Meerträubel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Meerträubel reihen sich in die Pflanzenfamilie der Meerträubelgewächse ein und zählen zur Ordnung der Samenpflanzen. In der Diskunktion, einem Gebiet, indem Pflanzen vom übrigen Verbreitungsgebiet getrennt sind, gibt es zwischen 35 und 70 verschiedenen Arten.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Meerträubel

Meerträubel sind unter dem wissenschaftlichen Namen Ephedra bekannt. Es handelt sich um eine scharfe und bittere Heilpflanze, die giftig ist. In ihrem Aussehen gleicht sie einer Mischung aus Ginster und Schachtelhalm. Meerträubel sind mehrjährig, also auch winterhart, und kann zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch werden. Selten erreicht sie eine Höhe von einem Meter.

Beheimatet ist die Ephedra auf der gesamten Welt, da sie sich besonders gut an Hitze und Trockenheit anpassen kann. Am besten gedeiht sie in Trockengebieten, wie auf Sand oder an Felsen. Selten vorzufinden ist Meerträubel in Graslandschaften. In der „Alten Welt“, zwischen Arabien bis nach Portugal und Nordafrika und in der „Neuen Welt“, zwischen den USA und Südamerika, ist Meerträubel besonders häufig vorzufinden. Die fast 70 Ephedra-Arten verteilen sich über den gesamten Erdball.

Die verholzende Pflanze hat rutenartige Stiele und ihre Schuppenblätter sind gegenständig, aber fast gänzlich ohne Blätter. Die Farbe der Blüten ist sehr unscheinbar und kann grün, gelblich, aber auch leicht rötlich sein. Zu bewundern sind sie in der Blütezeit zwischen März und Mai. Aus den Hochblättern entwickeln sich bei Samenreife rote und fleischige Samen. Da die Samenanlage der Meerträubel nicht von Fruchtblättern geschützt sind, zählt sie zu den Nachtsamen. Durchschnittlich werden pro Zapfen ein bis drei gelbe bis rote, selten dunkelbraune, Samen gebildet. Gesammelt werden die Samen das gesamte Jahr über, aber besonders im Herbst, da der Wirkungsgehalt dann am höchsten ist.

Wirkung & Anwendung

Die Wirkung dieser Heilpflanze geht schon auf die traditionelle chinesische Medizin vor über 5000 Jahren zurück. Sie wurde vor allem zur Leistungssteigerung eingesetzt. Die Wirkung der Meerträubel wird aber in vielen anderen Bereichen der Heilmedizin verwendet. Die Inhaltsstoffe der Ephedra sind vorwiegend ätherische Öle, Alkaloide und Flavonoide.

In der Pflanzenheilkunde wird Meerträubel gegen Asthma und Atemwegserkrankungen verabreicht. Durch die Bronchien erweiternde Wirkung wird sie bei einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur verschrieben. Aufgrund der antiviralen und hustenlindernden Wirkung ist sie ein Hausmittel bei Erkältungen und auch bei Schilddrüsenerkrankungen wird Meerträubel eingesetzt.

Meerträubel kann in vielen verschiedenen Formen zu Linderung von Beschwerden eingesetzt werden. Aus der Pflanze werden Pulver, Absude, Tinkturen und Flüssigkeitsextrakte hergestellt. Bei der Zubereitung von Tee wird etwa ein Teelöffel des Meerträubel-Krautes mit nicht mehr kochendem Wasser übergossen. Das Ganze zieht zehn Minuten und wird anschließend abgeseiht. Pro Tag sollten nicht mehr als zwei Tassen dieser Sud getrunken werden. Nach einer dreitägigen Anwendung sollte mit dem Trinken des Tees pausiert werden. Der Tee verschafft vor allem bei Atemwegserkrankungen und Erkältungen Linderung.

Das aus den Meerträubeln hergestellte Pulver wird bei sehr vielen Krankheiten verschrieben. Um eine Linderung bei rheumatischen Schmerzen herbeizuführen, wird eine Tinktur aus Meerträubel hergestellt. Getrocknetes Kraut wird mit etwa einem Liter Wodka aufgegossen. Der Aufguss zieht bis zu zwei Wochen in einem luftdicht verschlossenen Glas an einem kühlen und dunklen Ort.

Ab und zu wird die Tinktur geschüttelt. Nach der Ziehzeit wird die Tinktur gepresst und in ein dunkles Fläschchen abgefüllt. Pro Tag sollten bei einem Erwachsenen nicht mehr als 300 mg der Tinktur verwendet werden. Meerträubel findet sich auch in vielen Medikamenten wieder. Sie ist Bestandteil von Hustensäften, Pastillen und Nasensalben.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Präparate mit Meerträubel sind generell verschreibungspflichtig und können in Deutschland seit 2006 nicht ohne ein Rezept erworben werden. Die Ausnahme bilden homöopathische Mittel, die Meerträubel nur in verdünnten und kleinen Mengen enthalten.

Durch die leistungsstärkende Wirkung zählt Meerträubel als verbotene Substanz bei Wettkampfsportarten. Die Zusammensetzung von Ephedrin ähnelt dem des körpereigenen Hormons Adrenalin. Die anregende Wirkung, die nach der Einnahme entsteht, gleicht einem Doping. Nebenwirkung nach einer Einnahme von Ephedra sind Schlaflosigkeit, Unruhe, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Bei Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, sollte auf eine Einnahme verzichtet werden, da Meerträubel blutdrucksteigernd wirkt. Durch das enthaltene Ephedrin, das auch Ausgangstoff der chemischen Droge Methamphetamin (Crystal Meth) ist, kann Meerträubel stark abhängig machen und toxische Wirkungen auf den Körper haben. In Kombination mit Herzmedikamenten können Herzrhythmusstörungen auftreten.

Beheimatet ist die Ephedra auf der gesamten Welt, da sie sich besonders gut an Hitze und Trockenheit anpassen kann.

In den USA ist Meerträubel in Form von Präparaten auch als Mittel für Schlankheitskuren bedeutend. Die appetithemmende Wirkung soll bei einem Gewichtsverlust unterstützend wirken. Bei Angstzuständen und Unruhe, sowie in der Schwangerschaft sollte Meerträubel nicht zu sich genommen werden. Informieren Sie sich vor einer Einnahme bei einem Arzt und Apotheker über die Wirkung und möglich entstehende Nebenwirkungen.

Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ist Meerträubel einer Grundstoffüberwachung unterstellt. Der Handel ist somit stark eingeschränkt und bei einem Erwerb im Internet sollte auf den Verkäufer und den gesamten Inhalt des Produktes geachtet werden. Meerträubel wird zur illegalen Herstellung von Betäubungsmitteln verwendet und ist auch als „Smartdroge“ bekannt.

Auf dem Markt können auch Saatgut und Meerträubel-Pflanzen erworben werden. Diese sollten aber nur für den Eigenbedarf gekauft werden. Der Erwerb und Besitz von Meerträubel ist nach dem Grundstoffüberwachungsgesetz melde- und genehmigungspflichtig.

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