Makrobiotik

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Die makrobiotische Lebensweise soll nicht nur den Körper gesünder machen, sondern auch die geistigen Fähigkeiten stärken. Die Urform, wie sie ihr Gründer praktizierte und lehrte, galt schon kurze Zeit nach ihrer Einführung als zu einseitig und wurde wegen einiger schlimmer Vorkommnisse erweitert und um westliche Nahrungsmittel ergänzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Makrobiotik?

Der Begriff Makrobiotik stammt aus der griechischen Antike. Zur Zeit des berühmten Arztes Hippokrates galten Menschen, die ein hohes Alter erreichten und trotzdem gesund waren, als Makrobiotiker. Die heutige Makrobiotik ist eine Ernährungslehre, die von dem Japaner Georges Ohsawa begründet wurde.

Sie soll die Menschen, die diese Lebensweise praktizieren, so gesund machen, dass sie ein langes gesundes Leben haben. Der Anspruch des Gründers, damit sogar alle Erkrankungen heilen zu können, gilt inzwischen als überholt. Die Makrobiotik steht in der Tradition des Taoismus und der asiatischen Ernährungsweise. Sie geht auf die Grundgedanken des japanischen Militärarztes Sagen Ishizuka zurück. Die Menschen sollten sich nach seiner Auffassung von gesunder Lebensweise an der traditionellen japanischen Ernährung mit ihren unverarbeiteten Lebensmitteln orientieren und keine tierischen Lebensmittel konsumieren.

Nur die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang könne den kranken Körper wieder gesunden lassen. Ishizuka selbst soll im Alter von 16 Jahren an Tuberkulose erkrankt sein und sich mit der makrobiotischen Lebensweise geheilt haben. Typisch für die Ernährungsform ist, dass nur ganze reine Nahrungsmittel aus der Region verwendet werden. Außerdem soll der Anwender alle Speisen langsam kauen, um das Sättigungsgefühl früher zu bemerken.

Funktion, Wirkung & Ziele

Ziel der makrobiotischen Lebensweise ist es, ein langes gesundes Leben durch den Ausgleich der Prinzipien Yin und Yang zu führen. Außerdem soll der Anwender dadurch eine verfeinerte Wahrnehmung, größere Offenheit und Flexibilität erreichen.

Hauptlebensmittel dieser Ernährung ist unbehandeltes Vollkorngetreide. Außerdem werden Hülsenfrüchte, Gemüse aus der Region und entsprechend der jeweiligen Jahreszeit, Sojaprodukte (Tofu), Sauerkraut und Meeresgemüse wie Algen verzehrt. Der Anwender darf pflanzliche Öle, Samen, Nüsse, Meersalz, Obst, Salate und ab und zu etwas tierisches Eiweiß (Weißfisch) zu sich nehmen. Fleisch und Milchprodukte sowie Nachtschattengewächse sind nicht erlaubt. Letztere enthalten zu viele Alkaloide. Verpönt sind darüber hinaus sämtliche Genussmittel, Zucker und tropische Früchte. Sie haben Yin-Qualität und können die Infektanfälligkeit erhöhen.

Eine ausgewogene makrobiotische Mahlzeit enthält alle 5 Elemente bitter, süß, scharf, salzig und sauer. Jede der Geschmacksrichtungen wird repräsentiert durch bestimmte Lebensmittel, die die Gesundheit bestimmter Organe fördern. Bittere Lebensmittel (Wildkräuter und grünes Gemüse) stärken beispielsweise Herz und Dünndarm. Der größte Teil der makrobiotischen Mahlzeit ist von komplexen Kohlenhydraten wie gekochtem Vollkorngetreide bestimmt. Mit ihr baut sich der Blutzuckerspiegel nur langsam auf und auch genauso wieder ab. Der Makrobiotiker hat ein Gefühl der Sättigung, ohne sich zugleich zu schwer zu fühlen. Das im Gemüse, Tofu und den Hülsenfrüchten enthaltene pflanzliche Eiweiß fördert die Gesundheit der Muskeln.

