Makulaödem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Oktober 2017
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Als Makulaödem bezeichnet man eine Ansammlung von Flüssigkeit im menschlichen Auge. Die Flüssigkeitsansammlung, das Ödem, befindet sich dabei im Bereich des Gelben Flecks. In der Folge kommt es zu Sehstörungen und insbesondere zu unscharfem Sehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Makulaödem?

Bei einem Makulaödem entsteht eine Schwellung der Netzhaut. Insbesondere im Bereich der Makula schwillt das Gewebe an. Die Makula ist ein kleiner Bereich in der Mitte der Netzhaut. Da sich hier die meisten Sehzellen befinden, ist die Makula der Ort des schärfsten Sehens. Das Licht, das auf ein Objekt fällt, wird zu Teilen reflektiert und gelangt dann in das Auge. Durch die Hornhaut und die Linse wird das Licht gebündelt. So fällt das Licht auf das Zentrum der Netzhaut, auf die Makula.

Hier liegen zahlreiche lichtempfindliche Sinneszellen, sogenannte Photorezeptoren. Die Sinneszellen wandeln die eintreffenden Lichtsignale in elektrische Signale um. Diese elektrischen Signale werden dann über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. Dieses setzt dann die Signale aus dem Auge zu einem fertigen Bild zusammen.

Beim Makulaödem kommt es unter dem oder im sogenannten Pigmentepithel der Netzhaut zu einer umschriebenen Schwellung und zu bläschenartigen Wasseransammlungen. Zu unterscheiden sind vier Stadien des Makulaödems. So gibt es das fokale, das klinisch signifikante, das diffuse und das ischämische Makulaödem.

Ursachen

Für ein Makulaödem gibt es zahlreiche Ursachen. So kann es bei einer Retinitis oder einer Uveitis zu einer Schwellung der Makula kommen. Eine Retinitis ist eine Entzündung der Netzhaut, die meist durch Infektionen mit bestimmten Bakterien oder Viren verursacht wird. Borrelien, Toxoplasma gondii oder das Zytomegalievirus sind mögliche Auslöser einer Retinitis.

Auch bei bestimmten Erbkrankheiten kann es zu Netzhautentzündungen kommen. Bei einer Uveitis ist die mittlere Augenhaut (Uvea) entzündet. Häufige Ursache des Makulaödems sind auch Gefäßschäden der Netzhaut, die durch einen Diabetes mellitus hervorgerufen werden. Man spricht hier von einer diabetischen Retinopathie. Durch die erhöhten Zuckerspiegel beim Diabetes mellitus werden insbesondere die kleinen Blutgefäße, wie beispielsweise die Kapillargefäße der Netzhaut, geschädigt. So kommt es zu Schwellungen im Bereich der Netzhaut und damit auch zu einer Schädigung der Netzhaut.

Diese Schädigung bleibt oft zunächst unbemerkt. Die diabetische Retinopathie ist jedoch in Europa die häufigste Erblindungsursache. Auch durch einen Verschluss der Venen der Netzhaut kann es zu einem Stau und damit zu einem Makulaödem kommen. Ein solcher retinaler Venenverschluss entsteht, wenn ein Blutgerinnsel (Thrombus) sich im Gefäß bildet oder aus einem anderen Gefäß eingeschwemmt wird. Risikofaktor für die Entwicklung eines retinalen Venenverschlusses ist arterieller Bluthochdruck. Auch bei Diabetes mellitus oder bei bestimmten Formen des Glaukoms steigt das Risiko, dass sich Thromben in den Blutgefäßen bilden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Makulaödem entwickelt sich in der Regel schleichend und bleibt lange symptomlos. Bei kleineren Einlagerungen verspüren die Betroffenen Probleme bei der Wahrnehmung von Kontrasten oder Farben. In dieser Phase können die Patienten aber in der Regel noch problemlos scharf sehen. Erst bei einem fortgeschrittenen Makulaödem kann es zu einer verminderten Sehschärfe kommen.

Da beim Makulaödem die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist, treten die Sehstörungen auch bevorzugt im zentralen Bereich des Sichtfeldes auf. Die Betroffenen klagen dann über unscharfes, verschwommenes oder verzerrtes Sehen. Auch eine veränderte Farbwahrnehmung kann auftreten. Eventuell kommt es auch zu dunklen Flecken oder roten Schleiern im Gesichtsfeld. Einige Patienten berichten zudem über eine Art grauen Vorhang im Gesichtsfeld.

Schon bei den ersten wahrnehmbaren Anzeichen besteht die Gefahr, dass die Erkrankung bis zur Erblindung fortschreitet. Die Symptome beeinträchtigen die Patienten in vielen Aktivitäten des alltäglichen Lebens. So kann es zu Problemen beim Lesen, Fernsehen oder Autofahren kommen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Am Anfang der Diagnostik steht immer eine ausführliche Anamnese beim Augenarzt. Hier werden die bestehenden Beschwerden und der zeitliche Verlauf der Erkrankung besprochen. Auch Vorerkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes mellitus, werden vom Arzt erfragt. Mittels verschiedener Untersuchungstechniken ist der Arzt in der Lage krankhafte Veränderungen am Auge wahrzunehmen und so eine Diagnose zu stellen.

