Mediastinoskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Bei einer Mediastinoskopie handelt es sich um ein operatives chirurgisches Verfahren das durch einen minimalinvasiven Eingriff zur Diagnostik angewendet wird. Ziel dieser Untersuchung ist, Erkrankungen im Brustbereich, dem Mediastinum, auszuschließen oder nachzuweisen, sowie das Stadium der Erkrankung auszumachen. Es handelt sich um eine Verfahren zur Bildgebung und Entnahme von möglichen pathologische Gewebestrukturen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Mediastinoskopie?

Die Mediastinoskopie ist ein operatives Verfahren zur Bildgebung und Diagnostik. Ausgehend von der Technik können aber auch anatomische Strukturen präpariert und vollständig entfernt werden, wie beispielsweise einzelne Lymphknoten.

Mittels eines Endoskops wird das Mediastinum begutachtet. Dieses ist Teil des Brustkorbs und setzt sich aus der Luftröhre (Trachea), Speiseröhre (Ösophagus), ein Teil des Herzens und verschiedener dort verlaufender Nerven zusammen. Zudem liegen in dem Bereich des Mediastinum auch Lymphknoten und das Bries. Als Bries, auch bekannt unter dem Synonym Thymus, bezeichnet man ein Organ des lymphatischen Systems, das zum Immunsystem gehört. Heute wird die Mediastinoskopie als eine sogenannte Videomediastinoskopie durchgeführt.

Durch die Anwendung dieser Technik kann der zu begutachtende Bereich auf einem Monitor wiedergegeben werden und verbessert die Sicht, da einzelne Bereiche bis zu 15-fach vergrößert dargestellt werden können. Die anatomischen Strukturen des mittleren hinteren Mediastinums können so wesentlich besser und übersichtlicher eingesehen werden. Bei der klassischen Mediastinoskopie kann nur der Operateur über das Instrument, das Mediastinoskop, den Brustbereich einsehen. Mitwirkende in der Assistenz hatten kein Einblick auf das Operationsgeschehen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Mediastinoskopie wird fast immer zum Zweck einer Diagnostik durchgeführt und dient meist nicht zum therapieren möglicher Erkrankungen. Ziel der Mediastinoskopie ist das Beurteilen einer Erkrankung, sie zu diagnostizieren und gegebenenfalls das Stadium und Ausmaß festzustellen. Das Ergebnis des Verfahrens ist von hoher Bedeutung für den weiteren Verlauf der Behandlung des Patienten. Bevor dieser Eingriff durchgeführt wird, sollten Voruntersuchungen wie beispielsweise eine Magnetresonanztomografie (MRT), eine Computertomografie (CT), Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder ein Röntgen des Thorax durchgeführt werden.

Sind die vorangegangenen Diagnostikverfahren nicht aufschlussreich oder zeigen Vergrößerungen der Lymphknoten zwischen den beiden Lungenflügeln, so wird eine Mediastinoskopie notwendig.

Bei einer Mediastinoskopie kann der Operateur so mit einem Endoskop aufschlussreicher Bilder projizieren und Gewebeproben entnehmen. Das Verfahren findet unter einer kurzen Vollnarkose statt. Es muss ein kleiner Schnitt oberhalb des Sternums gesetzt werden. Durch den Schnitt wird das Mediastinoskop vorsichtig parallel zur Trachea (Luftröhre) bis vor ins Mediastinum geführt. Das Mediastinoskop ist ein spezielles dafür vorgesehenes Instrument, welches aus einem kleinem Rohr mit einer Kamera und einem Sauger besteht. Auf dem Monitor kann der Operateur und die Assistenten das Operationsgeschehen verfolgen.

Bei einer Mediastinoskopie wird mittels eines Endoskops das Mediastinum begutachtet. Dieses ist Teil des Brustkorbs und setzt sich aus der Luftröhre, Speiseröhre, ein Teil des Herzens und verschiedener dort verlaufender Nerven zusammen.

Der Operateur kann sich einen genauen Überblick verschaffen und eine Biopsie durchführen. Hierfür wird eine kleine Zange über das Rohr des Mediastinoskop in das Mediastinum eingeführt und kleine Gewebeproben des betroffenen Areals abgezupft. Die feinen entnommenen Gewebestrukturen werden dem Pathologen zur Untersuchung vorgelegt. Dieser kann mithilfe eines Mikroskops die entnommenen Proben testen und eine Aussage über Tumorart und Lage des sogenannten Muttertumors treffen.

Angewendet wird diese Art der Diagnostik bei Erkrankungen der Lunge und des Mediastinums, wie beispielsweise Sarkoidose, Lungenkrebs, Lymphome oder Befall der Lymphknoten. Des Weiteren können Arten bestimmter Infekte der Lunge, wie Tuberkulose, nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Grundsätzlich ist diese endoskopische Diagnostik notwendig, wenn Veränderungen an Organen im Brustbereich vorliegen oder vermutet werden. Betroffene Bereiche können die Lungenflügel, das Zwerchfell, Organe des Immunsystems, Luftröhre und die Speiseröhre, sowie Lymphknoten sein.

Festzustellen sind Flüssigkeitsansammlungen in der Pleura oder im Herzbeutel, die wässrig oder eitrig sein können, Lungentumore (z.B. Bronchialkarzinom), Sarkoidose (Morbus Boeck oder Morbus Schaumann-Besnier), ein malignes Lymphom oder ein diffus wachsender Tumor (Mesotheliom). Gibt es einen Verdacht durch die Symptomatik und die vorangegangenen Untersuchung einer solchen Erkrankung, sollte dieses Verfahren durch einen erfahrenen Facharzt durchgeführt werden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Wird eine Mediastinoskopie fachmännisch korrekt durchgeführt, birgt es wenig Risiken und es treten selten Komplikationen auf. Sehr Selten kann es zu vorübergehenden oder dauerhaften Nervenschäden kommen. In Einzelfällen kann es auch zu verletzungen der Organe des Mediastinums kommen. Dadurch können Blutungen, Nachblutungen oder Sensibilitätsstörungen auftreten.

Auch Herzrhythmusstörungen und vorübergehende Beeinträchtigungen der Stimmenbänder können als Komplikationen auftreten. Verletzungen im Bereich der Trachea und der Speiseröhre müssen genäht werden, es kann zu undichten Stellen führen. In sehr seltenen Fällen kann ein Pneumothorax auftreten. Nach dem Eingriff sollte eine lückenlose Verlaufskontrolle durchgeführt werden.

Auftretende Nebenwirkungen wie Fieber, Blutungen aus der Operationswunde, Schmerzen im Brustbereich oder auch Kurzatmigkeit sollten dem Facharzt umgehend mitgeteilt werden. Aber auch Schluckbeschwerden, Schwellungen im Hals und Heiserkeit bis hin zum Verlust der Stimme sind ernstzunehmende Nebenwirkungen.

Vor der Operation sollten Medikamente, die negativ auf die Blutgerinnung wirken, abgesetzt oder nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Bei Einnahme solcher Medikamente steig das Risiko von starken Blutungen während und nach der Mediastinoskopie. Rauchen und der Konsum von Alkohol vor und nach dem Eingriff können zu Wundheilungsstörungen führen.

Um kurz- und langfristigen Nebenwirkungen und Folgen Abhilfe zu verschaffen, sollte postoperativ physiotherapeutische Atemübungen durchgeführt werden. Die Prognose und der weitere Behandlungsverlauf ist von dem jeweiligen Befund, der die Mediastinoskopie erbracht hat, abhängig und wird mit dem behandelnden Arzt im Anschluss besprochen.

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Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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