Medizinische Berufsbekleidung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Die richtige medizinische Berufsbekleidung ist ein wichtiger Aspekt der Prävention von Infektionskrankheiten. Als Barriere zwischen Patienten und Personal schützt sie beide Seiten vor schädlichen Erregern und auch Verletzungen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Bekleidungsvorschriften und ebenso viele Kleidungsarten. Der richtige Einsatz und die vorschriftsgemäße hygienische Anwendung sind deshalb im medizinischen Alltag sehr wichtig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist medizinische Berufsbekleidung?

Medizinische Berufskleidung umfasst alle Arten von Arbeitskleidung, die im medizinischen Bereich getragen wird. Abhängig vom Einsatzbereich, und damit dem Aufgabengebiet, ist sie unterschiedlich konzipiert. Die Arbeitskleidung kann sich aus mehreren Teilen zusammensetzen oder auch selten einteilig sein. Moderne medizinische Berufskleidung besteht meist aus einem Oberteil und einer Hose.

Die Hauptaufgabe der Berufskleidung ist der Infektionsschutz. Medizinische Arbeitskleidung findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Die meiste Kleidung wird vom Pflegepersonal beansprucht. Dem folgen ärztliches Personal sowie Funktionsdiagnostik-Personal. Zu Letzterem gehören etwa die Bereiche Röntgen, Endoskopie, Sonografie oder Bestrahlungstherapie. Auf Krankenstationen arbeiten Gesundheits- und Krankenpfleger und -pflegerinnen. Im ärztlichen Dienst wird Kleidung für den Einsatz auf Station, in der Funktionsdiagnostik, in der Intensivmedizin oder im OP gebraucht.

Medizinische Berufskleidung wird von allen Gruppen medizinischen Personals getragen und ist in fast allen klinischen Einrichtungen Vorschrift. Eine Ausnahme stellen etwa psychiatrische Einrichtungen dar. Da die Patienten bei der Körperpflege wesentlich seltener Hilfe benötigen, wird auf manchen psychiatrischen Klinikstationen etwa auf besondere Schutzkleidung verzichtet.

Formen, Arten & Typen

Die Einsatzgebiete medizinischer Arbeitskleidung sind sehr vielfältig. Insbesondere im klinischen Bereich finden sehr viele verschiedene Bekleidungsformen Gebrauch. Häufig wird dabei die sog. Bereichskleidung erwähnt. Hierbei handelt es sich um Arbeitskleidung, die von Einsatzbereich zu Einsatzbereich unterschiedlich ist. Der Grund hierfür ist jedoch grundsätzlich nicht die Arbeitshygiene, sondern die Erkennbarkeit unterschiedlicher Aufgabenbereiche. So werden etwa OP-Unterkleidung, Intensivmedizin-Einheitskleidung und Pflege-Stationskleidung voneinander abgegrenzt.

Klassischerweise wird in Krankenhäusern im OP-Bereich grüne Kleidung getragen. In der Intensivmedizin trägt das Personal häufig ebenfalls grün bzw. hellgrün oder blau, und das weitere Pflege- und Arztpersonal trägt weiß. Durch diese Abgrenzung sind Bereiche klar voneinander getrennt. Es gibt einen gewissen Wiedererkennungseffekt.

Neben der Bereichskleidung gibt es noch Zusatzkleidung wie etwa Visitenmäntel für Ärzte. Diese waren ursprünglich als hygienische Schutzkleidung für die Visitation der Patienten gedacht. Heute werden sie aber meist durchgehend getragen. Nur im Funktions- und Diagnostikbereich bzw. im OP wird der Kittel abgelegt.

Der Arztkittel ist sicher das bekannteste Stück im Sortiment der Berufskleidung. Jedoch gibt es neben solchen berufsbezogenen Kleidungsstücken auch übergreifende Schutzkleidung. Dazu gehört etwa die Infektionsschutzkleidung, die im Isolationsbereich getragen werden muss, sowohl von Pflegenden als auch dem ärztlichen Personal. Hierbei können Einmalkittel aber auch waschbare Kleidung verwendet werden. Sie wird sowohl bei der Isolation, also dem Abgrenzen infektiöser Patienten, benutzt als auch bei der Umkehrisolation, dem Schutz immungeschwächter Patienten.

Aufbau & Funktionsweise

Medizinische Berufskleidung umfasst alle Arten von Arbeitskleidung, die im medizinischen Bereich getragen wird.

Der Aufbau medizinischer Kleidungssysteme hängt vom Einsatzbereich ab. Die häufigste Form ist eine Kombination aus Oberteil und Hose. Diese Art wird heute in fast allen Kliniken verwendet, vor allem im Pflegebereich. Einige Krankenhäuser verwenden auch noch die früher häufiger gebräuchlichen Pflegekleider. Besonders konfessionelle Häuser bieten diese Kleidung manchmal noch an.