Mit einfachen Sehtests kann der Augenarzt zudem die Sehschärfe und die Kontrast- und Farbwahrnehmung untersuchen. Mit einem speziellen Augenspiegel kann er zusätzlich den Augenhintergrund und somit auch die Netzhaut des Patienten genau betrachten. Beim Makulaödem sind hier typische Ablagerungen, Gefäßveränderungen oder sogar Einblutungen sichtbar. Eine solche Augenspiegelung wird auch als Funduskopie oder Opthalmoskopie bezeichnet und ist Teil jeder ausführlichen Untersuchung beim Augenarzt.

Ergänzend zur Funduskopie wird auch oft eine sogenannte Fluoreszenz-Angiographie durchgeführt. Dabei werden mithilfe eines speziellen Farbstoffs und einer Spezialkamera die Netzhautgefäße sichtbar gemacht. Bei der optischen Kohärenztomographie kann der Augenarzt auch die einzelnen Schichten der Netzhaut darstellen. Dadurch können Flüssigkeitseinlagerungen frühzeitig erkannt werden.

Komplikationen

In der Regel führt ein Makulaödem zu Beschwerden an den Augen. Es bilden sich Sehstörungen aus und die Betroffenen können in der Regel nicht mehr scharf sehen. Weiterhin kann es auch zu Doppelbildern oder zu einem Schleiersehen kommen. Die Lebensqualität des Patienten wird durch das Makulaödem deutlich eingeschränkt und verringert.

Nicht selten führen plötzliche Sehbeschwerden auch zu Depressionen oder zu anderen psychischen Einschränkungen. Weiterhin kann die Krankheit die Wahrnehmung der Farben negativ beeinflusse. Es treten Flecken im Gesichtsfeld auf, die den Alltag erschweren können. Vor allem bei Kindern kann ein Makulaödem die Entwicklung deutlich eingeschränkten und verzögern. Durch das Makulaödem wird der Betroffenen in seinem Alltag in vielen Tätigkeiten und auch in der Arbeit eingeschränkt.

Die Behandlung dieser Krankheit richtet sich in der Regel nach der Grunderkrankung. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Verschiedene Medikamente oder operative Eingriffe können die Beschwerden lindern oder vollständig lösen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Makulaödem nicht eingeschränkt oder verringert. In schwerwiegenden Fällen kann auch eine Behandlung mit einem Laser durchgeführt werden. Auch dabei kommt es in der Regel nicht zu besonderen Komplikationen.

Therapie & Behandlung

Grundsätzlich muss zur Therapie des Makulaödems die Grunderkrankung behandelt werden. So kann eine Stoffwechseloptimierung beim Diabetes mellitus oder eine Blutdrucksenkung bei erhöhtem Blutdruck den Krankheitsverlauf aufhalten. Verschiedene Wirkstoffe zur weiteren Behandlung des Makulaödems werden derzeit noch erforscht. Erfolgsversprechend scheint ein Mittel auf der Basis eines sogenannten Bisindolylmaleimides. Beim fokalen Makulaödem kann zur Vorbeugung einer weiteren Verschlechterung der Sehkraft auch die Laserfotokoagulation eingesetzt werden.

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Vorbeugung

Diabetiker können einem Makulaödem mit einem gut eingestellten Blutzuckerspiegel vorbeugen. Zudem sind regelmäßige Besuche beim Augenarzt bei Diabetikern obligat. Aber auch alle anderen Personen sollten ihre Augen regelmäßig untersuchen lassen und bei Sehstörungen unmittelbar einen Augenarzt aufsuchen.

Das können Sie selbst tun

Je nach Verursachung des Makulaödems können eine Anpassung des Verhaltens im Alltag und Selbsthilfemaßnahmen zur Linderung der Symptome und zur Vorbeugung vor einem Rezidiv, einem erneuten Auftreten eines Makulaödems, helfen. In vielen Fällen liegt die Hauptursache in primärem oder idiopathischem arteriellem Bluthochdruck sowie in der Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 2. Beide Grunderkrankungen fördern die Schädigung kleiner und enger Gefäße wie die Kapillaren, so dass Gewebsflüssigkeit oder sogar Blut austreten kann.

Die Anpassung des Alltagsverhaltens besteht vor allem in einer sorgfältigen Einstellung des Zuckers im Blut und in einer konsequenten Senkung des Blutdrucks auf tolerable Werte.

Zur Unterstützung der medikamentösen Therapie dienen in beiden Fällen Entspannungstechniken, die den Abbau von Stresshormonen fördern und den parasympathischen Nervenimpulsen den Vorrang geben. Förderlich sind beispielsweise bewusste Atemübungen, Selbsthypnose und fernöstliche Entspannungsübungen wie Tai-Chi, Qi Gong und Yoga. Die regelmäßig durchgeführten Übungen dienen dazu, über den Parasympathikus Eigenreparaturmechanismen für das geschädigte Gefäßsystem in Gang zu setzen. Die Gefahr eines retinalen Venenverschlusses im Bereich der Makula wird dadurch vermindert. Retinale Venenverschlüsse sind die Hauptursachen für das Austreten von Gewebsflüssigkeit im Bereich des schärfsten Sehens.

Bücher über Sehstörungen

Quellen

  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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