Meniskusverletzungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Oktober 2017
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Die meisten Meniskusverletzungen (Meniskusläsionen) geschehen beim Sport, durch einen Unfall oder eine unkontrollierte Bewegung, bei der das Knie zu sehr verdreht wird. Dabei reißt oft der Meniskus, was zu einer Instabilität des komplizierten Knieapparates führt und die Läsion des Meniskus muss operiert werden. Es gibt aber auch degenerative Veränderungen an den Meniski, wenn Knorpelmasse schwindet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Meniskusverletzungen?

Schäden an der im Kniegelenk befindlichen Knorpelscheibe stellen Meniskusverletzungen (Meniskusläsionen) dar. Im Kniegelenksbereich aller Säugetiere befinden sich zwei größere Menisken.

Auf dem Knie des Menschen lastet viel Gewicht und es wird im Laufe eines Menschenlebens mehr als jeder andere Körperteil beansprucht. Das Kniegelenk ist ein kompliziertes Gefüge aus Knochen, Muskel, Sehnen, Gefäßen und Knorpel.

Zwei tragende, große Knorpelbänder des Knies sind die Menisken, die rund um die knöcherne Kniescheibe verlaufen. Sie tragen wesentlich zum Halt des ganzen Gefüges bei und ermöglichen dem Menschen seinen Gang und beugende und streckende Bewegungen. Reißt durch eine falsche Bewegung, durch Überdrehung oder einen festen Aufprall der Knorpel des Meniskus, so ist die Stabilität des ganzen Kniegelenks beeinträchtigt.

Viele Sportler und insbesondere Fußballspieler erleiden daher im Laufe ihres Sportlerlebens einen oder mehrere Meniskusrisse. Die degenerativen Veränderungen eines Meniskus äußern sich als Arthrose.

Meniskusverletzungen können also vor allem durch Krafteinwirkungen (z. B. bei einem Unfall) oder Knorpelverschleiß sowie bei einem Zusammentreffen beider Faktoren entstehen. Außerdem sind angeborene Fehlformungen des Meniskus Auslöser einer Meniskusverletzung. Meniskusverletzungen werden nach der Stelle der Läsion (hinten, in der Mitte oder vorne) sowie nach der Form der Schädigung unterschieden.

Menisken stellen eine keilförmige sowie halbmondartige Knorpelscheibe dar. Jedes der Kniegelenke verfügt über einen Außen- und einen Innenmeniskus, die sich zwischen dem Schienbeinkopf (Tibia) und dem Oberschenkelknochen (Femur) befinden. Der Meniskus sorgt für ein reibungsloses Zusammenwirken dieser beiden Knochen, die unterschiedlich geformte Oberflächen aufweisen.

Die beiden Kniegelenkmenisken fangen ungefähr 30 % der Gewichtsbelastungen auf und gewährleisten eine gleichmäßige Verteilung auf das Gelenk. Meniskusverletzungen gefährden die stabilisierende, stoßdämpfende, bremsende und lastenverteilende Wirkung der Menisken.

Ursachen

Meniskusverletzungen werden, wie bereits angedeutet, häufig durch abrupte Bewegungen ausgelöst. Dazu zählen ein plötzliches Drehen oder ein heftiges Abstoppen, wie es bei einigen Sportarten besonders oft vorkommt (z. B. beim Fußball-, beim Tennis- oder beim alpinen Skisport).

Die Verbindung von hohem Druck und Drehbewegung bewirkt nicht selten sowohl Bänder- als auch Meniskusrisse. Auch über größere Zeiträume regelmäßig ausgeführte Bewegungsabläufe (z. B. beim Langstreckenlauf) stellen eine Belastung des Knorpels dar und können Meniskusverletzungen herbeiführen.

Da sich Menisken nur in begrenztem Umfang erneuern, verlieren sie mit steigendem Lebensalter einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit. Im Laufe der Jahre beginnen sie spröde zu werden und Risse auszubilden, so dass schon mittlere Inanspruchnahmen eines Meniskus zu einem Riss führen können.

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Fehlstellungen der Beine Meniskusverletzungen (Meniskusläsionen) auslösen. Bei „O-Beinen“ kommt es eher zu Verletzungen des Innenmeniskus, während bei „X-Beinen“ mehr der Außenmeniskus gefährdet ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbaus des Meniskus. Klicken, um zu vergrößern.

Der Patient bemerkt meist selbst sofort, dass der Meniskus angerissen oder gerissen ist. Betroffene Patienten berichten, dass der Riss des Meniskus regelrecht durch einen Knall zu hören war.

Der Mediziner kann einen Meniskusriss oft schon durch eine körperliche Untersuchung feststellen. Die Kniescheibe ist verrutscht oder ist zumindest sehr leicht zu verschieben und hat keinen Halt mehr. Die Diagnose wird durch eine Arthroskopie gesichert, bei der eine Sonde mit einer kleinen Miniaturkamera in den Kniebereich eingeführt wird.

