Magenpolypen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. Oktober 2017
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Magenpolypen stellen Vorwölbungen der Magenschleimhaut dar und werden auch als gutartige Tumoren bzw. Geschwulste bezeichnet. Neben Darmpolypen sind Magenpolypen die häufigsten Neubildungen der Schleimhäute des gastrointestinalen Traktes (Magen-Darm-Trakt). Insbesondere Menschen, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, sind häufiger von Magenpolypen betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Magenpolypen?

Als Magenpolypen wird eine benigne (gutartige) Neubildung der Magenschleimhaut, die sich als Schleimhautvorwölbung in das Lumen des Magens manifestiert, bezeichnet. In über 90 Prozent der Fälle handelt es sich bei Magenpolypen um Adenome, die aus dem adenomatösen (drüsenbildenden) Gewebe entstanden sind und ein erhöhtes Entartungsrisiko (Bildung von Krebszellen) aufweisen.

Anfänglich verursachen Magenpolypen in der Regel keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium und ab einer Größe von etwa 1 cm können Beschwerden wie Völlegefühl, Appetitlosigkeit sowie Schmerzen im Oberbauch auftreten. In einigen Fällen können Magenpolypen zu Hämatemesis (Bluterbrechen) oder Teerstuhl (schwarzer Stuhl) führen. Magenpolypen werden zudem in neoplastische und nicht-neoplastische Typen differenziert.

Während neoplastische Magenpolypen aus neu gebildetem Gewebe entstehen (20 Prozent der Fälle) und wie die Adenome ein erhöhtes Entartungsrisiko aufweisen, bilden sich nicht-neoplastische Polypen aus den Drüsenzysten und treten oftmals als lokale Anhäufungen auf (multiple Magenpolypen).

Ursachen

Die zugrunde liegenden Ursachen für die Entstehung von Magenpolypen konnten bislang nicht geklärt werden. Bekannt ist, dass Menschen höheren Alters stärker gefährdet sind. Vermutet wird, dass Ernährungsgewohnheiten wie eine fettreiche und ballaststoffarme Ernährung sowie Nikotin- und Alkoholkonsum eine Rolle spielen.

Da in vielen Fällen eine familiäre Häufung von Magenpolypen feststellbar ist, insbesondere bei genetisch bedingten Polyposis-Syndromen wie dem Gardner-Syndrom, dem Peutz-Jeghers-Syndrom oder der juvenilen Polyposis, werden ebenso genetische Faktoren diskutiert. Zudem werden Infektionen mit Helicobacter-pylori-Bakterien als begünstigende Faktoren, die einen Magenulkus oder eine Gastritis (entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut) verursachen können, als Ursachen für Magenpolypen in Betracht gezogen.

So kommt es beispielsweise infolge einer Gastritis zu einer Rückbildung des Magenschleimhautgewebes, die vermutlich durch eine vermehrte Polypenbildung ausgeglichen werden soll. Darüber hinaus erhöht nachgewiesenermaßen eine verminderte Magensaftproduktion das Risiko für eine Manifestierung von Magenpolypen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Frau leidet unter Magenschmerzen
Magenschmerzen sind das auffälligste Symptom bei Magenpolypen

Ungeklärte Beschwerden im Oberbauch geben einen ersten Hinweis auf das mögliche Vorliegen von Magenpolypen. Abgesichert wird die Diagnose durch eine Gastroskopie (Magenspiegelung), mittels derer die Beschaffenheit des Mageninneren und der Magenschleimhaut untersucht sowie eine Biopsie (Gewebeentnahme) aus der Magenschleimhaut vorgenommen werden können.

Eine anschließende histologische (feingewebliche) Analyse der Gewebeprobe ermöglicht Aussagen zur Malignität oder Benignität des entnommenen Gewebes und legt das weitere therapeutische Vorgehen fest. Magenpolypen weisen bei frühzeitigem Therapiebeginn eine gute Prognose auf, sollten allerdings nach erfolgreichem Therapieende aufgrund ihrer hohen Rezidivrate im Rahmen von Nachkontrollen konsequent beobachtet werden.

Komplikationen

Aufgrund der Magenpolypen kommt es beim Patienten zu verschiedenen Beschwerden und Einschränkungen im Alltag. In der Regel kommt es dabei zu Schmerzen im Bereich des Bauches und des Magens. Die Lebensqualität des Patienten wird durch diese Schmerzen deutlich verringert und es kommt nicht selten auch zu einer Appetitlosigkeit.

Die Appetitlosigkeit kann dabei auch zu einer Mangelernährung und zu Untergewicht führen, wobei sich beide Beschwerden sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirken. Ebenso kommt es zu einem Völlegefühl und weiterhin auch zu einem Bluterbrechen. Die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt durch die Magenpolypen deutlich ab und es kommt nicht selten zu psychischen Beschwerden, die aufgrund der Schmerzen auftreten.

