Magaldrat

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Magaldrat

Magaldrat ist ein pharmazeutisches Arzneimittel der Wirkstoffgruppe Antazida. Es ist auch unter dem Namen Pentaaluminium-decamagnesium-hentriacontahydroxid und Aluminium-Magnesium-Hydroxid-Sulfathydrat bekannt. Angewendet wird dieses Medikament bei einer überschüssigen Magensäure-Ausschüttung und zur Therapie von dessen Folge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Magaldrat?

Bei Magaldrat handelt es sich um ein säureneutralisierendes Arzneimittel aus der Wirkstoffgruppe der Antazida. Diese pharmakologische Substanz weist eine Schichtgitterstruktur auf und ist daher auch unter der Bezeichnung Schichtgitterantazida bekannt.

Magaldrat setzt sich aus den Bestandteilen von Aluminium- und Magnesiumsalzen zusammen und wirkt daher auf säurebedingte Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes. Das Arzneimittel neutralisiert und bindet überschüssig produzierte Magensäure und schützt so die Magenschleimhaut vor irreversiblen Schädigungen.

Das Magaldrat wird somit zur Therapie von säurebedingten Magenbeschwerden wie beispielsweise Sodbrennen oder Magen-Darm-Geschwüren angewendet. Es handelt sich um ein apothekenpflichtiges Medikament, welches in Form von Tabletten oder Gel zu erwerben ist. Das Medikament wird nicht zu prophylaktischen Behandlung, sondern bei akuten Beschwerden als Bedarfsmedikament eingenommen. Die Dosierung ist mit dem behandelnden Facharzt zu besprechen.

Pharmakologische Wirkung

Die unterschiedlichen Körperzellen im Bereich der Magenschleimhaut produzieren täglich 1-3 Liter Magensaft. Die Zellen, denen diese Tätigkeit zugeteilt ist, werden als Nebenzellen, Belegzellen und Hauptzellen bezeichnet. Die produzierte Magensäure ist ein farbloses, leicht trübes, wässriges Sekret mit einem pH-Wert von etwa 0,9 – 1,5. Dieser niedrige pH-Wert verdeutlich, dass es sich bei der Magensäure um eine sehr saure und auch aggressive Flüssigkeit handelt.

Um die Körperzellen zur Produktion von Magensäure zu bewegen, ist eine chemische und mechanische Reizung durch die Bildung von Hormonen im Verdauungstrakt und die Reizgebung durch den Nervus vagus notwendig. Die für diesen Vorgang benötigten Hormone sind Histamin, Gastrin und Sekretin. Durch die Belegzelle wird eine blutisotone Salzsäure gebildet, welche sich aus Wasserstoff-Ionen und Chlor-Ionen zusammensetzt.

Das pharmakologische Arzneimittel Magaldrat ist eine Komplex- und Koordinationsverbindung mit einer kristalinen Schichtgitter-Struktur. Daher wird es auch in die Wirkstoffklasse der Schichtgitterantazidien kategorisiert. Diese chemische Struktur kommt durch die Überlagerung von Magnesium und Aluminium zustande. Ihre chemische Struktur ist in Gitterschichten fest miteinander verbunden.

Angewendet wird Magaldrat bei einer überschüssigen Magensäure-Ausschüttung und zur Therapie von dessen Folge.

Die neutralisierende Wirkung auf die Magensäure wird durch die Bindung der Protonen der Sulfat-Anionen und der Hydroxidionen im Bereich der Zwischengitterschichten ausgelöst. Trifft diese Verbindung auf die Magensäure löst sich die Gitterstruktur auf und es kommt zu einer Neutralisierung. Erst wenn die Magensäure einen pH-Wert von mindestens 5 erreicht hat, wird der chemische Prozess eingestellt. Durch dieses Stoffgemisch entsteht ein sogenannter Säurepuffer. Dieser Säurepuffer ermöglicht einen konstanten pH-Wert der Magensäure von 3-5.

Das Magaldrat wird nicht aus dem Verdauungstrakt hinaus resorbiert. Nur geringe Mengen an Magnesium- und Aluminiumionen werden während der Neutralisierung, abhängig vom pH-Wert, resorbiert und freigesetzt. Kationen, die nicht resorbiert werden können, werden während des Durchlaufens des Darmtraktes zu schwer löslichen Phosphaten verstoffwechselt und über den Stuhl ausgeschieden. Die resorbierbaren Ionen werden zu Plasma-Proteinen gebunden.

Bei einer Störung der Nierenfunktion oder einer Überdosierung von Magaldrat kann es zu einer Überschreitung der Plasmaeiweiß-Bindungskapazität kommen. Dies kann zu Einlagerungen der Proteine in die Knochen, in das zentralen Nervensystem oder in die Organe führen.

Der Anteil von Magnesium und Aluminium im Blut wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt. Gelegentlich können nur minimale Erhöhungen des Aluminiums im Blutserum festgestellt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, eine korrekte und auf das Krankheitsbild gut abgestimmte Einnahme des Medikaments. Die Substanzen des Magaldrat werden über das Verdauungssystem ausgeschieden. Nur ein geringer Anteil der resorbierbaren Aluminiumionen wird über die Nieren ausgeschieden.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Arzneimittel Magaldrat wird zur Therapie und symptomatischen Behandlung einer überschüssigen Bildung von Magensäure angewendet. Durch die überschüssige Magensäure kann es zu akuten Problemen wie dyseptischen Beschwerden im Oberbauch, der Refluxkrankheit bzw. dem Sodbrennen (Refluxösophagitis), einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), einem Völlegefühl sowie allgemeinen säurebedingte Magenbeschwerden kommen. Auch bei Magengeschwüren (Ulcus ventriculi) oder bei Geschwüren des Zwölffingerdarms (Ulcus duodeni) kann Magaldrat positiv zum Heilungsprozess beitragen.

Die Wirkung kommt durch die puffernde Reaktion und durch die dosis- und pH-abhängige Bindung der cytotoxischen Gallensäure und Lysolecithin zustande. Die Substanzen werden ungebunden für die Entstehung von Magengeschwüren und Magenschleimhautentzündungen verantwortlich gemacht und können irreversible Schäden verursachen. Die allgemeine Funktion der Muskulatur des Magen- und Verdauungstraktes wird durch das Arzneimittel nicht beeinträchtigt oder beeinflusst.




Risiken & Nebenwirkungen

Als häufige Nebenwirkung wird eine veränderte Konsistenz des Stuhls beobachtet. Obwohl dieser häufig durch das Magaldrat sehr weich ist, kommt es selten zu Diarrhoe (Durchfall). Wird das Medikament über einen längeren Zeitraum hochdosiert eingenommen, kann es zu einer Intoxikation durch einen erhöhten Aluminium- und Magnesiumspiegel im Blutserum kommen. Auch die Ablagerung von Aluminium im Knochen und im zentralen Nervensystem, mit Auswirkungen auf das Gehirn, können Auftreten. In sehr seltenen Fällen kann es durch einen verminderten Phosphat-Plasmaspiegel zu schmerzhaften Knochenerweichungen (Osteomalazie) kommen.

Das Arzneimittel Magaldrat sollte nach Möglichkeit nicht mit anderen Arzneimitteln eingenommen werden, da es die Resorption, Verteilung und Ausscheidung der pharmakologischen Substanzen beeinflusst. Während der Einnahme mehrere Arzneimittel, sollten daher immer etwa 2 Stunden zwischen der Einnahme liegen. Des weiteren sollte Magaldrat nicht mit säurehaltigen Getränken, wie beispielsweise Fruchtsaft oder Wein, eingenommen werden.

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