Meningeom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Oktober 2017
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Ein Meningeom ist ein in den meisten Fällen gutartiger Hirntumor, der aufgrund seines langsamen Wachstums zu Beginn keine Beschwerden verursacht. Meningeome zählen mit etwa 15 Prozent aller Tumoren im Inneren des Schädels zu den häufigsten Hirntumoren, wobei Frauen häufiger an einem Meningeom erkranken als Männer.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Meningeom?

Ein Meningeom ist ein in der Regel benigner (gutartiger) und langsam wachsender Hirntumor, der von den sogenannten Meningen, den Deckzellen der Arachnoidea des Gehirns und Rückenmarks ausgeht, die als Spinngewebshaut zusammen mit der Pia mater als weiche Hirnhaut (Leptomeninx) die Schädelhöhle unterhalb der harten Hirnhaut auskleiden.

Meistens grenzen Meningeome von innen an die harte Hirnhaut und verdrängen mit fortschreitendem Wachstum das sie umgebende Gewebe, wodurch eine Schädigung der Hirnhaut sowie neurologische Störungen verursacht werden können. Ein Meningeom kann mehrere Tumorherde (Meningeomatose) sowie ein diffuses (verstreutes) Wachstum aufweisen, wobei bei Betroffenen mit mehr als einem Tumorherd meistens eine genetisch bedingte Erkrankung (Neurofibromatose Typ 2 bzw. Morbus Recklinghausen) vorliegt.

Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklung eines Meningeoms konnten bislang nicht vollständig geklärt werden. Als gesichert gilt, dass ein Meningeom entsteht, wenn arachnoidale Zellen bzw. Zellen der Spinngewebshaut entarten und wuchern, wobei die Auslöser für diesen Entartungsprozess unklar sind.

Daneben weisen Kinder, die infolge einer Tumorerkrankung einer Strahlentherapie ausgesetzt wurden, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von insbesondere malignen Meningeomen auf.

Ferner wird von genetischen Faktoren ausgegangen, da bei von Meningeomen Betroffenen in vielen Fällen ein Informationsverlust auf dem Chromosom 22 festgestellt werden kann.

Ein Schädelhirntrauma oder eine Hirnhautgeschwulst sowie andere Schädelverletzungen können jedoch als auslösende Faktoren für ein Meningeom ausgeschlossen werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Lage eines Gehirntumores im Gehirn. Klicken, um zu vergrößern.

Zur Diagnose eines Meningeoms kommen in erster Linie bildgebende Diagnoseverfahren wie ein CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) zum Einsatz. Hierbei wird der Tumor durch ein Kontrastmittel, mit welchem sich dieser anreichert, sichtbar gemacht.

Wird im Rahmen dieser Verfahren eine Geschwulst mit glatter Begrenzung im Bereich der Hirnhaut sowie die charakteristische Verdickung im Kontaktbereich zwischen Tumor und Hirnhaut festgestellt, kann von einem Meningeom ausgegangen werden.

In der Regel weist ein Meningeom einen guten Verlauf auf, kann allerdings in seltenen Fällen (1,7 Prozent) zu einem malignen Hirntumor mit Metastasenbildung entarten. Aufgrund des sehr langsamen Wachstum dieser Art von Hirntumor verursacht ein Meningeom zu Beginn oftmals keine Symptome und wird erst nach Jahren zufällig diagnostiziert.

Treten Symptome wie neurologische Störungen (Missempfindungen, Einschränkung der Seh- oder Sprachfähigkeit) auf, wird ein operativer Eingriff erforderlich. In einigen Fällen (13 Prozent), bei sogenannten anaplastischen bzw. atypischen Meningeomen, ist die Prognose weniger günstig.

Komplikationen

In den meisten Fällen wird ein Meningeom erst spät diagnostiziert, da es in den ersten Monaten und Jahren bei seinem Wachstum nicht zu besonderen Beschwerden oder Komplikationen führt. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Behandlung dieser Krankheit in der Regel nicht möglich. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an starken Kopfschmerzen und an Gefühlsstörungen.

Ebenso kommt es zu Störungen der Sensibilität und zu Lähmungen in verschiedenen Regionen des Körpers. Durch die Lähmungen und Bewegungseinschränkungen sind die Betroffenen möglicherweise auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen. Ebenso kommt es nicht selten zu epileptischen Anfällen und zu Sehstörungen.

