Magenschmerzen in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Während der Schwangerschaft klagen viele Frauen über Kopfschmerzen und Übelkeit. In zahlreichen Fällen sind aber auch Magenschmerzen ein ständiger Begleiter. Die Gründe sind unterschiedlich. Vor allem liegt die Ursache der Magenschmerzen im Bereich der körperlichen Veränderung. Dennoch sollten Magenschmerzen in der Schwangerschaft keinesfalls ignoriert werden. Sehr wohl können auch ernste Hintergründe für auftretende Magenschmerzen verantwortlich sein.

Inhaltsverzeichnis

Keine Seltenheit: Magenschmerzen in der Schwangerschaft

Unter Magenschmerzen wird jener Schmerz beschrieben, der im oberen Bauch beziehungsweise in der Magengegend lokalisiert wird. Doch auch wenn der lokalisierte Schmerz in der Magengegend ist, bedeutet das noch lange nicht, dass auch tatsächlich der Magen schmerzt oder jener Schmerzen verursacht. Mitunter sind es auch benachbarte Organe wie die Galle oder die Liebe, die ebenfalls Schmerzen im Oberbauch verursachen können.

Die Schmerzen können stechend, brennend, ziehen, scharf oder auch krampfartig sein, spontan auftreten oder mitunter über mehrere Tage anhalten. In vielen Fällen sind ein Druck- beziehungsweise Völlegefühl, ein frühes Sättigungsgefühl oder auch Sodbrennen ständige Begleiter des Magenschmerzes. Schwangere klagen immer wieder über Magenschmerzen. Ob es nach dem Essen oder nach einem Lagewechsel - Magenschmerzen in der Schwangerschaft sind definitiv keine Seltenheit. Die Ursachen sind vielfältig und nicht immer ungefährlich.

Ursachen für harmlose Magenschmerzen

Eine Schwangerschaft stellt eine Meisterleistung für den Körper dar. Schlussendlich werden von Beginn an zahlreiche körperliche Prozesse aktiviert, die in weiterer Folge dafür sorgen, dass der Organismus auf die Schwangerschaft umgestellt und sodann auf die Geburt vorbereitet wird. Diese Umstellung ist vor allem zu Beginn nicht immer frei von Beschwerden. So klagen rund ein Drittel der Frauen - vor allem zu Beginn der Schwangerschaft - über Übelkeit und Erbrechen.

Mitunter treten auch Kopfschmerzen auf beziehungsweise können im weiteren Schwangerschaftsverlauf Blähungen, Verstopfungen oder auch Sodbrennen ständige Begleiter werden. Die Gründe, warum sich die Schwangerschaft auf den Verdauungsapparat beziehungsweise den Magen-Darm-Trakt schlägt, sind vielfältig.

Einerseits liegt es an der hormonellen Umstellung. Progesteron steigt an, was zu Beginn der Schwangerschaft dafür sorgt, dass der Verdauungsapparat träger wird. Auf Grund der Tatsache, dass die Nahrung sehr langsam durch den gesamten Verdauungstrakt befördert wird, sind Blähungen und Verstopfungen die Folge. Mitunter sind das auch die Gründe, warum Schwangere über Magenschmerzen berichten.

Denn erfolgt kein zügiger Abtransport der Nahrung aus dem Magen, können Magenschmerzen entstehen oder sogar Magenkrämpfe auftreten. Schmerzhaftes und brennendes Sodbrennen können ebenfalls die Folge sein. Dies deshalb, da der Muskelring, der dafür zuständig ist, den Zugang der Speiseröhre zum Magen zu regulieren, nicht mehr richtig schließt und in weiterer Folge die Magensäure in die Speiseröhre aufsteigen kann.

Krampfartige Schmerzen können auch von den Mutterbändern ausgehen. Die Mutterbänder, zwei Muskelbänder, welche die Gebärmutter in der richtigen Lage halten, dehnen sich. Der Uterus wird größer und die Bänder müssen sich dehnen; ein Vorgang, der ebenfalls als schmerzhaft wahrgenommen werden kann.

Jene Schmerzen treten zwar hauptsächlich im unteren Bauchbereich auf (Unterleib), wobei auch ein Ausstrahlen in den Oberbauch möglich ist. Es kommt immer wieder vor, dass derartige Schmerzen auch als Magenschmerzen beschrieben werden.

Da das Kind immer größer wird und auch die Gebärmutter wächst, haben die umliegenden Organe immer weniger Platz. Vor allem der Magen-Darm-Trakt wird eingeengt, sodass - je nachdem, in welcher Lage das Kind liegt - ein enormer Druck auf den Magen ausgeübt werden kann. Blähungen, Verstopfungen und Magenschmerzen sind die Folge. Selbst die Bewegungen des ungeborenen Kindes - also Tritte - können als Magenschmerzen wahrgenommen werden.

Wenn es gefährlich wird: Ursachen von akuten, starken Magenschmerzen

Doch Magenschmerzen in der Schwangerschaft sind nicht immer ungefährlich. Vor allem dann, wenn die Schwangere plötzlich unter akuten und sehr starken Schmerzen leidet, sollte man einen Arzt aufsuchen. Kommen noch andere Beschwerden - wie etwa Erbrechen, Fieber oder Übelkeithinzu - muss man davon ausgehen, dass keine typischen Schwangerschaftsgründe vorliegen.

Magengeschwüre, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, des Brustfells oder auch der Gallenblase sind möglich. Mitunter können auch Gallensteine für starke Magenschmerzen beziehungsweise Schmerzen im Bereich des Magens sorgen.

Auch das HELLP-Syndrom kann für starke Schmerzen verantwortlich sein. Das HELLP-Syndrom zählt zu den schwerstmöglichen Formen der Präeklampsie und resultiert auf Grund einer Leberfunktionsstörung. Die Abkürzung HELLP setzt sich aus folgenden Begriffen zusammen: H steht für eine Hämolyse (Blutzerfall), EL für deutlich erhöhte Leberwerte (elevated liver function tests) und LP für geringe Blutplättchen (low platelet counts).

Klassische Symptome des HELLP-Syndroms sind starke Schmerzen im Bereich des Oberbauchs, Übelkeit sowie auch Erbrechen und Durchfall. In weiterer Folge leidet die Schwangere auch unter Bluthochdruck. Treten jene Beschwerden auf, muss sofort ein Arzt kontaktiert werden!

Was tun bei Magenschmerzen in der Schwangerschaft

Kleinere, aber häufigere Mahlzeiten, die ballaststoffreich sind, können Magenschmerzen lindern beziehungsweise derartige auch vorbeugen. In der Schwangerschaft sollte man des Weiteren auch fettige, sehr stark gewürzte Speisen oder scharfes Essen meiden. Wichtig ist, dass sich die Schwangere auch Zeit für ihr Essen nimmt und nicht schlingt.

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Magenverstimmung kann vorkommen

In vielen Fällen handelt es sich um harmlose Ursachen, die Magenschmerzen verursachen. Im Regelfall liegt es an der hormonellen Umstellung oder auch am wachsenden Kind, sodass Frauen unter Magenschmerzen leiden. Nur dann, wenn auch andere Beschwerden - wie Übelkeit, Fieber, hoher Blutdruck und akute Schmerzen - auftreten, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

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