Maul- und Klauenseuche (MKS)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Oktober 2017
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Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Erkrankung, die von Viren übertragen wird und vor allem Paarhufer betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Maul- und Klauenseuche?

Die Maul- und Klauenseuche betrifft vorrangig Schweine und Rinder. Theoretisch kommen jedoch auch die meisten anderen Paarhufer als möglicher Überträger der Viruserkrankung in Frage. So befällt die hoch ansteckende Krankheit auch Ziegen, Schafe, Rot- und Damwild.

Weitere mögliche Überträger sind Elefanten, Igel, Mäuse, Ratten und auch der Mensch. Symptomatisch für die Maul- und Klauenseuche sind Haut- und Schleimhautläsionen. Die Inkubationszeit liegt je nach Spezies bei 2 bis 18 Tagen. Obwohl auch der Mensch von der Maul- und Klauenseuche infiziert werden kann, gilt die Erkrankung als Tierseuche.

Ursachen

Die Maul- und Klauenseuche ist eine Viruserkrankung und bricht aus, wenn das Maul- und Klauenseuche-Virus den Wirt infiziert. Das Maul- und Klauenseuche-Virus ist ein Picornavirus und gehört somit zu den kleinsten Viren.

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Schmier- oder Kontaktinfektion. Auch eine Tröpfcheninfektion ist denkbar. Ist ein Lebewesen infiziert, treten vor allem im Mund- bzw. Maulbereich kleine Bläschen auf, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Bläschen, die auch als Aphten bezeichnet werden, enthalten den Erreger, der sich von dort aus weiter ausbreitet.

Infektionswege können Tierprodukte, Kleidung oder Arbeitsgeräte sein. Der Erreger kann sich auch über die Luft verbreiten. Die Aufnahme des Erregers geschieht in der Mehrzahl der Fälle durch den Mundbereich, d.h. es erfolgt eine orale Infektion.

Typische Symptome & Anzeichen

Da der Mensch sich in der Regel nicht an der Maul- und Klauenseuche infiziert, sind typische Symptome und Anzeichen nicht gegeben. In den Fällen, wo es jedoch trotzdem zu einer Erkrankung kommt, sind meist nur die Antikörper im Blut nachweisbar. Sehr selten kommt es zur Bläschenbildung an den Mundschleimhäuten.

Weiter Symptome sind:

Diagnose & Verlauf

Die Maul- und Klauenseuche führt bei einem infizierten Menschen nur zu schwachen Symptomen, die nicht ausreichend sind, um eine genaue Diagnose zu stellen. Zur Diagnose der Erkrankung ist es daher nötig, den Arzt über vorangegangen Kontakte zu Tieren zu informieren. Darüber hinaus wird ein Bluttest durchgeführt, um Antikörper nachzuweisen. Auch die Analyse der Flüssigkeit in den entstandenen Bläschen kann Aufschluss darüber geben, ob eine Infektion vorliegt.

Im Gegensatz zum Menschen weisen Tiere, die an der Maul- und Klauenseuche erkrankt sind, sehr eindeutige Merkmale auf. Neben den typischen Bläschen macht sich die Erkrankung durch einen ungewöhnlich starken Speichelfluss und hohes Fieber bemerkbar. Ist ein Tier infiziert, breitet sich die Krankheit vom Maulbereich durch die Speiseröhre bis in den Magen aus.

Die entstehenden Schmerzen führen dazu, dass betroffene Tiere bereits nach wenigen Tagen die Nahrung komplett verweigern. Bei ersten Anzeichen der Maul- und Klauenseuche bei einem Tier muss unverzüglich eine Anzeige beim zuständigen Tierarzt erfolgen. Beim Menschen ist die Erkrankung jedoch nicht meldepflichtig und ungefährlich.

Komplikationen

In der Regel kommt es durch die Maul- und Klauenseuche nicht zu Beschwerden oder zu besonderen Komplikationen. Der Mensch reagiert auf diese Krankheit in der Regel nicht, sodass es dabei auch nicht zu einem gesundheitsgefährdendem Zustand für den Betroffenen kommt. Allerdings kann der Körper selbst Antikörper gegen die Maul- und Klauenseuche bilden.

