Metabolisches Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Oktober 2017
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Das metabolische Syndrom besteht aus vier verschiedenen Faktoren: Bluthochdruck, Übergewicht, Insulinresistenz und einer Veränderung der Blutfettwerte. Treten alle vier Faktoren gemeinsam auf, stellen sie ein großes Risiko für koronare Herzkrankheiten dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein metabolisches Syndrom?

Das metabolische Syndrom wird in Deutschland nicht einheitlich definiert. Die Krankheit wird meistens entweder bei der Insulinresistenz oder bei Beschwerden zugeordnet, die aus dem Lebensstil entstehen. Im Endeffekt handelt es sich beim metabolischen Syndrom um die Kombination mehrerer, auch einzeln auftretender, Krankheiten:

Bluthochdruck, Übergewicht, Insulinresistenz und eine Veränderung der Blutfettwerte. Dieses "tödliche Quartett", wie das metabolische Syndrom auch genannt wird, ist häufig für koronare Herzkrankheiten verantwortlich. Die offizielle Definition des metabolischen Syndroms hat sich in den letzten Jahren öfter geändert.

Ursachen

Die Ursachen für ein metabolisches Syndrom liegen vor allem in einem schlechten und ungesunden Lebensstil. Zu wenig Bewegung bei zu reichhaltiger oder falscher Ernährung sind die Hauptfaktoren. Bei allen vier Krankheitsbildern handelt es sich damit um sogenannte Wohlstandskrankheiten, die viele Menschen in den westlichen Kulturen betreffen.

Zusätzlich treten aber auch weitere Faktoren auf. Für Übergewicht ist zum Beispiel eine genetische Veranlagung relevant. Auch Medikamente können eine Rolle spielen. Andere Erkrankungen, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, können ebenfalls Übergewicht bedingen. Ursachen des Bluthochdrucks können Störungen des Hormonhaushalts, Nierenschäden oder Störungen des Herz-Kreislauf-Systems sein.

Meistens liegen die tatsächlichen Ursachen aber im Dunkeln. Insulinresistenz hat mit einer genetisch bedingten Stoffwechselstörung zu tun. Hauptursache für das Metabolische Syndrom bleibt aber ein ungesunder Lebensstil.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein metabolisches Syndrom bedarf der ärztlichen Untersuchung.

Die vier Einzelkrankheiten des metabolischen Syndroms werden meistens einzeln diagnostiziert. Von Übergewicht spricht man dann, wenn der Body-Mass-Index über 25 liegt. Adipositas, also krankhaftes Übergewicht, beginnt bei einem Body-Mass-Index von 30. Je ausgeprägter das Übergewicht ist, umso größer sind auch die Risiken für Folgekrankheiten.

Arterielle Hypertonie, also Bluthochdruck, diagnostiziert der Arzt in erster Linie durch Blutdruckmessungen. Bleibt die Hypertonie unbehandelt, können Herzkrankheiten, Arteriosklerose und andere Organschäden entstehen. Ein erster Verdacht auf Insulinresistenz ist oft ein hohes Körpergewicht. Bei allen Patienten mit Typ-II-Diabetes liegt eine Insulinresistenz vor. Diabetes führt unbehandelt zu schweren Organschäden.

Veränderte Blutfettwerte werden über eine Blutuntersuchung festgestellt. Treten alle vier Krankheiten gemeinsam auf, ist ein metabolisches Syndrom diagnostiziert. Bleiben alle vier Krankheitsbilder bestehen, ist die Gefahr von koronaren Herzkrankheiten sehr groß. Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod können die Folgen des metabolischen Syndroms sein.

Komplikationen

Bei diesem Syndrom leiden die Betroffenen in der Regel an verschiedenen Beschwerden. In den meisten Fällen kommt es dabei zu einem Übergewicht und damit auch zu einem Bluthochdruck. Der Betroffene kann dann auch an einem Herzinfarkt versterben, wenn keine Behandlung dieser Krankheit eingeleitet wird. Weiterhin kommt es zu einer Luftnot, sodass die Belastbarkeit des Betroffenen deutlich verringert ist. Es tritt eine Müdigkeit und eine Abgeschlagenheit auf.

