Meatusstenose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Unter einer Meatusstenose wird eine Verengung der Harnröhrenmündung verstanden. Sie ist entweder angeboren oder tritt durch Verletzungen beziehungsweise Entzündungen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Meatusstenose?

Bei der Meatusstenose kommt es zu einer Verengung der Mündung der Harnröhre (Urethra). Genau wie die Harnröhrenklappe stellt auch die Meatusstenose eine infravesikale Obstruktion dar. Eine angeborene Verengung der Harnröhrenmündung macht sich oft bereits im Kindesalter bemerkbar. Häufiger zeigt sie sich beim männlichen Geschlecht, was auf dessen längere Harnröhre zurückzuführen ist.

Die Harnröhrenmündung ist Teil der menschlichen Harnröhre, deren Funktion sowohl beim Mann als auch bei der Frau in der Ausleitung des Urins besteht. Der Harn sammelt sich innerhalb der Harnblase und gelangt von dort aus in die Harnröhre, wo er aus dem Körper ausgeschieden wird. Durch eine Verengung der Harnröhre oder der Harnröhrenmündung kann es jedoch zu Störungen dieser Funktion kommen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Meatusstenose sind unterschiedlich. So kann die Verengung der Harnröhre bereits seit der Geburt bestehen. Aber auch Entzündungen wie eine Meatitis oder Balanitis, Verletzungen oder Tumore von gut- oder bösartiger Natur kommen als Verursacher der Stenose in Betracht. Darüber hinaus stellt die Meatusstenose eine Komplikation von Beschneidungen der Penisvorhaut (Zirkumzision) dar.

So wird die Häufigkeit mit neun bis elf Prozent angegeben. Da die Verengung der Harnröhrenmündung die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt, wird zu einer raschen medizinischen Behandlung geraten. Nicht immer lässt sich eine konkrete Ursache für die Verengung der Harnröhre finden, was besonders für Patienten unter 45 Jahren gilt. Bei älteren Betroffenen sind in erster Linie operative Eingriffe für eine nachträgliche Meatusstenose verantwortlich.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Als typisches Symptom der Meatusstenose gilt die Abschwächung des Harnstrahls. Dieser zeigt sich in manchen Fällen auch gespalten oder gedreht. Des Weiteren leiden die betroffenen Personen unter häufigem Harndrang sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Lässt sich die Blase nicht regelmäßig entleeren, drohen weitere Folgeerscheinungen wie Harnwegsinfekte, die sich wiederholt zeigen.

Beim männlichen Geschlecht geht die Verengung der Harnröhrenmündung nicht selten mit einer Hypospadie einher. Dabei verlagert sich die Öffnung der Harnröhre auf die untere Seite des Penis. Tritt eine Meatusstenose beim weiblichen Geschlecht auf, macht sich dies unter anderem durch wiederholte Harnwegsinfekte bemerkbar. Außerdem ist die Miktion erschwert.

Weitere mögliche Beschwerden sind eine Enuresis (Einnässen) sowie die Bildung von Restharn. Bei manchen Menschen kann eine Harnröhrenverengung auch eine vollständige Harnröhrenblockade zur Folge haben. In solchen Fällen leiden die Patienten unter erheblichen Schmerzen. Sogar eine Anstauung des Urins bis zu den Nieren ist denkbar.

Wird dieser Nierenstau nicht behandelt, besteht das Risiko von lebensgefährlichen Komplikationen. Bei Männern ist auch die Gefahr einer Vernarbung der Schwellkörper gegeben. Mediziner sprechen dann von einer Spongiofibrose, die wiederum Erektionsstörungen nach sich zieht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Liegt ein Verdacht auf eine Meatusstenose vor, wird empfohlen, einen Urologen aufzusuchen, der auf die Behandlung von Harnwegserkrankung spezialisiert ist. Dieser nimmt eine körperliche Untersuchung des Patienten vor. Nicht selten lässt sich die Stenose vom Arzt schon mit dem bloßen Auge erkennen. Eine weitere Untersuchungsmethode stellt die Harnröhrenkalibrierung dar.

Bei diesem Verfahren führt der Arzt behutsam Stäbe aus Metall oder Plastik in die Harnröhre ein, die verschiedene Durchmesser erreichen. Auf diese Weise kann das Ausmaß der Meatusstenose festgestellt werden. Bei einer zu geringen Öffnung ist meist ein kleinerer operativer Eingriff erforderlich. Die urodynamische Relevanz lässt sich mit einer Messung des Harnstrahls abklären.

Um Tumore in der Harnröhre auszuschließen, empfiehlt sich die Durchführung einer Harnröhrenspiegelung. Wird die Meatusstenose nicht behandelt, besteht die Gefahr von Urinstau und Nierenfunktionsstörungen, die sich negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken. Allerdings ist die Gefahr eines Rückfalls gegeben, selbst wenn die Therapie erfolgreich verläuft.

Komplikationen

Bei der Meatusstenose leiden die Betroffenen in den meisten Fällen an einem stark verringerten Wasserstrahl. Dabei können auch Schmerzen beim Wasserlassen auftreten, die die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern. Weiterhin können die Schmerzen auch brennend sein und führen damit nicht selten zu Depressionen oder zu anderen psychischen Beschwerden.

