Malassimilationssyndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. August 2017
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Hinter dem Malassimilationssyndrom wird eine ungenügende Aufnahme und Speicherung von Nährstoffen verstanden, deren Ursachen vielfältig sind. Meist wird eine Symptombekämpfung durch individuelle Therapie zur Behandlung ursächlicher Faktoren ergänzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Malassimilationssyndrom?

Das Malassimilationssyndrom beruht bei Betroffenen auf der Tatsache, dass aufgenommene Nährstoffe nicht in ausreichendem Maß verwertet werden können.

In der Regel drückt sich das Malassimilationssyndrom durch charakteristische Symptome wie starken Durchfall und den Verlust von Körpergewicht aus. Der für das Malassimilationssyndrom typische Durchfall wird in der Medizin auch als sogenannter Fettstuhl bezeichnet; dieser Stuhlgang weist eine lehmartige, glänzende Konsistenz auf und zeichnet sich in der Regel durch seinen charakteristisch scharfen Geruch aus.

Da vom Malassimilationssyndrom Betroffene in der Regel mehrmals täglich größere Mengen Stuhl ausscheiden, stellen sich in der Folge häufig Mangelerscheinungen ein; so fehlen dem Organismus etwa benötigte Mineralstoffe, Vitamine und/oder Eiweiße. Entsprechende, durch ein Malassimilationssyndrom hervorgerufene, Mangelerscheinungen führen in vielen Fällen zu Leistungsabfällen und Müdigkeit bei betroffenen Patienten.

Ursachen

Ein vorliegendes Malassimilationssyndrom kann verschiedene Ursachen haben. So können beim Betroffenen beispielsweise Verdauungsenzyme fehlen, die zur Verwertung aufgenommener Nahrung benötigt werden; ist infolge dessen nur eine eingeschränkte Verdauung möglich, wird dies in der Medizin auch als sogenannte Maldigestion bezeichnet.

Hinter einer eingeschränkten Produktion von Verdauungssäften können sich in diesem Zusammenhang etwa Entzündungen oder Entfernungen der Bauchspeicheldrüse verbergen. Infolge von Lebererkrankungen oder Gallensteinen sowie von Dünndarmerkrankungen kann schließlich auch ein Mangel an (zur Verdauung benötigter) Gallensäure zum Malassimilationssyndrom führen.

Entstehen kann ein Malassimilationssyndrom darüber hinaus auch, wenn der Organismus eines Betroffenen Nährstoffe zwar spalten, aber nicht aufnehmen kann. Möglich ist dies beispielsweise aufgrund von Infekten bzw. chronischen Entzündungen des Darms, bösartigen Erkrankungen des Dünndarms, einer gestörten Darmdurchblutung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie etwa der Glutenunverträglichkeit.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Aufgrund der vergleichsweise unspezifischen Symptome eines Malassimilationssyndrom und der vielfältigen Ursachen, die sich hinter dem Syndrom verbergen können, bedarf es meist verschiedener Untersuchungen, um eine entsprechende Diagnose zu stellen.

Mögliche Untersuchungsmethoden umfassen hier beispielsweise die Sonografie (umgangssprachlich auch als Ultraschalluntersuchung bezeichnet) oder die Computertomografie, um Bereiche des Bauchraums bildlich darzustellen. Auch Untersuchungen von Stuhl und Blut eines Betroffenen können Hinweise auf ein vorliegendes Malassimilationssyndrom geben. Je nach vermuteter Ursache der Erkrankung können auch Entnahmen von Gewebe spezifischere diagnostische Aussagen ermöglichen.

Welchen Verlauf ein Malassimilationssyndrom beim Einzelnen nimmt, ist vor allem abhängig von den Erkrankungsursachen und von den Möglichkeiten, eine entsprechende Ursache medizinisch zu behandeln. Ist eine Behebung der ursächlichen Faktoren eines Malassimilationssyndroms nicht möglich, richtet sich der Verlauf des Syndroms unter anderem nach dem Erfolg einer symptomatischen Behandlung.

Komplikationen

In erster Linie leiden die Betroffenen durch das Malassimilationssyndrom an Störungen der Verdauung und damit an Beschwerden im Magen und im Darm. Es kommt dabei zu starkem Durchfall und in der Regel auch zu Blähungen. Weiterhin leiden die Patienten auch an einem starken Gewichtsverlust, welcher sich im Allgemeinen sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirkt.

Durch das Malassimilationssyndrom kommt es auch zu einer Abgeschlagenheit, die eine ständige Müdigkeit des Patienten bewirkt. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen wird durch diese Krankheit deutlich verringert, sodass es zu verschiedenen Einschränkungen im Alltag kommt. Weiterhin führt das Malassimilationssyndrom auch zu einem Mangel an Vitaminen und an Mineralien. Daraus können sich verschiedene Komplikationen und Beschwerden einstellen, welche sich sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirken.

In der Regel findet immer eine kausale Behandlung des Malassimilationssyndroms statt. Weiterhin kann der Mangel an Nährstoffen auch durch verschiedene Lösungen ausgeglichen werden. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Dabei kommt es allerdings nicht in jedem Fall zu einem positiven Krankheitsverlauf. Weiterhin kann auch die Lebenserwartung des Patienten durch diese Beschwerde eingeschränkt sein.

Behandlung & Therapie

Therapeutische Maßnahmen, mit denen einem Malassimilationssyndrom zu begegnen ist, sind zunächst zu unterscheiden nach Interventionen, die die Ursache des Syndroms bekämpfen, und solchen Maßnahmen, die der Linderung auftretender Symptome dienen.

Im Rahmen einer Symptombekämpfung bei vorliegendem Malassimilationssyndrom erfolgt beispielsweise häufig eine Regulation des körpereigenen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts (bei Elektrolyten handelt es sich um vom Organismus benötigte Stoffe wie etwa Salze und Mineralstoffe); Ziel dieses Therapiebausteines ist es, Verlusten entgegenzuwirken, die beim Betroffenen durch den krankheitstypisch starken Durchfall entstehen. Dem Ausgleich symptomatischer Mangelzustände bei vom Malassimilationssyndrom Betroffenen dient darüber hinaus eine ergänzende Gabe von Nährstoffen wie beispielsweise Vitaminen.

Eine symptomatische Syndrombekämpfung geht in der Regel mit begleitenden, ursächlichen Behandlungsschritten einher; erfolgende Therapieschritte orientieren sich dabei am individuellen Beschwerdebild, das zu einem Malassimilationssyndrom geführt hat. Liegen einem Syndrom beispielsweise Gallensteine zugrunde, so können diese auf verschiedene Weise entfernt werden. Entzündliche Darmerkrankungen oder Durchblutungsstörungen des Darms sind je nach Einzelfall und medizinischer Einschätzung etwa medizinisch zu kontrollieren.

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Vorbeugung

Faktoren wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chronischen Darmerkrankungen, die zu einem Malassimilationssyndrom führen können, ist in der Regel nur eingeschränkt vorzubeugen. Liegen bei einem Betroffenen allerdings entsprechende Grunderkrankungen vor, so können in vielen Fällen frühzeitige und fachkundige Behandlungs- bzw. Interventionsschritte dazu beitragen, ein auftretendes Malassimilationssyndrom zu verhindern; bei bereits vorliegendem Malassimilationssyndrom können entsprechende Behandlungsschritte einer Symptomverschlimmerung entgegenwirken.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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