Nicht selten ist auch der Stoffwechsel der Patienten gestört, sodass die Aufnahme von Nahrung zu Schmerzen führt. Die Patienten können auch an einem plötzlichen Herztod versterben. Durch dieses Syndrom wird die Lebenserwartung deutlich verringert. Weiterhin kommt es durch das Übergewicht zu unterschiedlichen Einschränkungen im Leben der Patenten. Diabetes kann dabei zu verschiedenen Schäden an den inneren Organen führen und die Lebenserwartung noch weiter verringern.

Die Behandlung dieses Syndroms kann mit Hilfe von Medikamenten erfolgen. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht ein. Allerdings müssen die Betroffenen auch auf Alkohol oder auf Zigaretten verzichten und sind auf eine strenge Diät angewiesen. In vielen Fällen können die meisten Beschwerden damit schon eingeschränkt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines metabolischen Syndroms erfolgt meistens über eine Änderung des Lebensstils. Aber auch hier muss zwischen den vier Krankheitsbildern unterschieden werden: Übergewicht sollte durch mehr Bewegung und eine Ernährungsumstellung allmählich abgebaut werden.

Hierzu gibt es verschiedene Modelle, die teils von den Krankenkassen unterstützt werden. Eine Insulinresistenz wird ebenfalls durch mehr Bewegung und eine Reduzierung der täglichen Kalorienzufuhr behandelt. Zusätzlich werden teils hohe Insulingaben verordnet, um den Kreislauf der Insulinresistenz zu durchbrechen. Gegen Bluthochdruck werden meist Medikamente verordnet, die die Blutdruckwerte normalisieren sollen.

Zusätzlich muss auch hier der Patient seinen Lebensstil ändern, um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Den Patienten wird geraten, das Rauchen zu unterlassen, sich mehr zu bewegen und Übergewicht abzubauen. Auch bei Fettstoffwechselstörungen, die die Blutfettwerte verändern, sollte der Patient seinen Lebensstil ändern.

Teilweise wird die Vitamin-D-Zufuhr bei Patienten mit einem metabolischen Syndrom erhöht. Zur Therapie des metabolischen Syndroms sollte außerdem eine ausführliche Beratung des Patienten gehören. In dieser Beratung wird er über die Risiken seiner Krankheit aufgeklärt und erhält Hilfestellungen zur Änderung seines Lebensstils.

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Vorbeugung

Da ein metabolisches Syndrom in erster Linie mit dem Lebensstil zu tun hat, ist ein gesunder Lebensstil das beste Mittel zur Vorsorgung. Dazu gehört eine Ernährung, die viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, dafür wenig Zucker enthält. Regelmäßige Bewegung ist ebenfalls wichtig. Auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sollte dagegen verzichtet werden. Mit diesen Grundregeln kann jeder einem metabolischen Syndrom effektiv vorbeugen und die Risiken für koronare Herzkrankheiten minimieren.

Das können Sie selbst tun

Betroffene können ein metabolisches Syndrom selbst behandeln, indem sie ihre Lebensgewohnheiten umstellen. Abhängig vom Krankheitsbild muss dann zum Beispiel das Gewicht reduziert oder regelmäßige Bewegung in den Alltag integriert werden. Zuvor sollten sich die Erkrankten ärztlich durchchecken lassen, um Herz-Kreislauf-Beschwerden und andere Erkrankungen auszuschließen.

Eine Anpassung der Ernährung ist meist ebenfalls notwendig, denn nur der Aufbau gesunder Essgewohnheiten und eine Vermeidung ungesunder Speisen und Getränke können vor Spätfolgen schützen. Empfohlen wird eine kalorien- und fettreduzierte Mischkost aus Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten. Eine individuelle Beratung durch den Arzt oder einen Ernährungsberater erleichtert das Zusammenstellen eines passenden Ernährungsplans. Der Patient sollte auch auf Genussmittel verzichten. Rauchen und Alkohol sind bei einem metabolischen Syndrom nicht zu empfehlen, da dies im Zweifelsfall nur weitere gesundheitliche Probleme hervorruft. Patienten, die Medikamente einnehmen, sollten die Medikation in Rücksprache mit dem Arzt an den neuen Lebensstil anpassen, damit das metabolische Syndrom möglichst ungehindert reduziert werden kann.

Falls die Beschwerden nicht abklingen sollten, wird am besten der zuständige Arzt informiert. Womöglich ist dann eine begleitende Arzneimittel-Behandlung oder eine anderweitige Therapie erforderlich.

Bücher über metabolisches Syndrom

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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