Mariendistel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Mariendistel ist eines der bekanntesten pflanzlichen Arzneimittel zur Stärkung der Leberfunktion. Schon in der Antike war sie als Heilmittel bekannt und kam schon im Mittelalter bei verschiedenen Beschwerden zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Mariendistel

Die Mariendistel (Silybum marianum), unter anderem auch wilde Artischocke genannt, gehört zur Gattung der Korbblütler und kommt ursprünglich aus Nordafrika und Südeuropa. Von dort gelangte sie im Mittelalter nach Mitteleuropa, wo sie hauptsächlich in wärmeren Gegenden und trockenen Gebieten bis zu 1,50 m hoch wächst. Ihre Blätter sind am Rand stachelig und haben weiße Marmorierungen in den Blattadern.

Diese Marmorierung ist typisch für die Mariendistel und gaben ihr auch den Namen. Der Legende nach fielen ein paar Tropfen Milch auf die Blätter einer Distel, als die heilige Maria das Jesuskind stillte. Die kugelartigen, nur circa 5 cm großen Blüten der Mariendistel sind violett, die Pflanze blüht im Juli und August. Im August/September entwickeln sich aus den Blüten Früchte mit Samen, an denen zuerst noch eine Haarkrone (Pappus) hängt wie bei der Pusteblume, die aber schnell abgeworfen wird und keine Verwendung in der Arzneimittelherstellung findet.

Wirkung & Anwendung

Die Mariendistel hat als Heilpflanze eine lange Tradition. Bereits in der Antike kannte man ihre heilende Wirkung und im Mittelalter wurde sie schon in Klostergärten angebaut. In alten Kräuterbüchern, zum Beispiel bei Hildegard von Bingen, findet man Rezepte für Distelaufgüsse gegen stechende Bauchschmerzen, Krämpfen, Blutungen, Hitzewallungen und zur Anregung des Milchflusses.

Auch Paracelsus wusste um ihre Wirkung gegen stechende Schmerzen. Heute ist sie vor allem für ihre positive Wirkung auf die Leber bekannt. Diese entdeckte Mitte des 19. Jh. der Arzt Johann Gottfried Rademacher.

Die Mariendistel gilt als eines der wirksamsten Naturheilmittel zur Unterstützung der Leberfunktion bei der Verdauung und Entgiftung des Körpers. Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen die positive Wirkung auf die Leber. Für Arzneimittel werden die Früchte der Mariendistel verwendet. Sie enthalten ein Wirkstoffgemisch aus Silymarin, ein Flavonoidgemisch, Fettsäuren und Eiweiß, das direkt unter der Schale sitzt. Der Hauptwirkstoff ist das Silymarin.

Mariendistel stärkt die Membran der Leberzellen und schützt sie vor dem Eindringen giftiger Stoffe.

Verwendet wird die Mariendistel hauptsächlich als Fertigpräparat. Man kann sie als hochkonzentrierten Trockenextrakt in Apotheken bekommen. Darüber hinaus gibt es sie als Tabletten, Kapseln oder Dragees mit einem bestimmten Gehalt an Silymarin. Empfohlen wird eine Tagesdosis von 200 - 400 g Silymarin. Wenn man unter schweren Leberproblemen leidet, sollte circa 2 Wochen lang eine höhere Dosis eingenommen werden, danach kann die Dosis wieder gesenkt werden.

Im Allgemeinen ist ein Tee aus Mariendistelextrakt nicht so wirksam, weil das Silymarin sich nicht in Wasser löst, aber bei Gallenbeschwerden und Verdauungsproblemen kann er helfen. Für die Teezubereitung nimmt man 2 Teelöffel Mariendistel-Früchte, zerstößt sie und übergießt sie mit 150 ml kochendem Wasser. Dann lässt man den Tee 10 - 15 Minuten ziehen und gießt ihn anschließend durch ein Sieb. Für eine 6-wöchige Kur kann man 3 bis 4 Tassen pro Tag trinken.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Mariendistel ist das bei weitem wirksamste Mittel bei Lebererkrankungen. Sie übertrifft in ihrer Wirkung sogar synthetische Arzneimittel. Zur Anwendung kommen das getrocknete Kraut und die Früchte. Mariendistel schützt die Leberzellen vor Giften, regeneriert sie, wirkt antioxidativ und sorgt über die Anregung des Gallenflusses für eine Verbesserung der Fettverdauung.

Wegen ihrer durch wissenschaftliche Studien nachgewiesenen positiven Wirksamkeit bei chronischen Leberentzündungen, Leberzirrhose und Leberschäden durch Vergiftungen wurde sie vom Bundesgesundheitsamt als offizielle Heilpflanze für die innere Anwendung.

Mariendistel stärkt die Membran der Leberzellen und schützt sie vor dem Eindringen giftiger Stoffe. Das Silymarin sorgt auch dafür, dass sich die Leber nach einer Schädigung besser erholt. Einige Studien konnten auch nachweisen, dass Extrakte aus Mariendistelfrüchten dafür sorgen, dass Lebererkrankungen, zum Beispiel eine Fettleber, langsamer voranschreiten. Mariendistel hilft bei Vergiftungen, zum Beispiel durch Pilze, und gleicht die Auswirkungen von Alkoholgenuss aus.

Die Anwendung von Mariendistelpräparaten sollte am besten nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Fertigpräparate helfen besser als ein Teeaufguss, weil die Inhaltsstoffe sich schlecht in Wasser lösen und die Konzentration im Tee nicht hoch genug ist. Gegen Völlegefühl und Blähungen kann ein Tee aber helfen.

Die Hauptanwendungsgebiete der Mariendistel sind:

  • akute Leberentzündung durch Vergiftungen (zum Beispiel durch Pilze, Medikamente und Alkohol)
  • chronische Leberschäden durch Gifte, Medikamente, Alkohol und Viren
  • Leberschwäche nach akuten schweren Erkrankungen, zum Beispiel Grippe, Operationen, Verbrennungen
  • Leberschwäche bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma
  • Leberstärkung und -entgiftung
  • Verdauungsbeschwerden

Nebenwirkungen treten kaum auf. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten sie besser nicht einnehmen. Normalerweise werden Mariendistelpräparate gut vertragen, aber wenn sie höher dosiert werden, kann es zu Blähungen und Bauchschmerzen kommen. Gelegentlich kann es zu Durchfall kommen.

In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollten Mariendistelpräparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, auch bei bekannten Allergien gegen Korbblütlergewächse. Es ist sinnvoll, sich vom Arzt beraten zu lassen, welches Mariendistelpräparat sinnvoll ist.

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