Mausarm (RSI-Syndrom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Oktober 2017
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Die Diagnose Mausarm oder RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury) bezieht sich auf Schmerzen im Nacken und in der Hand, verursacht durch die tägliche Arbeit am Computer. Muss die Arbeit gewechselt werden oder gibt es eine Chance auf Heilung?

Inhaltsverzeichnis

Definition Mausarm (RSI-Syndrom)

Ein Mausarm oder RSI-Syndrom entsteht, wenn der Bereich Nacken-Schulter-Arm dauerhaft überlastet wird. So weisen besonders häufig Sekretärinnen diese Krankheit auf.

Aus diesem Grunde wird der Mausarm in der Fachsprache auch Repetitive Strain Injury Syndrom (RSI-Syndrom) genannt. Der Mausarm äußert sich zuerst in einem Missempfinden und im Kraftverlust des Armes. Auffällig: Schmerzen gesellen sich erst später dazu. Weitere Kennzeichen eines RSI-Syndroms sind Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Fingern, Händen oder im Unterarm, die später zu mehr oder weniger starken Schmerzen führen werden.

Die Gelenke in Händen, Armen und in den Schultern können sich versteifen. Besonders am Morgen treten beim Mausarm häufig schmerzende und kalte Hände auf. Der Mausarm kann auch Muskelkrämpfe verursachen sowie Koordinationsstörungen in den betreffenden Extremitäten.

Ursachen

Vom Mausarm sind besonders Vielschreiber betroffen. Dazu gehören Texter ebenso wie Grafiker und Journalisten. Sie sitzen täglich viele Stunden am Rechner und vollziehen tausende von Klicks mit der Maus. Diese immer gleichen Abläufe der Bewegungen überlasten mit der Zeit Sehnen, Muskeln und Nerven.

Außerdem wird das umliegende Gewebe dauerhaft gereizt. Ein nicht ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz ruft häufig das RSI-Syndrom hervor. Ursächlich für einen Mausarm sind auch Stress, eine schlechte Körperwahrnehmung sowie eine hohe Arbeitsbelastung. Auch eine falsche Körperhaltung kann zum RSI-Syndrom führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose Mausarm stellt der Hausarzt anhand der geschilderten Symptome. Es gibt Bewegungstests, die das Krankheitsbild absichern.Röntgenaufnahmen werden ebenso wie Ultraschall und Magnetresonanztomographie nicht zur Untersuchung eingesetzt. Der Grund: Krankhafte Veränderungen lassen sich mit diesen Verfahren nicht darstellen.

Beim Mausarm wird der Neurologe jedoch die Nervenleitgeschwindigkeit messen, um das Ausmaß der Schädigungen zu erkennen. Der Verlauf beim RSI-Syndrom ist positiv, sofern nach der Diagnose sofort die Bedingungen am Arbeitsplatz verändert werden.

Werden die vorbeugenden Maßnahmen vergessen, kommt es in Kürze wieder zu einem Mausarm. Die Anerkennung des RSI-Syndroms als Berufskrankheit ist nicht immer möglich. Betroffene sollten deshalb sehr genau den Krankheitsverlauf des Mausarms dokumentieren.

Komplikationen

Durch das RSI-Syndrom leiden die Betroffenen in erster Linie an starken Schmerzen, die in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten können. In den meisten Fällen schmerzen dabei verschiedene Muskeln, wobei sich die Schmerzen auch in benachbarte Regionen ausbreiten können. Die Lebensqualität des Patienten wird durch das RSI-Syndrom deutlich verringert.

Weiterhin kommt es nicht selten auch zu Schmerzen an den Sehnen und den Gelenken, sodass Bewegungseinschränkungen und weitere Einschränkungen im Alltag des Patienten auftreten. Die Betroffenen leiden dabei nicht selten auch an einem Taubheitsgefühl oder an einem Kribbeln in den betroffenen Regionen. Durch die dauerhaften Schmerzen können auch psychische Beschwerden auftreten, sodass das RSI-Syndrom nicht selten zu Depressionen oder zu anderen Verstimmungen führt.