Die Patienten leiden auch an Störungen des Denkens und des Sprechens, sodass die Kommunikation mit anderen Menschen durch das Meningeom ebenso erschwert ist. Die Lebensqualität wird durch diesen Tumor deutlich eingeschränkt. Durch einen operativen Eingriff kann der Tumor entfernt werden.

Ob die Beschwerden dabei vollständig verschwinden, kann nicht allgemein vorausgesagt werden. In der Regel sind die Betroffenen dann auch auf eine Chemotherapie angewiesen, bei welcher es nicht selten zu verschiedenen Nebenwirkungen kommt. Weiterhin kann auch die Lebenserwartung des Patienten durch das Meningeom verringert sein.

Behandlung & Therapie

Die Therapie richtet sich bei einem Meningeom nach Lage, Größe und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors. Aufgrund des prinzipiell benignen Charakters und des sehr langsamen Wachstums eines Meningeoms, wird dessen Entwicklung zu Beginn im Zuge von Verlaufsuntersuchungen beobachtet.

Manifestieren sich neurologische Störungen, wird das Meningeom im Rahmen eines operativen Eingriffs entfernt. Dabei dient eine Angiographie der Sichtbarmachung der Arterien der Hirnhaut, die das Meningeom versorgen und die zur Minimierung des Blutverlustes während des Eingriffs embolisiert (verödet bzw. verschlossen) werden. Ein operativer Eingriff zielt auf eine vollständige Entfernung des Meningeoms.

Sollte eine vollständige Entfernung des Tumors nicht möglich sein oder ein malignes Meningeom vorliegen, wird im Anschluss an die Operation eine zusätzliche Strahlentherapie erforderlich, um die Resttumorzellen abzutöten. Dabei werden kleine Tumoren (maximal drei Zentimeter im Durchmesser) einmalig im Rahmen einer Radiochirurgie mit einem Gamma-Knife bzw. Linearbeschleuniger mit hochdosierten Gammastrahlen bestrahlt. Diese Form der Therapie wird auch angewandt, wenn sich das Meningeom an einer für Operationen ungünstigen Lage befindet oder der Allgemeinzustand des Betroffenen einen solchen Eingriff nicht ermöglicht.

Eine Chemotherapie kommt bei einem Meningeom nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, da bislang lediglich einige wenige klinische oder experimentelle Studien hierzu existieren und die Wirksamkeit bei Meningeomen bislang nicht nachgewiesen werden konnte.

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Vorbeugung

Da die auslösenden Faktoren für die Manifestierung und Entwicklung eines Meningeoms bisher nicht geklärt sind, kann diesem nicht vorgebeugt werden. Allgemein sollten unnötige Bestrahlungen (insbesondere bei Kindern) sowie karzinogene Substanzen wie Nikotin oder Alkohol vermieden werden. Darüber hinaus stärken eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivität das körpereigene Abwehrsystem und tragen zur Minimierung des Krebsrisikos und somit auch des Risikos eines Meningeoms bei.

Das können Sie selbst tun

Begleitend zur medizinischen Behandlung, können Meningeom-Patienten zu einigen Strategien und Selbsthilfe-Maßnahmen greifen, um sich den Alltag zu erleichtern und die Therapie zu unterstützen.

Zunächst wird der Arzt Ruhe und Schonung empfehlen. Gerade in der ersten Zeit nach einer Operation muss der Betroffene auf anstrengende Tätigkeiten verzichten. Begleitend dazu empfiehlt sich eine ausgewogene Diät, in der statt Kohlenhydrate Ballaststoffe aufgenommen werden. Da Hirntumoren Zucker benötigen, um zu wachsen, sollte außerdem auf süße Speisen, bestimmte Fruchtsorten und gezuckerte Getränke wie Limonade oder Cola verzichtet werden. Lebensmittel wie Kichererbsen, Sojabohnen und Rotklee sollten aufgrund ihres hohen Biochanin-Gehalts – ein Ballaststoff, der eine heilende Wirkung auf Tumorzellen hat – in den Ernährungsplan aufgenommen werden. Neben einer Ernährungsumstellung empfehlen sich allgemeine Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Stress.

Betroffenen wird ebenso empfohlen eine Selbsthilfegruppe zu besuchen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Generell ist es wichtig, die Erkrankung zu verstehen, denn nur so kann sie langfristig auch seelisch überwunden werden. Der Verein Deutsche Hirntumorhilfe e.V. bietet weitere Informationen für Betroffene.

Bücher über Gehirntumor

Quellen

  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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