In einigen Fällen leiden die Betroffenen durch die Maul- und Klauenseuche an gewöhnlichen Beschwerden einer Erkältung oder eines grippalen Infektes. Es kommt dabei zu Fieber, Gliederschmerzen und zu starken Kopfschmerzen. Die Beschwerden selbst verschwinden in den meisten Fällen relativ schnell und führen nicht zu Komplikationen oder Folgeschäden. Aus diesem Grund ist keine besondere Behandlung durch einen Arzt notwendig und es kommt in der Regel zu einer Selbstheilung.

Betroffene Tiere müssen allerdings gesondert gehalten werden, damit die Maul- und Klauenseuche nicht weiterhin übertragen wird. Die Beschwerden können mit Hilfe von Medikamenten verringert und bekämpft werden. Eine weitere Behandlung oder die weitere Einnahme von Medikamenten ist dabei nicht notwendig. Die Maul- und Klauenseuche führt beim Menschen nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Maul- und Klauenseuche ist bei einem erkrankten Tier nicht möglich. Bis heute gibt es keine Therapie, die den ursächlichen MKS-Virus unschädlich macht. Da die Maul- und Klauenseuche vorrangig Tiere befällt, die als Nutztiere in großer Zahl gehalten werden, ist es unabdingbar, die Tiere bei dem ersten Verdacht auf die Erkrankung zu töten, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Die Maul- und Klauenseuche ist jedoch nicht immer tödlich. Vor allem erwachsene Tiere können die Seuche überleben, wenn sie isoliert von anderen infizierten Tieren gehalten werden.

Erkrankt ein Mensch an der Maul- und Klauenseuche ist oftmals keine Behandlung nötig. Die Symptome sind sehr schwach ausgeprägt und lassen bereits nach kurzer Zeit nach. In Ausnahmefällen treten Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber auf. In diesen Fällen kommen herkömmliche Medikamente zur Linderung der Beschwerden zum Einsatz. Die Mehrzahl der Infektionen bei Menschen verläuft jedoch komplett ohne Symptome.

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Vorbeugung

Die Maul- und Klauenseuche bricht in Tierbeständen aus und geht dort möglicherweise auf den Menschen über. Bei Auftreten der Erkrankung müssen daher zeitnah Maßnahmen ergriffen werden, die der Verbreitung der Krankheit vorbeugen. Betroffene Tierbetriebe werden mit einer Sperrzone umgeben, erkrankte Tiere müssen eingeschläfert werden. Gegenstände und Menschen, die mit erkrankten Tieren in Kontakt gekommen sind, müssen gründlich desinfiziert werden. Dies geschieht durch säurehaltige Desinfektionsmittel, die den säureempfindlichen MKS-Virus abtöten.

Das können Sie selbst tun

Bei MKS braucht der Betroffene selbst selten besondere Hilfe, da die Krankheit beim Menschen nur sehr selten schwer verläuft. Jeder Patient sollte aber wissen und zum Wohle Dritter berücksichtigen, dass die Maul- und Klauenseuche eine Zoonose ist, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann und umgekehrt. Wobei die Krankheit für Tiere sehr beschwerlich und sehr schmerzhaft ist und oft tödlich verläuft.

Ein Ausbruch der Krankheit beim Menschen ist, anders als bei Tieren, nicht meldepflichtig. Infizierte sollten aber dennoch einen Arzt aufsuchen und sich außerdem vor Augen halten, dass die Krankheit, die sie auf Klauentiere übertragen können, wirtschaftlich verheerende Folgen haben und ganze Tierbestände vernichten kann. Betroffen sind vor allem Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen sowie Rot- und Damwild. Pferde und Esel erkranken nicht an MKS. Allerdings können sich Wildtiere wie Ratten und Igel anstecken.

Bei MKS-Verdacht sollte ein Betroffener unbedingt alle Tierhalter informieren, mit denen er vor kurzem Kontakt hatte. Wer selbst gefährdete Tiere hält, sollte unverzüglich den Tierarzt verständigen und sich von allen infektionsgefährdeten Tierarten fernhalten. Diese dürfen weder gefüttert, gemolken noch gestreichelt werden, um einer Ansteckung vorzubeugen. Auch Zoofachgeschäfte sowie zoologische Gärten sollten nicht aufgesucht werden, da sich auch exotische Tiere infizieren können.

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Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Wolff, H.-P., Weihrauch, T.R. (Hrsg.): Internistische Therapie. Urban & Fischer, München 2012

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