Membranöse Glomerulonephritis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 10. Oktober 2016
Sie sind hier: Symptomat.de Membranöse Glomerulonephritis

Die membranöse Glomerulonephritis ist eine entzündliche Erkrankung der Nierenkörperchen, die sich durch die Ablagerung von Immunkomplexen auszeichnet. Die Patienten leiden vor allem an einem nephrotischen Syndrom. Die Behandlung kann von einer medikamentösen Senkung der symptomatischen Proteinurie bis hin zu einer immunsuppressiven Therapie reichen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine membranöse Glomerulonephritis?

Als Glomeruli corpusculi renalis wird ein Gewebeanteil der Nierenkörperchen bezeichnet. Der morphologisch und funktional wesentliche Bestandteil ist vorwiegend für die Ultrafiltration des primären Harns zuständig. Die Nierenkörperchen inklusive der Glomuri können von unterschiedlichen Krankheiten betroffen sein. Eine dieser renalen Erkrankungen ist die membranöse Glomerulonephritis.

Diese entzündliche Krankheit wird auch als membranöse Glomerulopathie, als epimembranöse Glomerulonephritis oder membranöse Nephropathie bezeichnet und zählt zu den chronischen Nierenkrankheiten. Ablagerungen einzelner Immunkomplexe auf der äußeren Basalmembran der Glomeruri prägem das Krankheitsbild. Die membranöse Glomerulonephritis ist im Kindesalter zu einem Verhältnis von rund fünf Prozent für die Entwicklung nephrotischer Syndrome verantwortlich.

Im Erwachsenenalter ist die Erkrankung sogar die häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms. Die membranöse Glomerulonephritis betrifft das männliche und weibliche Geschlecht mit etwa gleicher Häufigkeit. Alle ethnischen Gruppen sind von der Erkrankung betroffen. In rund zwei Dritteln aller Fälle lässt sich für die Erkrankung an einer membranösen Glomerulonephritis keine Ursache bestimmen. Für ein Drittel ist von einer sekundären Glomerulonephritis in Folge einer primären Erkrankung die Rede.

Ursachen

Bei Kindern zählen zu den am häufigsten mit der membranösen Glomerulonephritis assoziierten Primärerkrankungen vor allem Infektionskrankheiten wie Hepatitis. Davon abgesehen kann die Krankheit eine Folge von HIV, Malaria, Autoimmunerkrankungen oder Syphilis sein. Unter den Autoimmunerkrankungen ist der systemische Lupus erythematodes eine verbreitete Ursache.

Neben diesen Auslösern kommen primäre Tumorerkrankungen als Ursache in Frage. Die bisher dokumentierten Krankheitsfälle sprechen außerdem dafür, dass die membranöse Glomerulonephritis zuweilen durch Medikamenteneinnahme verursacht wird, so zum Beispiel in Assoziation mit Substanzen wie Gold und Penicillamin. Immunkomplexe lagern sich bei der Erkrankung an der Basalmembran der Glomeruli ab.

Dieser Ablagerung geht die Sensibilisierung durch ein wahrscheinlich körpereigenes Antigen voraus. Bei den sekundären Formen lassen sich die sensibilisierenden Antigene auf die zugrundeliegende Primärerkrankung zurückführen. Multivalente Antikörper binden bei dieser Form der Erkrankung Antigene und lassen Immunkomplexe an der glomerulären Basalmembran entstehen. Nach einer Aktivierung des Komplementsystems lagern sich Komplementfaktoren C5b bis C9 ab und lösen entzündliche Reaktionen aus.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Patienten mit membranöser Glomerulonephritis leiden in rund 80 Prozent aller Fälle an einem nephrotischen Syndrom. Charakteristische Symptome dieses Phänomens sind unter anderem Proteinurie oder Hypoproteinämie. Proteinurie geht mit einem Proteinverlust einher, der Infektionen, Aszites, Ödeme und Thrombosen begünstigt.

Da große Mengen an Albumin verloren gehen, nimmt die Osmolarität innerhalb des Gefäßbetts ab und Flüssigkeit erreicht das Interstitium. Aus diesem Grund werden die Ödeme progredient verstärkt. Eine Gewichtszunahme kann sich einstellen. Über die Erscheinungen eines nephrotischen Syndroms hinaus leiden Patienten einer membranösen Glomerulonephritis in vielen Fällen an Mikrohämaturie und Hypertonie. Sie scheiden demnach oft Blut mit dem Urin aus.