Nun kann der Arzt den Riss oder auch mehrere Risse im Knorpel des Meniskus erkennen. Steht nicht sofort ein Gerät zur Arthroskopie bereit, kann auch eine Ultraschalluntersuchung der Erstdiagnose dienen. Genauere Untersuchungen müssen im Krankenhaus oder in einer orthopädischen Praxis schleunigst folgen.

Grundlage einer Diagnose bei Meniskusverletzungen stellen neben den akuten Symptomen auch die Angaben des Patienten über Dauerbelastungen und Unfälle in der Vergangenheit dar. Mit wenigen Handgriffen und Prüfungen lassen sich normalerweise durch den Arzt sowohl eine Meniskusschädigung als auch mögliche weitere Kniegelenksverletzungen diagnostizieren.

Sollte sich ein Erguss im Kniegelenk gebildet haben, kann durch eine Punktierung des Gelenks Flüssigkeit entnommen und zur Unterstützung der Diagnose analysiert werden. Ein Röntgenbild gibt Aufschluss über eventuelle Knochenverletzungen und den Knorpelverschleiß. Bei dann noch vorliegenden Zweifeln führt, wie bereits angemerkt, zumeist eine Arthroskopie (Kniegelenksspiegelung) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) zu einer klaren Diagnose.

Bei nicht rechtzeitiger Behandlung eines Meniskusschadens können sich Gelenkergüsse ausdehnen und ein weitergehender Knorpelschaden entstehen, der eine Arthrose bewirken kann. Eingetretene Risse können sich ausweiten und sogar zu einem Abriss des Meniskus führen.

Wenn sich der Meniskusschaden in einem ausreichend durchbluteten Bereich des Knorpels befindet, bestehen bei Meniskusläsionen gute Heilungschancen.

Bei manchen Menschen verläuft ein Meniskusriss fast schmerzlos, während andere über Schmerzen im Kniebereich klagen. Normales Gehen ist nach einem Meniskusriss nicht mehr möglich und der Patient muss sich einer Operation unterziehen.

Der Meniskusriss wird normalerweise nicht als Notfall behandelt, aber mit einer Operation wird auch nicht länger als unbedingt notwendig gewartet, da der Knorpel sonst weiteren Schaden durch Belastung erleiden könnte. Bis zur Operation wird das Knie durch eine Bandage gestützt, das früher angewandte Eingipsen des Knies ist nun sowohl vor wie nach einer Operation umstritten.

Komplikationen

Je nach Schweregrad der Meniskus-Verletzung wird die Verletzung entweder operativ oder bei leichteren Fällen lokal behandelt. Kommt es aufgrund einer schweren Verletzung schließlich zu einer Operation, geht diese wie alle anderen Operationen auch mit bestimmten Risiken einher. Eine mögliche Komplikation - vor allem bei der offenen Operations-Methode - stellen die Nachblutungen dar.

Ein weiteres Risiko sind Infekte, die von bestimmten Keimen in der Wunde verursacht werden. Eine Infektion im Kniegelenk stellt im Zusammenhang mit einer Meniskus-verletzung eine sehr ungünstige Störung dar, da es durch die Entzündung zu schweren Schädigungen des Kniegelenk-Knorpels kommen kann. Eine Infektion nach einer Meniskus-OP tritt jedoch nur selten auf, da der operative Eingriff stets unter sterilen Bedingungen abläuft.

In manchen Fällen kann der Schmerz auch nach einer Meniskus-OP bestehen bleiben oder nach einem gewissen Zeitraum wieder auftauchen. Wenn es zu einem Ersatz des Meniskus kommt, besteht das Risiko, dass das Implantat ebenfalls einreißt. Eine weitere Komplikation nach einem Meniskus-Ersatz stellt ein Erguss im Knie dar. Dieser würde eine Punktion des Knies zu einer Notwendigkeit machen. Diese Nachwirkungen können auftauchen, kommen aber in der Realität nur sehr selten vor. Nach einer Meniskus-Operation sollte man generell stets das Risiko beachten, dass der Meniskus später erneut einreißen könnte.

Behandlung & Therapie

Die eigentliche Operation der Meniskusläsion erfolgt entweder in Teilnarkose oder in Vollnarkose. Dabei wird das Knie abgebunden und es wird ein kleiner Schnitt in der Nähe der zu operierenden Stelle nötig. Große Operationsschnitte sind mit der heutigen, invasiven Technik nicht mehr nötig.

Mit arthroskopischen Operationsgeräten entfernt der Operateur versprengten Knorpel, setzt die abgerissenen Teile des Meniskus wieder zusammen und vernäht sie. Bei manchen Patienten ist der Meniskus in zwei, drei oder sogar mehr Teile zerrissen. Danach wird die Wunde vernäht und das Bein bandagiert.

Ein am Meniskus operierter Patient braucht also viel Geduld, um das Knie wieder leistungsfähig zu machen. Mit der Krankengymnastik des operierten Knies wird meist schon wenige Tage nach der Operation begonnen. Wird die Bewegung des Knies nicht trainiert, so droht es zu versteifen. Die Termine beim Physiotherapeuten oder beim Orthopäden müssen daher vom Patienten unbedingt eingehalten werden.