Hauptlebensmittel dieser Ernährung ist unbehandeltes Vollkorngetreide. Außerdem werden Hülsenfrüchte, Gemüse aus der Region und entsprechend der jeweiligen Jahreszeit, Sojaprodukte (Tofu), Sauerkraut und Meeresgemüse wie Algen verzehrt.

Gemüse sollte grundsätzlich nicht geschält und in möglichst großen Stücken in Öl oder Wasser zubereitet werden. Der größte Teil der Mineralstoffe stammt aus Meeresgemüse und unraffiniertem Meersalz, sodass sich die Säuren und Basen im Gleichgewicht befinden. Die notwendigen Milchsäurebakterien erhält der Makrobiotiker aus dem Konsum von Tempeh, Miso und Tamari (Speisewürze). Die thermische Wirkung der makrobiotischen Speisen wird von der Art ihrer Zubereitung bestimmt. Rohe Speisen haben kühlende Eigenschaften. Dämpfen, Anbraten etc. wärmen die Speisen unterschiedlich stark. Der makrobiotisch Lebende bestimmt die Art, Zusammensetzung und Zubereitung seiner Mahlzeiten nach dem Wetter, seinem Gesundheitszustand, seinem Alter, den Erfordernissen seiner Arbeit etc.

Alle makrobiotischen Lebensmittel sollten nur mit Kochgeschirr aus Holz, Emaille, Glas und rostfreiem Stahl gekocht oder gebraten werden. Nahrungsergänzungsmittel und der Einsatz der Mikrowelle sind ebenfalls tabu. Für Makrobiotiker ist der braune Reis das optimale Lebensmittel: Bei ihm beträgt das Verhältnis zwischen Yin und Yang 5:1 (entsprechend dem Verhältnis von Kalium zu Natrium im braunen Reis). Die makrobiotische Lebensweise erzielte in wissenschaftlichen Studien gute Erfolge, was die Prävention von Krebs angeht. Frauen, die im Rahmen ihrer makrobiotischen Ernährung viele Sojaprodukte zu sich nahmen, hatten einen niedrigeren Estradiolspiegel im Blut als Frauen, die sich auf herkömmliche Weise ernährten.

Ein hoher Estradiolgehalt gilt als das Brustkrebsrisiko erhöhend. Viele prominente Vertreter der Ernährungslehre hatten zuvor Diabetes Typ 2, Krebs, Fibromyalgie oder chronische Müdigkeit, die sie mit der makrobiotischen Ernährung wirkungsvoll beseitigen konnten.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Hält sich der die makrobiotische Lebensweise Praktizierende zu streng an die ursprünglichen Regeln, kann es bei ihm zu Mangelerscheinungen kommen, wenn er die westlichen Nahrungsmittel dafür verwendet. In der Frühzeit der Makrobiotik kam es mit der "reinen" Ernährungslehre, wie sie von ihrem Gründer Ohsawa verbreitet wurde, zu einigen folgenschweren Ereignissen (Todesfällen), woraufhin die USA diese Form der Ernährung verboten.

Auch die wesentlich gemäßigtere Version nach Kushi sollte unbedingt nur nach sorgfältiger Zusammenstellung der Nahrungsmittel angewandt werden. Kinder, Schwangere und Stillende sind besonders gefährdet, zu wenig Kalzium, Eisen, Vitamin B12 und D zu erhalten. In verschiedenen Studien konnte man nachweisen, dass Kinder, die während des ersten und zweiten Lebensjahres makrobiotisch ernährt wurden, besonders stark ausgeprägte Wachstumsstörungen (Rachitis) hatten. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es außerdem mit der Makrobiotik zu Eiweißmangel kommen.

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Quellen

  • Biesalski, H.-K., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Elmadfa, I., Leitzmann, C.: Ernährung des Menschen. Ulmer, Stuttgart 2004
  • Kasper, H., Burghardt, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2009

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