Mediastinitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Mediastinitis ist eine Entzündung des Mittelfells (Mediastinum). Eine akute Mediastinitis ergibt sich in der Regel aus einer Perforation der Speiseröhre oder nach einer Herzoperation (mediane Sternotomie). Symptome sind starke Schmerzen im Brustkorb, Atemnot und Fieber. Die Behandlung einer Mediastinitis erfolgt mit Antibiotika oder mittels eines operativen Eingriffes.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mediastinitis?

Wird das Mediastinum - der Geweberaum, in dem alle Organe des Brustraums eingebettet sind - von einer Infektion betroffen, so entsteht eine schwere und lebensbedrohliche Erkrankung. Eine Verzögerung in der Diagnose oder Behandlung kann zum Tod führen, die Sterblichkeitsrate liegt bei 50 % der erkrankten Fälle.

Streptokokken, Staphylokokken und Pseudomonas sind Krankheitserreger, die Mediastinitis verursachen können. Die eitrige Entzündung des Gewebes breitet sich in hoher Geschwindigkeit durch die Blutgefäße aus und infiziert den Blutkreislauf sowie andere Teile des Körpers.

Eine Mediastinitis verursacht eine erhebliche Narbenbildung und stört die Funktionsfähigkeit von Herz und Lunge. Die chronische fibrosierende Mediastinitis verengt den Geweberaum und führt langfristig zu Beeinträchtigungen wie beispielsweise einer verdickten Gefäßmuskulatur. Männer aller ethnischen Gruppen zwischen 30 - 50 Jahren gehören zur höchsten Risikokategorie.

Ursachen

Ursache einer Mediastinitis ist gewöhnlich eine Infektion. Diese kann plötzlich auftreten (akut) oder sich langsam entwickeln (chronisch). Sie tritt am häufigsten infolge der Perforation der Speiseröhre bei Patienten auf, die einer oberen Endoskopie oder Brustoperation ausgesetzt waren.

Weitere Ursachen für die Beschädigung der Speiseröhre können schweres Erbrechen, die Einnahme giftiger Substanzen oder Prellungen (Traumata) sein.

Mediastinitis kann ebenfalls durch künstliche Beatmung, Infektionen der Zähne, Zahnfleisch, Ohren oder Nebenhöhlen, Strahlung oder Tuberkulose verursacht werden Zu den Risikofaktoren zählen ebenfalls Erkrankungen der Speiseröhre, Diabetes, Probleme im oberen Gastrointestinaltrakt, Krebs und ein geschwächtes Immunsystem.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Von Mediastinitis betroffene Patienten zeigen Symptome wie Fieber und Schüttelfrost, Atemnot, Schmerzen oder Ziehen in der Brust und ein allgemeines Unwohlsein.

Sie leiden unter Kurzatmigkeit oder haben Schmerzen in der Kehle. Einige Patienten erkranken innerhalb von nur ein paar Stunden schwer und während andere Symptome sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen. Die Diagnose einer Mediastinitis erfolgt mittels einer Computertomografie (CT) oder einer Röntgen-Thorax und ist in der Regel basierend auf den Symptomen sowie der vorliegenden Krankheitsgeschichte offensichtlich.

Sie sollte auch bei Patienten, die sehr krank sind, in Betracht gezogen werden. Um die Art der Infektion zu bestimmen, kann zudem mit einer Nadel aus dem Bereich der Entzündung eine Gewebeprobe entnommen werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Mediastinitis orientiert sich an den verursachenden Faktoren und erfolgt definitiv medikamentös unter ärztlicher Betreuung.

Patienten, die infolge einer kürzlich erfolgten Operation erkrankt sind, muss die Operationswunde wieder geöffnet und sorgfältig gesäubert sowie über mehrere Tage hinweg drainiert werden. Nekrotisches oder beschädigtes Gewebe wird entfernt. Nach Erleiden eines Risses oder Bruchs der Speiseröhre wird die beschädigte Stelle behandelt und das infizierte Areal entwässert.

Eine anschließende Therapie mit Antibiotika wie Ceftriaxon oder Clindamycin wird in der Regel für vier bis sechs Wochen angesetzt. Ziel ist die Verhinderung einer Ausbreitung der Mediastinitis auf Blutgefäße, Knochen, Herz und Lunge sowie die Vermeidung von Narbenbildung. Diese wird vor allem durch eine chronische Mediastinitis verursacht. In diesem Fall kommen den Abbau von Stoffwechselprodukten befördernde Medikamenten (sogenannte Kortikoide) zum Einsatz.

Damit soll die Vermehrung von Bindegewebe in den betroffenen Organen unterbunden werden. Um Pilzinfektionen vorzubeugen, können auch Antimykotika zur Therapie hinzugezogen werden. Die Behandlung einer chronischen Mediastinitis gestaltet sich außerordentlich schwierig und ist daher auch im Zusammenhang mit entlastenden Behandlungsmethoden zur Linderung krankheitsbedingter Auswirkungen zu sehen.

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Vorbeugung

Die einzig präventive Möglichkeit, um eine Mediastinitis als Folge einer Operation zu verhindern, ist die sterile Versorgung der Operationswunden nach einer Operation. Die zeitnahe und erfolgreiche Behandlung von Tuberkulose, Sarkoidose oder anderen mit Mediastinitis verbundenen Erkrankungen kann zusätzliche Risiken vermeiden. Dazu gehört ebenfalls die zuverlässige Ausheilung von entzündlichen Prozessen im Kopf- und Brustbereich wie Bronchitis oder Wurzelentzündungen.

Das können Sie selbst tun

Wurde eine Mediastinitis festgestellt, ist auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung erforderlich. Der Mediziner wird die Entzündung mittels Antibiotika behandeln oder einen operativen Eingriff einleiten. Die einzelnen Symptomen können unter Umständen selbst behandelt werden.

Die Schluckbeschwerden lassen sich durch Hausmittel wie warmen Honig oder Kamillentee lindern. Begleitend dazu bieten sich verschiedene Mittel aus der Homöopathie an, etwa das Präparat Belladonna in der Potenz D12 oder das Präparat Arnika. Husten und Atemnot können durch das Inhalieren von Salzwasserlösungen reduziert werden. Entsprechende Maßnahmen sollten allerdings zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden, um Komplikationen zu vermeiden. Nach einer Operation sind in erster Linie Schonung und Bettruhe angezeigt. Der Körper und insbesondere das Immunsystem ist in den ersten Tagen dem Eingriff noch sehr geschwächt und muss deshalb geschont werden.

In Rücksprache mit dem Arzt können verschiedene Hausmittel eingesetzt werden, um die Heilung zu fördern. Bewährt haben sich zum Beispiel warme Auflagen, aber auch kühlende Maßnahmen. Um eine starke Narbenbildung zu vermeiden, sollte die Wunde sorgsam gepflegt und regelmäßig von einem Arzt untersucht werden. Sollten sich Komplikationen bemerkbar machen, ist ebenfalls ein Arztbesuch angezeigt.

Bücher über Schluckbeschwerden

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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