Die Krankengymnastik schmerzt und die Behandlung kann sich über Monate, bei älteren Menschen auch über Jahre, hinziehen. In den ersten Wochen und Monaten nach der Operation wird der Arzt neuerlich Arthroskopien durchführen, um den Heilungsverlauf beobachten zu können. Dabei wird er auch durch Punktion Wundwasser entfernen, das sich im Knie immer wieder ansammeln kann.

Es gibt keine Garantie dafür, dass der Meniskus nicht neuerlich reißt. Unterstützend zur eigentlichen Operation und auch bei einer Arthrose kann in der Nachbehandlung Knorpelaufbau durch Unterspritzungen mit Hyaluronsäure versucht werden.

Das Ziel der Behandlung bei Meniskusverletzungen ist es, einerseits die Schmerzfreiheit oder zumindest eine Schmerzlinderung herbeizuführen sowie andererseits die Funktionsfähigkeit des Gelenks wiederherzustellen. Es kommt eine konservative, operationslose Therapie, aber möglicherweise auch eine Operation in Betracht. Liegen nur geringfügige Verletzungen des Meniskus vor, wird konservativ mit Medikamenten und Bewegungstherapie behandelt.

Häufig ist allerdings ein operativer Eingriff erforderlich, bei dem man sich jedoch um eine möglichst weitgehende Erhaltung des Knorpels bemüht. Vor Beginn der konservativen Therapie wird der Patient über den natürlichen Krankheitsablauf ausgeklärt. Ferner gibt der Arzt Ratschläge zu einem die Kniegelenke schonenden Alltagsverhalten. So sollten künftig keine Sportarten betrieben werden, die allzu viele abrupte Bewegungsänderungen erfordern. Auch zu tiefe Hockhaltungen sollte der Patient vermeiden.

Mit einer speziell ausgerichteten Krankengymnastik wird insbesondere die Muskulatur der Oberschenkel gestärkt. Dabei lässt sich auch die Elektrotherapie ergänzend einsetzen. Gehstützen entlasten die Kniegelenke des Rekonvaleszenten weitgehend. Bei zusätzlich vorliegender Entzündung wirkt Kühlung schmerzlindernd. Gegen schmerzhafte Entzündungen werden vorzugsweise kortisonfreie Medikamente verabreicht.

Operationen erfolgen, wie weiter oben schon agemerkt, heute im Wege einer Kniegelenksspiegelung bei Voll- oder Teilnarkose. Je nach Schadensausmaß werden Operationen ambulant oder stationär durchgeführt, wobei zumeist nur einwöchige Klinikaufenthalte erforderlich sind. Eine nicht arthroskopische, sondern offene Operation wird meist nur dann notwendig, wenn neben den Meniskusverletzungen (Meniskusläsionen) auch Bänder- und Knochenbeschädigungen vorliegen.

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Vorbeugung

Gegen Meniskusverletzungen hilft es vorbeugend, tiefe Hocken möglichst zu vermeiden. Sportarten, die die Kniegelenke besonders stark belasten (wie z. B. Skifahren, Hand- und Fußball sowie Tennis), sollten eher gemieden werden. Jedenfalls sollte vor dem Sport eine ausreichende Aufwärmphase stattfinden und auf das Tragen von Protektoren nicht verzichtet werden. Alternative Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sowie Gymnastik sichern langfristig die Beweglichkeit der Kniegelenke und stellen daher eine gute Prophylaxe gegen Meniskusläsionen dar.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Meniskusverletzung ist es notwendig, dass die Unterstützung eines Arztes in Anspruch genommen wird. Die Verletzung kann aus eigener Kraft trotz aller Bemühungen nicht ohne eine medizinische Versorgung vollständig beschwerdefrei ausheilen. Zusätzlich gibt es einige Möglichkeiten, die der Betroffene für die Verbesserung seines Wohlbefindens und schnelleren Linderung der Beschwerden anwenden kann.

Die Schonung des Knies ist dabei besonders wichtig. Eine Belastung des Gelenkes sollte vorsichtig und nur nach den individuellen Möglichkeiten erfolgen. Wird das Knie zu stark beansprucht, nehmen die Beschwerden zu. Krankengymnastische Übungen helfen bei einem gesunden und optimalen Bewegungsablauf. Diese können täglich und eigenverantwortlich durchgeführt werden. Zur Bewältigung des Alltags ist es ratsam, einige Abläufe umzustrukturieren und die Hilfe von Angehörigen oder Freunden in Anspruch zu nehmen. Das Tragen von gesundem Schuhwerk ist ebenfalls förderlich. Hohe Absätze sollten vermieden werden. Bequeme, geschlossene und atmungsaktive Schuhe in der richtigen Größe helfen, um falschen Belastungen oder einer Fehlstellung vorzubeugen.

Das Treiben von Sport ist bis zum Ende des Heilungsprozesses einzustellen. Auch im Anschluss sollten Sportarten, die eine starke Belastung für das Knie darstellen vermieden oder reduziert werden. Hilfreicher sind Sportarten, bei denen die Gelenke geschont werden. Zu ihnen zählen Schwimmen oder Walken.

Bücher über Meniskusriss

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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