Nicht selten sind die Patienten gereizt und fühlen sich unwohl. Durch eine Magenspiegelung können die Magenpolypen relativ einfach festgestellt werden, sodass es zu einer sofortigen Behandlung dieser Beschwerde kommt. Die Magenpolypen können dabei entfernt werden. Weiterhin sind die Betroffenen auf die Einnahme verschiedener Medikamente angewiesen. Weitere Komplikationen treten in der Regel nicht auf, solange sich die Magenpolypen nicht zu Krebs entwickelt haben. Dabei wird und er Regel auch die Lebenserwartung des Patienten nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Magenpolypen werden in Abhängigkeit vom histologischen Befund in adenomatöse und nicht-adenomatöse Typen differenziert. Nicht-adenomatöse Magenpolypen werden meistens lediglich biopsiert und nicht abgetragen.

Adenomatöse Magenpolypen (Adenome) werden als Präkanzerosen (Krebsvorstufe) eingestuft und folgen in vielen Fällen der Adenom-Karzinom-Entwicklungssequenz. Aufgrund dieses erhöhten Entartungsrisikos werden adenomatöse Magenpolypen minimal-invasiv im Rahmen einer endoskopischen Mukosaresektion oder Polypektomie vollständig abgetragen.

Während bei einer Polypektomie der einzelne Polyp mittels einer Schlinge oder Clips, die um dessen Basis geschlungen werden, von der Magenschleimhaut gelöst und abgetragen wird, wird bei einer Mukosaresektion das gesamte angrenzende Schleimhautareal entfernt. Letzteres wird in der Regel bei Vorliegen einer perniziösen Anämie (Vitamin-B12-Anämie) oder größerer, breitbasiger Magenpolypen durchgeführt, um einer möglichen Ausbreitung von Gewebezellen vorzubeugen, die zu Karzinomzellen entarten können.

Liegen größere Tumoren vor, kann eine Vollwandexzision (offene oder laparoskopische Entfernung der Magenwand) oder eine partielle Resektion (Teilentfernung) des Magens erforderlich sein. Da Magenpolypen eine relativ hohe Rezidivrate (Wiederauftreten) aufweisen, sind regelmäßige endoskopische Nachkontrollen erforderlich, um mögliche Lokalrezidive frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls den Magenpolypen erneut zu resezieren.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für das Entstehen von Magenpolypen bislang nicht vollständig geklärt werden konnten, existieren keine Maßnahmen, die der Erkrankung direkt vorbeugen. Allerdings sollten die bekannten Risikofaktoren minimiert werden. So kann einer Gastritis beispielsweise durch eine gesunde Ernährung (Verzicht auf übermäßigen Nikotin-, Alkohol-, Kaffeekonsum) vorgebeugt werden. Zudem sollten sich Menschen ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig auf Magenpolypen kontrollieren lassen.

Das können Sie selbst tun

Magenpolypen müssen in der Regel im Rahmen einer Gastroskopie oder durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Eine Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Medikamenten ist nicht anzuraten, da sich die Polypen vergrößern oder sogar bösartig entarten können.

Um ein Wiederauftreten zu verhindern, sollte auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil Wert gelegt werden. Verarbeitete Fleischprodukte sowie gepökelte oder stark gesalzene Speisen können unter Umständen die Magenschleimhaut schädigen und die Entstehung von Magenpolypen begünstigen. Gehen die Magenpolypen mit einer chronischen Gastritis einher, sind auch sehr fette und stark zuckerhaltige Speisen zu vermeiden. Mehrere kleine Mahlzeiten sind für den Magen leichter zu verarbeiten als drei große, die Speisen sollten weder zu kalt noch zu heiß verzehrt werden. Natürliche Heilpflanzen wie Kurkuma, Oregano und Thymian wirken verdauungsfördernd und können beim Kochen Salz und scharfe Gewürze ersetzen. Idealerweise beginnt die Verdauung bereits im Mund: Ausreichend lange und sorgfältig zerkaute Nahrung belastet den Magen weit weniger als große Stücke, die hastig geschluckt werden.

Magenkranke vertragen häufig kohlensäurehaltige Getränke schlecht, Teezubereitungen aus Kamille, Malve und Melisse beruhigen dagegen eine gereizte Magenschleimhaut. Auf übermäßigen Alkoholkonsum und Nikotin sollte nach Möglichkeit völlig verzichtet werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen stellen sicher, dass von Neuem heranwachsende Polypen schnellstmöglich entdeckt und entfernt werden können.

Bücher über Magenerkrankungen

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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