Milchsäurebakterien

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Die Milchsäurebakterien, oft auch Lactobacillales, Laktobazillen oder Sauermilchbakterien genannt, umfassen eine Familie von grampositiven, immer anaeroben aber meistens aerotoleranten Bakterien. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie Zucker in Milchsäure umwandeln (Milchsäuregärung): Sie lassen die Milch sauer werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Milchsäurebakterien?

Milchsäurebakterien beschreiben eine große Übergruppe von verschiedenen Bakterienarten, die im menschlichen Körper vorkommen. Grundlegend ähneln sich diese verschiedenen Arten von Milchsäurebakterien aber kaum.

Die einzige Ähnlichkeit besteht meistens darin, dass diese Zucker in Milchsäure umwandeln und zur Energiegewinnung auf Kohlenhydrate zurückgreifen. Während homofermentative Bakterien allerdings nur Milchsäure (Laktat) produzieren, stellen heterofermentative Bakterien neben dieser auch andere Endprodukte wie etwa Ethanol und Kohlendioxid her.

Von anderen Bakterien, die unter anderem ebenfalls Milchsäure produzieren, unterscheiden sich Laktobazillen dadurch, dass sie auf den Stoffwechsel bezogen nur zur Gärung in der Lage sind. Die führen sie aber auch dann durch, wenn Sauerstoff hinzukommt.

Bedeutung & Funktion

Milchsäurebakterien haben die Fähigkeit zur Synthese vieler notwendiger Stoffe, wie etwa Aminosäuren, Porphyrine und Cytochrome, durch ihre Spezialisierung auf das Wachstum in Milch und ähnlichen Stoffen verloren.

Dadurch können sie Wasserstoffperoxid nicht spalten. Deshalb finden sich Milchsäurebakterien nur im Darm und in Schleimhäuten von Säugetieren, wie beispielsweise beim Menschen.

Ebenso finden sich Milchsäurebakterien aber auch in einigen lebenden oder sich zersetzenden Pflanzen, die mit Milch und milchähnlichen Substanzen in Berührung kommen. Trotzdem gehören Milchsäurebakterien zu den wichtigsten Vertretern der menschlichen Darm- und der Vaginalflora.

Verschiedene Unterarten (Stämme) und Arten der Milchsäurebakterien werden zudem zur Konservierung von Lebensmitteln, etwa Joghurt, Käse, Sauermilch, Kefir und Sauerkraut als auch zur Hautpflege und zur Kariesprophylaxe eingesetzt. Milchsäurebakterien werden außerdem recht häufig als Probiotikum verwendet, die das Immunsystem stärken und die Verdauung positiv ankurbeln, beeinflussen und so regulieren sollen.

So lässt sich mit Probiotikum zum Beispiel in die Darm-, Mund- aber auch Vaginalflora eingreifen. Das kann zur Wiederherstellung einer gestörten, aber auch zur Verbesserung und Optimierung einer gesunden Flora angedacht sein.

Krankheiten

Milchsäurebakterien weisen zahlreiche verschiedene Arten und Unterarten vor. Einige dieser Arten sind dabei weniger nützlich, sondern stellen Krankheitserreger dar. Diese können, je nach Art, Störungen der Körperflora verursachen.

Meistens ist hier die Vaginal- und Darmflora betroffen, die durch schädliche Milchsäurebakterien aus dem Gleichgewicht gerät. Symptome können im Vaginalbereich Trockenheit, Entzündungen, Pilzinfektionen, Unfruchtbarkeit und Verdauungsprobleme im Darmbereich sein. Letztes bezieht sich natürlich darauf, dass die Darmflora betroffen wird.

Übrigens kann es auch zu einem Ungleichgewicht kommen, wenn die natürliche Darmflora in zu großer Menge in die geschwächte Vaginalflora gelangt. Deshalb sollte man nach dem Toilettengang und bei der anschließenden Säuberung des Unterleibs darauf achten, dass man stets von der Scheide hinweg "abwischt". Die Scheidenflora kann aber auch durch eine nicht ordnungsgemäße Hygiene (zu häufig, aber auch zu selten) oder falsche Nutzung von Tampons aus dem Gleichgewicht geraten.

Milchsäurebakterien kommen jedoch auch in weiteren Unterarten daher, die je nach Ort ihres Auftretens und nach Art, weitere Störungen auslösen können und so Risiken darstellen. Der sogenannte Streptococcus pneumoniae ist ein Erreger, welcher der Art der Milchsäurebakterien angehört, der Lungenentzündung verursachen kann. Der Streptococcus mutans ist hingegen an der Entstehung von Karies beteiligt. Dieser entsteht oft beim Verzehr von zuckerhaltigen Speisen in der Mundflora, wenn direkt im Mundraum und nach dem Verzehr Milchsäure gebildet wird.

Diese Art der Laktobazillen greift den Zahnschmelz an und frisst sich, wenn sie nicht daran gehindert wird, auch durch die darunterliegende Zahnsubstanz. Eine weitere Krankheit, die man mit Milchsäurebakterien in Verbindung bringen kann – aber nicht muss - ist eine Laktoseintoleranz. Denn von einer solchen spricht man, wenn der über die Nahrung zugeführte Milchzucker nicht ordnungsgemäß verarbeitet wird. Eine Laktoseintoleranz kann übrigens symptomlos bleiben, aber auch Beschwerden wie Störungen im Magen-Darm-Trakt zur Folge haben.

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