Metoclopramid

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Metoclopramid (MCP) ist ein Medikament, das auf den Magen-Darm Trakt wirkt. Metoclopramid mindert Übelkeit und Erbrechen und steigert die Magenaktivität. Es ist in verschiedenen Formen erhältlich, etwa als Tabletten, als Tropfen oder als Zäpfchen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Metoclopramid?

Metoclopramid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament vor allem gegen Übelkeit und Erbrechen. Wegen seiner seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen auf das Bewegungssystem sollte die Anwendung nicht länger als 5 Tage andauern.

Bei Kindern unter 2 Jahren, und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (insbesondere Darmverschluss, Magen- und Darmbluten, Epilepsie) darf Metoclopramid nicht angewendet werden.

Pharmakologische Wirkung

Metoclopramid gehört zu den Dopamin- Antagonisten. Dopamin kann als körpereigener Botenstoff Erbrechen auslösen, indem es an seine Bindungsstellen im Brechzentrum im Hirnstamm bindet.

Metoclopramid verhindert die Bindung von Dopamin an seine Bindungsstelle (Rezeptor). Dadurch werden durch Dopamin vermittelte Effekte aufgehoben. Rezeptoren für Dopamin befinden sich vor allem im Gehirn. Hier vermittelt Dopamin auch noch andere Vorgänge wie etwa die Steuerung willkürlicher Bewegungen. Über diesen Wirkmechanismus lassen sich einige Nebenwirkungen von Metoclopramid erklären.

Weitere Bindungsstellen für Dopamin finden sich im Magen-Darm Trakt, wo es dazu beiträgt, die Verdauung zu verlangsamen. Außerdem beeinflusst Metoclopramid auch die Rezeptoren von Serotonin, einem weiteren körpereigenen Botenstoff. Bindungsstellen für Serotonin befinden sich ebenfalls im Gehirn, aber auch im Magen-Darm Trakt. Hier verstärkt Metoclopramid die Magenaktivität und verkürzt die Passagezeit der Nahrung.

Zusätzlich erhöht Metoclopramid die Konzentration eines bestimmten Sexualhormons, das Prolaktin. Dieses Sexualhormon reguliert unter anderem die Milchproduktion in der Brustdrüse. Metoclopramid wird durch die Nieren wieder aus dem Blut gefiltert und anschließend über den Urin ausgeschieden. Bei verminderter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) daher muss daher auf die Dosierung geachtet werden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Metoclopramid (MCP) ist ein Medikament, das auf den Magen-Darm Trakt wirkt.

Metroclopramid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Es wirkt zuverlässig gegen Übelkeit und Erbrechen. Dementsprechend wird Metoclopramid bei Übelkeit unterschiedlichster Ursachen eingesetzt:

bei Reiseübelkeit, Migräne, Medikamentenunverträglichkeit, Schädel-Hirn-Trauma und nach Operationen. Allerdings ist die Wirkung bei Übelkeit durch Chemotherapie und nach Operationen begrenzt, weshalb hier auch andere Medikamente zum Einsatz kommen.

Außerdem wird Metoclopramid zur Verbesserung der Magenentleerung eingesetzt. So kann Metoclopramid bei der Behandlung eines Reizmagens oder bei Sodbrennen unterstützend eingesetzt werden. Weiterhin nutzt man diesen Effekt von Metoclopramid aus, um den Wirkeintritt von anderen Medikamenten zu beschleunigen. Aus diesem Grund ist Metoclopramid häufig Bestandteil von Migränemitteln.

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Risiken & Nebenwirkungen

Da Metoclopramid auf einen vielfältig ausgebildeten Rezeptor wirkt, sind auch seine Nebenwirkungen vielschichtig. Gelegentlich führt Metoclopramid zu Müdigkeit und Schwindel. Patienten äußern mitunter auch Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Seltener, aber weitaus schwerwiegender sind Nebenwirkungen, die die Bewegungskoordination betreffen. Patienten leiden dann unter Zittern, Muskelkrämpfen und unwillkürlichen Bewegungen. Besonders gefürchtet sind die Spätdyskinesien, Bewegungsstörungen, die nach langem Gebrauch von bestimmten Medikamenten eintreten. Betroffene führen permanent Kaubewegungen aus, schneiden unwillkürlich Grimassen und bewegen plötzlich ihre Arme und Beine heftig, ohne es zu wollen. Spätdyskinesien sind meist irreversibel, das heißt, dass sie nach Absetzen des auslösenden Medikaments nicht wieder nachlassen.

Aus diesem Grund empfiehlt die EMA, die europäische Medikamentenbehörde, die Anwendung von Metoclopramid noch kritischer zu betrachten. Außerdem sollen wegen der Gefahr der Spätdyskinesien Anwendungen länger als 5 Tage vermieden werden. Aufgrund des erhöhten Prolaktinspiegels kann es auch bei nicht schwangeren Frauen zur Milchsekretion kommen. Frauen klagen zudem häufig über Menstruationsbeschwerden. Bei Männern kann es zur Vergrößerung der Brustdrüse kommen. Treten Nebenwirkungen auf, ist unverzüglich ein Arzt um Rat zu fragen. Bei schweren Nebenwirkungen sollte das Medikament sofort abgesetzt werden.

Metoclopramid darf bei Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden. In der Schwangerschaft ist die Anwendungen kritisch zu betrachten, in der Stillzeit gar nicht erlaubt. Metoclopramid darf bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden. Dazu gehören Darmverschlüsse durch Verlegung des Darms, Blutungen im Magen-Darm Trakt (durch Magengeschwüre, Tumoren o.ä.), Epilepsie und Depressionen (bei Einnahme von Medikamenten einer bestimmten Gruppe, den sogenannten MAO-Hemmern).

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