noch eine Computertomographie durchgeführt werden.

Komplikationen

Der Milzinfarkt stellt eine sehr schwerwiegende Beschwerde dar, die auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden muss. Ohne Behandlung kann es dabei zum Tod des Betroffenen kommen. Aus diesem Grund sollte bei einem Milzinfarkt immer ein Mediziner aufgesucht werden, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Auch eine Selbstheilung ist unwahrscheinlich.

Die Patienten leiden dabei mitunter an Schmerzen im Bauch. Weiterhin kommt es auch zu Erbrechen und zu einer Übelkeit. Ebenso kann Fieber auftreten und die Patienten leiden dabei an starken Schmerzen in der Milz. Sollte es nicht zu einer Behandlung der Beschwerde kommen, so kann die Milz vollständig geschädigt werden, sodass sie ohne Funktion bleibt.

In einigen Fällen kann sich die Milz nach dem Milzinfarkt selbst wieder regenerieren. In schwerwiegenden Fällen muss die Milz vollständig entfernt werden. Meistens kommt es dabei nicht zu besonderen Komplikationen und der Betroffene kann auch ohne Milz überleben. Allerdings sind die Patienten dadurch anfälliger für verschiedene Erkrankungen und Infekte und müssen sich daher besser schützen. Möglicherweise wird durch den Milzinfarkt die Lebenserwartung des Patienten verringert.

Behandlung & Therapie

Handelt es sich um einen partiellen Milzinfarkt, sind also nur Teile des Milzgewebes betroffen, kann der Infarkt ohne Symptome vonstattengehen und wird häufig gar nicht bemerkt. In solchen Fällen heilt die Milz auch ohne ärztliche Hilfe von selbst, es bleibt lediglich Narbengewebe zurück. Es kann zu einer teilweisen Funktionseinschränkung der Milz durch die Bildung dieses Narbengewebes kommen.

Bei rezidivierenden Milzinfarkten kann es nach einiger Zeit durch die zunehmende Narbenbildung zu einer Schrumpfung der Milz kommen. Im Akutfall wird häufig Heparin gegeben, welches die Blutgerinnung hemmt; so wird versucht die Verstopfung der Blutgefäße in der Milz zu beseitigen. Der Einsatz von Gerinnungshemmern ist wichtig, weil es sonst zu einer Milzruptur oder einem völligen Ausfall der Milzfunktion kommen kann.

Kommt es immer wieder zu Beschwerden und Problemen mit der Milz, ist es oft sinnvoll, die Milz zu entfernen. Eine so genannte Splenektomie, also eine Entfernung der Milz ist ausnahmslos immer nötig, wenn es aufgrund des Infarktes zu einem vollständigen Verlust der Milzfunktion gekommen ist.

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Vorbeugung

Um Milzinfarkten vorzubeugen, sollten Erkrankungen wie Thrombosen oder generell ein erhöhtes Thromboserisiko, ernst genommen werden. Auch Bluthochdruck gehört zu einem der Risikofaktoren, weil dadurch entstandene Verklumpungen leichter durch den Blutkreislauf gespült werden und dann etwa in der Arteria lienalis stecken bleiben und zu einem Milzinfarkt führen.

Das können Sie selbst tun

Ein leichter Milzinfarkt muss nicht immer ärztlich behandelt werden. Der Betroffene sollte in der Zeit nach dem Infarkt aber auf ungewöhnliche Symptome und Schmerzen im Bereich der Milz achten. Womöglich kommt es zu einer Vernarbung des Milzgewebes, welche teilweise zu Funktionseinschränkungen der Milz führt.

Die wichtigste Selbstmaßnahme besteht darin, weitere Infarkte zu vermeiden. Neben einer Umstellung des Lebensstils, muss auf jeden Fall eine umfassende medizinische Untersuchung erfolgen. Abhängig von der Ursache, die der Arzt ermittelt, können dann weitere Maßnahmen ergriffen werden. Ist eine Thrombembolie ursächlich, empfehlen sich Sport und Krankengymnastik. Ein gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf Genussmittel sind erfolgreiche Präventivmaßnahmen. Wurde eine Blutvergiftung als Ursache festgestellt, sollten Verletzungen und Erkrankungen künftig besser versorgt werden. Selbiges gilt, wenn der Arzt eine Infektionskrankheit als Ursache feststellt.

Ein schwerer Milzinfarkt kann grundsätzlich nicht selbst behandelt werden. Die wichtigste Maßnahme ist die Einhaltung der verordneten Therapie. Zudem sollte gut auf die Signale des Körpers geachtet werden, da es in Folge eines schweren Milzinfarkts oft zu Folgesymptomen kommt, die einer sofortigen Abklärung und Behandlung bedürfen.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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