Die gewöhnliche Pflegekleidung ist meist weiß. Zur Abgrenzung von Reinigungspersonal oder Angestellten der Funktionsabteilungen werden manchmal Farben genutzt. Teilweise ist auch nur eine farbige Einlage – etwa am Kragen – als Erkennungsmerkmal vorhanden. So tragen bspw. Kinderkrankenschwestern in einigen Kliniken ein Oberteil mit rosa Einlage, im Gegensatz zum Blau oder Weiß der anderen Pflegenden.

Das Standard-Oberteil in der Pflege ist der sog. Kasack oder das Schlupfhemd. Dabei handelt es sich um ein knopfloses Oberteil, welches einfach übergezogen werden kann. Darunter wird nur Unterwäsche oder Unterhemd getragen. Solche Kasacks verfügen über zwei bis drei Taschen. Zwei große Taschen befinden sich unten rechts und links auf der Vorderseite. Sie dienen zum Aufbewahren von Notizen, Schreibmaterial, Piepser oder anderen klinischen Kommunikationsgeräten. Manchmal ist auch noch eine Brusttasche aufgenäht, welche etwa zur Befestigung des Namensschilds genutzt werden kann.

Wegen des hohen Durchsatzes wird die Berufskleidung in der Pflege täglich gewechselt und ist meist nicht individualisiert. D.h., Namenszüge auf einfacher Pflegekleidung sind in den meisten größeren Kliniken nicht mehr gebräuchlich. Anders sieht es bei Arztbekleidung aus. Da Visitenmäntel und Stationskleidung bei Ärzten seltener gewechselt werden und allgemein weniger Kleidung für weniger Angestellte bereitgestellt werden muss, ist diese häufig noch mit einem "name tag" versehen. Für Ärzte gibt es zudem auch oft Wechselkleidung, etwa für die Arbeit in Funktionsdiagnostik oder OP. Die Stationskleidung wird deshalb oft weniger beansprucht.

Für Ärzte stehen im Allgemeinen andere Kleidungsstücke zur Verfügung als für Pflege- und Funktionspersonal. Während Röntgen-Assistenten und Krankenschwestern häufig die gleiche Kleidung tragen, nur unterschiedlich gefärbt, gibt es für Ärzte meist extra Bekleidung. Unter dem Visitenmantel kann ein sog. Visitenhemd getragen werden, das für Frauen und Männer unterschiedlich geschnitten ist. Dies ist bei Pflegekleidung in aller Regel nicht der Fall. Auch fallen die Hosen für Pflegepersonal oft sehr schlicht aus und sind nicht mit Taschen oder Knöpfen versehen. Statt eines Verschlusses gibt es meist nur ein durchgezogenes Verschlussband ohne Bündchen. Dies erleichtert allerdings die Waschbarkeit. Die Ärztekleidung hingegen ist häufig etwas ausgefeilter, besteht aus derberem Stoff und besitzt noch Knöpfe, Taschen und Hosenstall.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Die wichtigste Aufgabe von medizinischer Kleidung ist ohne Zweifel der Schutz von Patienten und Personal. Die Kleidung soll in erster Linie vor Verunreinigung der Haut schützen. Wenn man den Begriff Kleidung auch auf Schuhe ausdehnt, so kommt noch hinzu, dass diese vor Stichverletzungen schützen müssen, etwa durch eine herabfallende Spritze oder chirurgisches Besteck.

Durch die hohe Strapazierfähigkeit und Waschbarkeit leistet Bereichskleidung auch einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit einer Klinik. Die Vermeidung von Einweg-Kleidung ist hier ein wichtiger Punkt. Denn bei der Verwendung von Bereichskleidung in Kombination mit desinfizierbarer Mehrweg-Überkleidung kann diese die Wegwerf-Variante vollkommen ersetzen. Für die Bereichs- und Funktionskleidung von Ärzten und Funktionsmitarbeitern gilt das Gleiche. Hier kommt noch hinzu, dass die Kleidung in stärkerem Maße vor Körpersekreten schützen soll. Deshalb bedeckt sie größere Bereiche des Körpers – ein OP-Kittel ohne Ärmel wäre wohl undenkbar. In der Pflege hingegen wird im Bereich kurzärmelige Kleidung verwendet, allein schon wegen der ständigen Unterarm- und Händedesinfektion.

Im Allgemeinen schützt die Kleidung also den, der sie trägt, denjenigen, der von ihm versorgt wird, und wenn sie nachhaltig gehandhabt wird, auch die Umwelt.

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