Mitunter schämen sich die Betroffenen nicht selten für die Beschwerden und leiden dabei an Minderwertigkeitskomplexen. Weiterhin können auch Infekte der Harnwege auftreten, die ebenfalls mit starken Schmerzen verbunden sind. Auch ein Nierenstau kann durch die Meatusstenose auftreten und dabei zu gefährlichen Beschwerden führen. Im schlimmsten Falle kommt es dabei zu einer Niereninsuffizienz, die unbehandelt zum Tode führen kann. #

Auch Erektionsstörungen können durch die Meatusstenose auftreten und zu Spannungen mit dem Partner oder ebenso zu einem depressiven Verhalten führen. Die Lebensqualität des Patienten wird durch diese Krankheit deutlich verringert und eingeschränkt. Die Behandlung der Meatusstenose findet durch einen operativen Eingriff statt.

In der Regel kommt es dabei nicht zu Komplikationen. Bei der Wundheilung kann es allerdings zu verschiedenen Störungen kommen, sodass die Betroffenen möglicherweise auf die Einnahme von Antibiotika angewiesen sind. Die Lebenserwartung wird in der Regel bei einer erfolgreichen Behandlung nicht eingeschränkt.

Therapie & Behandlung

Die Behandlung einer Meatusstenose erfolgt grundsätzlich mit einer Operation. So erwiesen sich andere therapeutische Maßnahmen bisher als wirkungslos. Als Operationsmethode erster Wahl gilt die Meatotomie (Harnröhrenschlitzung). Bei diesem Eingriff, bei dem der Patient eine Vollnarkoseerhält, erfolgt die Erweiterung der Harnröhrenöffnung. Dabei führt der Operateur ein spezielles Instrument, das mit einem kleinen Messer ausgestattet ist, in die Öffnung ein.

Das Messer schlitzt die Engstelle auf, sodass wieder ein ungehinderter Abfluss des Urins stattfinden kann. Ein Vernähen der kleinen Wunde ist nicht notwendig, da sie eigenständig abheilt. Damit der Heilungsprozess auch ungestört verläuft, erhält der Patient zeitweilig einen Katheter, mit dem der Urin abgeleitet wird. Aufwendig ist die Meatotomie nicht. So nimmt sie nur wenige Minuten in Anspruch und wird zumeist ambulant durchgeführt.

Eventuelle Operationsrisiken wie Wundheilungsstörungen oder Verletzungen, kommen nur selten vor. Handelt es sich um eine ausgeprägte oder komplizierte Meatusstenose, erfolgt zumeist eine Meatoplastik. Bei dieser Operationsmethode wird die Öffnung der Harnröhre vollständig neu aufgebaut. Zur Durchführung kommt ein operativer Eingriff, wenn der Patient unter Beschwerden beim Wasserlassen leidet. Liegt ein Urinstau vor, muss die Operation in jedem Fall stattfinden.

Zur Nachbehandlung der Meatusstenose sind noch einige Kontrolluntersuchungen nötig. Nicht durchgeführt werden kann eine Operation, wenn die Vollnarkose ein zu großes Risiko für den Patienten darstellt, was besonders bei Kindern der Fall sein kann.

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Vorbeugung

Der Meatusstenose vorzubeugen, ist kaum möglich. So besteht sie in manchen Fällen bereits seit der Geburt. Außerdem sind die konkreten Ursachen der Verengung oft unklar.

Das können Sie selbst tun

Eine Meatusstenose muss auf jeden Fall operativ behandelt werden. Dementsprechend konzentrieren sich die Selbsthilfe-Maßnahmen darauf, nach einem Eingriff an der Harnröhre die Beschwerden zu lindern und die Genesung zu fördern.

In den ersten Tagen nach der Operation sollte sich der Patient schonen. Körperliche Arbeit gilt es ebenso zu vermeiden wie Bewegung und anderweitige Maßnahmen, die zu einem Einriss der Wunde führen könnten. Nach zwei bis drei Wochen sollte die Wunde vollständig verheilt sein und der Patient darf den Körper wieder wie gewohnt belasten. Der Bereich um den Einschnitt sollte nach den Vorgaben des Arztes gepflegt werden. Mit dem Verständnis des Mediziners können zur Behandlung der Wunde natürliche Salben und Lotionen eingesetzt werden. Geeignete Präparate sind zum Beispiel Ringelblumensalbe oder Zinksalbe. Auch Anwendungen mit Melisse oder Kamille können die Abheilung der Wunde fördern.

Sollten sich Wundheilstörungen, Blutungen oder andere Komplikationen einstellen, ist ein Arztbesuch angezeigt. Patienten sollten nach einem Eingriff an der Harnröhre generell regelmäßig den Arzt aufsuchen, denn nur durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen können ernste Beschwerden und Komplikationen zuverlässig ausgeschlossen werden.

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Quellen

  • Finke, F., Piechota, H., Schaefer, R.M., Sökeland, J., Stephan-Odenthal, M., Linden, P.: Die urologische Praxis. Uni-Med, Bremen 2007
  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014

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