In den meisten Fällen ist dieses Blut mit bloßem Auge allerdings nicht sichtbar. Die Hypertonie bedingt derweil eine Druckerhöhung oder einer Gewebespannungserhöhung, die im Gewebe über die physiologische Norm hinausgeht. Auch Hypercholesterinämie kann sich im Verlauf der Erkrankung einstellen. Der Schweregrad der einzelnen Symptome unterscheidet sich von Fall zu Fall. Leichte Schmerzen können entzündungsbedingt vorkommen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Der erste Verdacht auf eine membranöse Glomerulonephritis stellt sich durch den Nachweis von Proteinurie, Mikrohämaturie, erhöhtem Kreatinin, Hypalbuminämie oder Hypercholesterinämie. Zur Sicherung der Verdachtsdiagnose einer wird eine Nierenbiopsie veranlasst. Lichtmikroskopisch zeigt sich eine verdickte Baselmembran der Nierenkörperchen.

Elektronenmikroskopisch imponieren Immunkomplex-Depots, Basalmembran-Spikes und Verschmelzungen der Podozytenfußfortsätze. Patienten mit der Erkrankung besitzen sogar ohne Behandlung einen relativ günstigen Verlauf. Innerhalb von fünf Jahren tritt nur an etwa 14 Prozent der Betroffenen ein Totalverlust der Nierenfunktionen auf.

Für ein Drittel der Patienten normalisiert sich die Lage unbehandelt innerhalb eines Jahres. Für ein weiteres Drittel gehen die Symptome zumindest zurück. Für Asiaten besteht die beste Prognose. Auch Patienten mit medikamentöser Glomerulonephritis haben hervorragende Heilungsaussichten.

Behandlung und Therapie

Die allgemeine Therapie der membranösen Nephropathie kontrolliert die Wassereinlagerungen durch Diuretika, sichert die Nahrungszufuhr, reduziert Proteinurie und Bluthochdruck mittels ACE-Hemmern oder AT1-Antagonisten und korrigiert Fettstoffwechselstörung durch die Gabe von Statinen. Thromboembolische Komplikationen wird über die Gabe von Gerinnungshemmern vorgebeugt.

Neben diesen konservativ medikamentösen Maßnahmen wird Patienten mit besonders schwerem Verlauf eine immunsuppressive Therapie empfohlen. Aufgrund der teils schweren Folgen immunsuppressive Behandlung findet die immunsuppressive Therapie nur bei extrem ungünstiger Prognose statt. Teils werden hierzu alkylierende Substanzen wie Cyclophosphamid oder Chlorambucil in Kombination mit Mitteln wie Prednison verabreicht.

Darüber hinaus kann der selektiv gegen B-Zellen ausgerichtete und monoklonale Antikörper Rituximab Proteinurie vermindern. Beim Versagen aller konventionellen Schritte kann eine Mycophenolat-Mofetil-Behandlung von einem Jahr erfolgen. Statt Cyclosporin kann bei Unverträglichkeiten Tacrolimus gegeben werden. Außerdem besserte Pentoxifyllin in der Vergangenheit teils die Proteinurie der Patienten.

Dieselben Effekte wurden für nicht-steroidale Antiphlogistika beobachtet, die allerdings nierenschädigend wirken können. Sämtliche Behandlungsmaßnahmen sind als symptomatische Therapieschritte zu verstehen. Eine kausale Behandlung existiert für Patienten mit mambranöser Glomerulonephritis bislang nicht, da die Ursachen in vielen Fällen unbekannt bleiben. Eine kausale oder symptomatische Behandlung von primären Erkrankungen ist im Falle der sekundären Glomerulonephritis anzustreben.


Rezeptfreie Medikamente gegen Nierenschmerzen

Hier Informieren:
Parse error: syntax error, unexpected '<' in /www/htdocs/w00dc833/symptomat/extensions/SecurePHP/SecurePHP.body.php(65) : eval()'d code on line 1

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Membranöse Glomerulonephritis?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: