Midazolam

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016Geprüfte Qualität
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Midazolam zählt zu den bekanntesten Beruhigungsmitteln. Der verschreibungspflichtige Wirkstoff gehört der Gruppe der Benzodiazepine an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Midazolam?

Bei Midazolam handelt es sich um ein Hypnotikum oder Sedativum, das zur Gruppe der kurzwirksamen Benzodiazepine zählt. Abgeleitet wird die Bezeichnung 'Midazolam' von 'Imidazol', einer heretocyclischen organischen Verbindung.

Midazolam gilt als noch verhältnismäßig junges Beruhigungsmittel. Während Benzodiazepine früherer Generationen über eine lang anhaltende Wirksamkeit verfügten, steht Midazolam für eine sichere Wirkungsweise, deren Dauer nur etwa vier Stunden beträgt. Grund dafür ist sein Abbau innerhalb des Körpers, der rascher vorangeht als bei den Vorgängern.

In Europa kommt das Beruhigungsmittel seit den frühen 1980er Jahren zur Anwendung. Dabei dient es häufig als kurzwirksames Präparat zum Behandeln von Unruhezuständen.

Pharmakologische Wirkung

Innerhalb des menschlichen Nervensystems gibt es unterschiedliche Neurotransmitter. Dabei handelt es sich um Botenstoffe mit hemmender oder aktivierender Wirkung. Bei Menschen besteht eine ausgewogenen Balance zwischen den Neurotransmittern, durch die es zu zielgerichteten Aktionen bei äußeren Umständen wie Angst, Stress oder Ruhe kommt.

Der Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure) wirkt sich nach seinem Anbinden an die entsprechenden Rezeptoren bremsend auf das Nervensystem aus. Durch die Einnahme von Midazolam lässt sich die Wirkung von GABA verstärken. Dies hat wiederum eine Entspannung der Muskeln sowie einen ausgeprägten Beruhigungseffekt zur Folge. Darüber hinaus fördert das Mittel den Schlaf des Patienten und mildert Ängste und Krämpfe ab.

Weil Midazolam im Organismus schnell abgebaut wird, ist seine Wirkdauer begrenzt. Wird der Arzneistoff in ein Blutgefäß oder einen Muskel gespritzt, führt dies beim Patienten zu einem kurzen Verlust des Gedächtnisses. Dadurch kann sich der Behandelte nicht an Dinge erinnern, die während der höchsten Wirkung von Midazolam geschehen.

Nach der Einnahme von Midazolam, die in der Regel oral vorgenommen wird, gelangt der Arzneistoff nach kurzer Zeit in den Darm. Von dort aus geht er ins Blut über. Hat sich der Wirkstoff innerhalb des Organismus verteilt, findet sein Abbau in der Leber statt. Über die Nieren gelangen die Abbauprodukte des Mittels wieder aus dem Körper heraus.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Midazolam zählt zu den bekanntesten Beruhigungsmitteln.

Midazolam wird sowohl bei erwachsenen Menschen als auch bei Kindern eingesetzt, um sie für kurze Zeit in einen Schlaf zu versetzen. Außerdem stillt das Mittel Schmerzen und stellt die Patienten vor einem chirurgischen Eingriff, der zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken vorgenommen wird, ruhig. Weiterhin eignet sich Midazolam als ruhigstellendes Mittel auf der Intensivstation.

Im Rahmen einer Narkose kommt Midazolam bei der Vorbereitung und Einleitung der Narkose im Falle von Kombinationsnarkosen zur Anwendung. Bei Kindern wird der Wirkstoff zwar nicht zur Narkoseeinleitung benutzt, findet jedoch als Narkosemittel Verwendung. Als sinnvoll gilt der Gebrauch von Midazolam bei Babys und Kindern zur Therapie von akuten und länger andauernden Krämpfen. Weiterhin wird das Beruhigungsmittel zu einer Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen verabreicht.

Die Einnahme von Midazolam erfolgt zumeist in Form von Tabletten. Alternativ sind das unmittelbare Injizieren des Mittels in die Blutbahn sowie eine rektale Darreichung möglich. Die normale Dosis liegt zwischen 7,5 und 15 Milligramm Midazolam. Aufgrund der kurzen Wirkung wird empfohlen, das Mittel etwa 30 Minuten vor der erwünschten Beruhigungswirkung einzunehmen. Zum Beispiel werden Tabletten kurz vor dem Schlafengehen verabreicht.

Damit es durch den Gebrauch von Midazolam nicht zu Entzugserscheinungen kommt, ist nach einer längeren Therapie ein ausschleichendes Absetzen des Beruhigungsmittels empfehlenswert.

Da Midazolam zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten gehört, wird die Behandlung mit dem Mittel vom Arzt kontrolliert. Dieser verordnet das Präparat dem Patienten, der es durch die Vorlage eines Rezepts in der Apotheke erhält.

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Risiken & Nebenwirkungen

Durch die Einnahme von Midazolam kann es bei einigen Patienten zu unerwünschten Nebeneffekten kommen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um allergische Reaktionen, Überempfindlichkeit, Erregung, Verwirrtheit, Muskelzittern, Halluzinationen, Aggressionen und Feindseligkeit.

Des Weiteren sind Schwindelgefühle, vorübergehender Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen, Gangunsicherheiten, niedriger Blutdruck, eine Verlangsamung des Herzschlags, Entzugskrämpfe, Entzündungen der Venen, erweiterte Blutgefäße, Schluckauf, Juckreiz, Nesselsucht, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, gerötete Haut, Mundtrockenheit und Atemfunktionsstörungen denkbar.

Im schlimmsten Fall kann es zu einem Atem- oder Herzstillstand kommen. Bei Babys sind Krämpfe im Bereich des Möglichen.

Midazolam darf nicht verabreicht werden, wenn der Patient unter einer Überempfindlichkeit gegen den Arzneistoff oder andere Benzodiazepine leidet. Weitere Gegenanzeigen sind akute Atemaussetzer, schwere Störungen der Atemfunktion sowie die Nervenkrankheit Myasthenia gravis. Das Gleiche gilt für Menschen, bei denen die Leberfunktion erheblich eingeschränkt ist.

Bei einer Midazolam-Therapie ist eine strenge Kontrolle erforderlich, wenn der Patient älter als 60 Jahre ist oder ein schlechter allgemeiner Gesundheitszustand vorherrscht. Vorsicht ist zudem bei Menschen geboten, bei denen bereits in der Vergangenheit ein Missbrauch von Alkohol oder Drogen bestand. Sie können durch die Einnahme von Midazolam rasch süchtig werden.

Eine Anwendung von Midazolam bei schwangeren und stillenden Frauen wird nicht empfohlen. Für sie stehen bessere Alternativen zur Verfügung.

Der Gebrauch von Midazolam und anderen Arzneimitteln kann mitunter Wechselwirkungen hervorrufen. So wird der Abbau des Präparats durch Pilzmittel gehemmt, was zu einer erheblichen Wirkungsverstärkung führt. Als besonders bedenklich gelten Itraconazol, Fluconazol, Posaconazol, Voriconazol und Ketoconazol. Aus den gleichen Gründen sollte die Einnahme des AIDS-Mittels Saquinavir, der Kalziumkanalblocker Diltiazem und Verapamil sowie der Makrolid-Antibiotika Clarithromycin und Erythromycin unterbleiben.

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