MRSA-Infektion
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Hinter der umgangssprachlich einfach als MRSA-Infektion bezeichneten gesundheitlichen Beeinträchtigung verbirgt sich ein ganzer Kreis von Symptomen, der in letzter Zeit und in der Gegenwart eine Vielzahl von stationär behandelten Patientinnen und Patienten betraf und betrifft.
Was ist eine MRSA-Infektion?
Im Rahmen der Definition von MRSA als abgekürzter Begriff für methicillinresistenter Staphylokokkus aureus oder mulitresistenter Staphylokokkous aureus kommt es zu einer Resistenz, einer Unempfindlichkeit eines bestimmten Stammes mikrobieller Krankheitserreger. Dies bedeutet bei MRSA, dass diese Bakterien gegen eine ganze Bandbreite von antibiotisch wirksamen Arzneistoffen unempfindlich sind und keine Behandlungseffekte zeigen.
Menschen, die ein gesundes Immunsystem aufweisen, können kaum an MRSA erkranken. Für Personen die jedoch aufgrund ihrer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung, ihres fortgeschrittenen Alters oder einer bestehenden Erkrankung eine reduzierte Funktionstüchtigkeit des Immunsystems aufweisen, erkranken häufig an MRSA. An MRSA erkranken kaum vitale und gesundheitlich nicht eingeschränkte Personen. MRSA ist jedoch übertragbar.
Ursachen für MRSA-Infektion
Dies führt dazu, dass bei MRSA eine große Vielfalt von Erkrankungen ausgeprägt werden kann. Diese sind mit den üblichen Antibiotika gegen krankmachende Bakterien nicht mehr behandelbar, weil die Keime nicht mehr unschädlich gemacht werden können. Die Bakterien sind also resistent gegenüber Antibiotika geworden.
Darüber hinaus sind eine verringerte Immunabwehr und eine hohe Ansteckungsrate durch prädestinierte Übertragungswege sowie eine mangelhafte Hygiene und Desinfektion (z.B. in Krankenhäusern) ebenfalls die Ursachen für MRSA.
In letzter Zeit häufen sich in Deutschland die Fälle von MRSA-Infektionen durch mangelnde Krankenhaushygiene. Nicht selten erkrankten Patienten bei einer Operation durch schlecht desinfiziertes Operationsbesteck.
Typische Symptome und Anzeichen bei MRSA-Infektion
Diagnose von MRSA-Infektion
Innerhalb der diagnostischen Maßnahmen zur Erkennung von MRSA kommen spezielle labortechnische Verfahren in Frage, die insbesondere einen Keimnachweis und dessen Resistenztestung erbringen sollen. Sogenannte molekularbiologische Verfahren ergänzen diese Diagnostik bei MRSA.
Ein als Antibiogramm bezeichneter Status zeigt, gegen welche antibiotischen Arzneistoffe der Bakterienstamm Staphylokokkus aureus widerstandsfähig ist. Als Untersuchungsmaterialien dienen Abstriche aus der Nasenschleimhaut im Nasenvorhof, aus dem Rachenbereich und den Achseln.
Auch Blut, eitrige Absonderungen und Ausscheidungen aus Wunden werden für die labortechnischen Untersuchungen verwendet. Darüber hinaus weisen lang anhaltende und kaum zu behandelnde Störungen der Wundheilung sowie permanente Infekte auf ein Vorhandensein von MRSA hin.
Behandlung und Therapie von MRSA-Infektion
Bei der medikamentösen Behandlung von MRSA setzen die Mediziner auf eine komplexe Zusammenstellung unterschiedlicher Antibiotika. Diese werden auf der Grundlage des Antibiogramms bei MRSA ermittelt und beinhalten nur solche Substanzen, welche für die Bakterien abtötend sind. Spezielle antibiotische und penicillinhaltige Produkte wie Rifampicin, Clindamycin sowie Gentamycin können verabreicht werden. Die Einnahmeverordnungen müssen in diesem Zusammenhang mit einer wirkungsvollen Therapie von MRSA exakt eingehalten werden. Darüber hinaus kommen Kombinationspräparate als Fosfomycin und Fusidinsäure sowie Linezolid zum Einsatz gegen MRSA.
Therapie ergänzend sind bei MRSA Spülungen des Mund- und Rachenraums, mupirocinhaltige Nasensalben sowie Hautreinigungen auf Basis antiseptischer Zusatzmittel erforderlich. Regelmäßige laborgestützte Kontrollen der geeigneten Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen werden bei MRSA erforderlich und ermöglichen eine genaue Verlaufsbegutachtung sowie eine gezielte Behandlung spezifischer Krankheitssymptome.
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Vorbeugung von MRSA-Infektion
Um einer Erkrankung durch MRSA vorzubeugen, die bei gesunden Menschen kaum ausbricht, ist es grundlegend auf eine entsprechende Hygiene zu achten. Wenn bekannt ist, dass sich im täglichen Umfeld Menschen befinden, die an MRSA erkrankt sind, dann werden auch im privaten Bereich zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sein.
Sowohl gegen die sinnvolle Verwendung von Wegwerfhandschuhen und geeigneten Desinfektionsmitteln als auch gegen einen Haut- oder Körperkontakt ist im Rahmen einer Vorbeugung nichts einzuwenden. Bestehen jedoch offene Wunden oder zu behandelnde Hautverletzungen, ist es wichtig, sich an die Desinfektionsvorgaben zu halten, um eine Keimverschleppung und eine Ansteckung zu vermeiden.
Bücher über MRSA-Infektion
Weitere Infos
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema MRSA-Infektion?
Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
kiss kommentierte am 21.11.2012 um 08:58 Uhr
Ich hatte MRSA ein halbes Jahr nach einer Rücken-OP (Versteifung). Das ist jetzt 4 Jahre her und meine Angst ist seitdem sehr groß. Bekomme in den Leisten des Öfteren Knubbels die eitern und denke dann immer an diesen Keim. Frage mich immer, ob dieser Keim auch ruhen kann und irgendwann mal wieder ausbrechen kann?
bernadette kommentierte am 21.12.2012 um 21:48 Uhr
Die Schwiegermutter meiner Freundin hat MRSA. Sie hat meine Freundin auf den Mund geküsst. Ich war bei meiner Freundin. Sie küsste mich auch auf den Mund und ich habe daraufhin Herpes an der Lippe bekommen. Kann ich den Keim jetzt auch haben? Ich habe große Angst?
pablo kommentierte am 13.02.2013 um 22:45 Uhr
Ich hatte vor ca. 3 Jahren Scharlach, bin 32 Jahre alt und leide seitdem ständig unter Furunkeln an sämtlichen Kõrperstellen. Werde mich auf jeden Fall auf MRSA testen lassen, nachdem bei einem Abstrich erhöhte Zahlen an Staphilococen festgestellt worden sind. Was mich ärgert ist, dass kein Arzt auf den Gedanken kommt, in diese Richtung zu denken weder mein Hautarzt noch mein Allgemeinmediziner oder Urologe.
Bin gespannt was bei raus kommt.

