Mauerraute

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) ist ein immergrünes Farngewächs aus der Familie der Streifenfarngewächse, das bevorzugt in Mauer- und Felsritzen wächst. Ihr wird nachgesagt, eine kleine Heilpflanze mit kleiner Wirkung sein. Dennoch ist sie ein Multitalent, da sie alle Organe unterstützt. Trotz dieser positiven Attribute spielt sie in der modernen Pflanzenheilkunde keine Rolle mehr.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Mauerraute

In der Volksheilkunde findet der Streifenfarn noch einige Anwendungen. Die Mauerraute ist auch unter dem englischen Namen Wall Rue sowie unter den volkstümlichen Namen Mauer-Streifenfarn, Steinrute und Stoanneidkraut bekannt. Das mehrjährige Farngewächs ist in allen gemäßigten Hemisphären der nördlichen Halbkugel zuhause und wächst sehr langsam, es kann eine Höhe von 15 Zentimetern erreichen.

Die Pflanze ist ein Kulturfolger, da sie bevorzugt in Mörtelfugen und Ritzen alter Mauern wächst und bis in die Innenstädte vordringt. Diese Standorte sucht sich das Gewächs aus, weil die Mauern alter Gemäuer in ihrem ursprünglichen Zustand hohle und feuchte Ritzen und Fugen aufweisen, die die Mauerraute zum Wachsen braucht. Auch Zeiten der Trockenheit kann sie gut aushalten. Ihr natürlicher Verbreitungsraum sind Gebirge und Mittelgebirge, wo sie sowohl saures als auch kalkhaltiges Gestein toleriert.

Ein Teeaufguss aus den getrockneten Blättern der Pflanze hilft als Mundspülung gegen kleine Verletzungen und Entzündungen im Mundraum.

Allerdings zieht sie nährstoffreiches Kalkgestein vor. In ihrer natürlichen Umgebung kommt sie lediglich als Begleiter weiterer Felsspaltenpflanzen vor. Außerhalb dieser natürlichen Standorte wird ihr der Charakter einer eigenen Pflanzenart unter dem wissenschaftlichen Namen Asplenietum trichomano-rutae-murariae - Mauerrautenflur - zugestanden. Das verdickte Rhizom und die Blattdrüsen überbrücken die trockenen Zeiten und bewahren die Rosettenpflanze vor dem Austrocknen.

Die Blätter sind drei- bis vierfach fiederförmig ausgebildet und zeigen einen unregelmäßig dreieckigen bis ovalen Umriss. Die Fiedern sind rautenförmig ausgebildet, vorne eingeschnitten oder gekerbt, am Grund keilig. Sie werden zwei bis drei Millimeter lang. Die Blattstiele und Blattspreite sind grün. Haben die Sori (Ansammlung von Sporangien) das Reifestadium erreicht, bedecken sie die komplette Unterseite der Fiedern, die dann braun werden.

Die Farnpflanze sieht nun gleichmäßig grün von oben und braun von unten aus. Bei Farngewächsen findet die Befruchtung durch einen Wassertropfen auf der Unterseite des Prothalliums statt, wobei die Eizellen die Spermatozoiden chemisch angelockt werden. Die Vorkeime sind linsengroß und wachsen in feuchten Nischen. Im Anschluss an die Befruchtung entwickeln sich die Sporophyten. Diese dienen der Vermehrung und der Photosynthese. Die Sporenbildung erfolgt ganzjährig. Die Sporangien sind in Form langer Streifen entlang der Leitbündel auf der Unterseite der Wedel angeordnet. Sie werden von einem durchsichtigen Indusium (Schleier auf Farngewächsen als dünnes Blatthäutchen) bedeckt.

Die Sporangien sind Selbstaussäer mit Kohäsionsmechanismus. Der Wind verteilt die Sporen als Körnchenflieger. Zwischen August und November reifen die Sporen an den Blättern. Wer die Mauerraute als Heilpflanze verwenden möchte, sollte die selbstausgesäten, wilden Exemplare sammeln, da sich eine Anzucht recht schwierig gestaltet. Ihre Verwendung ist aufgrund der leicht giftigen Wirkung jedoch nur zu empfehlen, wenn ausreichende Pflanzenkenntnisse bestehen.

Wirkung & Anwendung

Die natürlichen Inhaltsstoffe der Steinrute sind Tannine und Gerbstoffe. Da viele pflanzeneigene Inhaltsstoffe unverarbeitet starke Nebenwirkungen entfalten können, empfiehlt sich eine vorsichtige und ausschließlich verdünnte Dosierung. In der Volksheilkunde fand der Streifenfarn hauptsächlich Anwendung als Schleimlöser, bei Lungen-, Leber-, Milz- und Augenleiden und in der Astringenz.

Seine Heilwirkung ist astringierend, fiebersenkend, entgiftend, blutreinigend, augenwirksam, menstruationsfördernd, harntreibend, steinlösend und schleimlösend. Eine Anwendung ist induziert bei Augenkrankheiten, Menstruationsbeschwerden, Schwellungen und Rachitis. Ein Teeaufguss aus den getrockneten Blättern der Pflanze hilft als Mundspülung gegen kleine Verletzungen und Entzündungen im Mundraum.

In Wein gekocht wird dem Farn nachgesagt, als Haarspülung den Haarwuchs anzuregen. In Kamillenöl eingelegte Farnblätter und Farnwurzeln ergeben eine Tinktur zum Einreiben gegen Schwellungen, Muskelkrämpfe und Krampfadern. In der modernen Heilkunde findet das Farngewächs keine Verwendung mehr. Interessierte Hobbyheilkundler finden in dieser Hinsicht nicht viel über dieses rosettenförmige Farngewächs.

Die Hinweise der Pflanzenheilkunde erschöpfen sich hauptsächlich in der Zubereitung von Tees und geschichtlichen Hintergründen aus der Volksheilkunde. Hauptsächlich erfahrene Kräuterheilkundler der ländlichen und traditionsverbundenen Gebirgsgegenden von Bayern und Österreich verwenden diesen Kulturfolger noch als Kräutermischung, Kräutertee oder als Tinktur zum Einreiben. So spielt die Steinrute hauptsächlich in der Gartenkultur zusammen mit anderen Farnarten als Zierpflanze eine Rolle.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Wie alle Farngewächse, ist auch die Mauerraute leicht giftig. Die Blätter der Pflanze, die das ganze Jahr über gesammelt und verwendet werden können, sind nur schwer dosierbar. Aus diesem Grund wird von eigenverantwortlichen, medizinischen Selbstversuchen abgeraten. Kontraindikationen sind Schwangerschaft und Stillzeit. Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Verwendung des Streifenfarns auftreten können, sind typische Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Schwindelgefühl.

Da die Mauerraute in der modernen Heilkunde keine Rolle mehr spielt, findet sie im Gegensatz zu vielen anderen Heilkräutern im Bereich der Homöopathie keine Verwendung. Aus diesem Grund vertreiben Apotheken und Heilpraktiker keine Produkte mit ihren Bestandteilen in Form von Globuli, Tabletten oder Salben. Auch als Kräutertee ist das Farngewächs, im Gegensatz zu vielen anderen populären Kräutern wie Johanniskraut oder Brennnesseln, nicht verkäuflich.

Allerdings ist die Steinrute bei manchen Menschen immer noch beliebt bei Augenleiden. In der Vergangenheit wurden aus dem getrockneten Pflanzenextrakt Augentropfen gegen Augenentzündungen hergestellt. Heutzutage wird von einer derartigen Verwendung wegen einer möglichen Infektionsgefahr jedoch abgeraten.

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