Falls die Schmerzen auch im Schlaf vorhanden sind, können diese auch zu Schlafbeschwerden führen. In der Regel kann das RSI-Syndrom durch Maßnahmen der Physiotherapie behandelt werden. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf und die Beschwerden können relativ gut gelöst werden. Allerdings muss in vielen Fällen auch eine Psychotherapie stattfinden, um die Ursachen des RSI-Syndroms zu bekämpfen. In einigen Fällen kann die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln zu Magenbeschwerden führen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung beim Mausarm stützt sich in der Regel auf die konsequente Veränderung der Bedingungen am persönlichen Arbeitsplatz. Jeder sollte hier nachdrücklich bei seinem Chef sein. Notfalls kann ein Arbeitsmediziner zu Rate gezogen werden.

Weiterhin wird der behandelnde Arzt Physiotherapie verschreiben. Hilfreich beim RSI-Syndrom sind Massagen und Gymnastik. Es ist wichtig, die vom Physiotherapeuten gezeigten Übungen dauerhaft daheim oder im Büro anzuwenden. Ein Mausarm braucht besonders viel Wärme. Auch Bestrahlungen können die Beschwerden lindern. Bewegungsbäder helfen ebenfalls beim RSI-Syndrom.

Natürlich kommen auch Schmerzmittel und Glukokortikoide zum Einsatz. Tabletten sollten jedoch nicht dauerhaft eingenommen werden, da sie nicht die Ursache bekämpfen und zur Abhängigkeit führen können. Manchmal hilft beim Mausarm auch der kurzzeitige Einsatz von Antidepressiva, damit der Patient seine Gedanken vom Schmerz weglenken und Entspannung finden kann.

Denkbar wäre auch eine Psychotherapie, um besser mit den Schmerzen umgehen zu können. Inmer jedoch ist die Behandlung bei einem Mausarm sehr zeitaufwendig. Krankmachende Bewegungsmuster müssen durch richtige Muster ersetzt werden. Dies erfordert viel Zeit und Übung.

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Vorbeugung

Einem RSI-Syndrom kann man wirkungsvoll vorbeugen, indem man auf regelmäßige sportliche Übungen achtet. Mehrere Pausen von einigen Minuten müssen stündlich bei der Arbeit am PC eingeplant werden.

Damit sich der Mausarm nicht entwickelt, sollte der Arbeitsplatz ergonomisch sein. Die PC-Maus dabei locker festhalten und regelmäßig zwischen Maus und Tastatur wechseln. Die Gelenke stets warm halten und in der Freizeit nicht zusätzlich am Rechner sitzen. Treten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Symptome des RSI-Syndroms auf, sollte man sofort zum Orthopäden gehen.

Das können Sie selbst tun

Um einem Mausarm oder RSI-Syndrom dauerhaft entgegenzuwirken, kann der Betroffene im Alltag auch selbst aktiv werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Verändern der monotonen Bewegungsabläufe, die für das Entstehen der Beschwerden verantwortlich sind. Häufig kommt es zu einem Mausarm, weil die betroffene Person die Computer-Maus zu fest mit der Hand umklammert. Besser ist es stattdessen, die Maus locker zu halten und so wenig Doppelklicks wie möglich mit ihr vorzunehmen. Hilfreich kann zudem ein regelmäßiger Wechsel zwischen Maus und Tastatur sein. Außerdem empfiehlt es sich, so weit wie möglich, Tastenbefehle zu verwenden.

Als weitere wirksame Selbsthilfemaßnahme gilt das Benutzen von speziellen Auflagen für Hände und Unterarme, um diese zu entlasten. Überaus wichtig ist zudem das regelmäßige Einlegen von Pausen bei der Computerarbeit. Des Weiteren sollte der Betroffene sich einen ergonomischen Stuhl für seinen Arbeitsplatz zulegen. So ist eine Sitzposition, die sowohl Natürlichkeit als auch Bequemlichkeit gewährleist, sehr hilfreich. Dabei ist es ratsam, die Sitzhöhe so zu wählen, dass die Beine beim Berühren des Bodens mit den Füßen in den rechten Winkel gelangen. Zu den sinnvollen Maßnahmen zählen außerdem das regelmäßige Aufstehen und Dehnen von Armen und Rücken.

Weil Stress das Entstehen eines Mausarms begünstigt, sollten Stresssituationen mithilfe von Entspannungsverfahren abgebaut werden. Sinnvolle entspannende Methoden sind Yoga, Meditation oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobsson. Das richtige Sitzen lässt sich beim Besuch einer Rückenschule erlernen.

Bücher über Mausarm & RSI-Syndrom

Quellen

  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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