MRSA-Infektion

Letzte Aktualisierung am 30. November 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Hinter der umgangssprachlich einfach als MRSA-Infektion bezeichneten gesundheitlichen Beeinträchtigung verbirgt sich ein ganzer Kreis von Symptomen, der in letzter Zeit und in der Gegenwart eine Vielzahl von stationär behandelten Patientinnen und Patienten betraf und betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine MRSA-Infektion?

MRSA steht für eine Erkrankung, die durch eine Ansteckung gekennzeichnet ist und den Allgemeinzustand der Betroffenen erheblich und sogar lebensbedrohlich reduzieren kann.

Im Rahmen der Definition von MRSA als abgekürzter Begriff für methicillinresistenter Staphylokokkus aureus oder mulitresistenter Staphylokokkous aureus kommt es zu einer Resistenz, einer Unempfindlichkeit eines bestimmten Stammes mikrobieller Krankheitserreger. Dies bedeutet bei MRSA, dass diese Bakterien gegen eine ganze Bandbreite von antibiotisch wirksamen Arzneistoffen unempfindlich sind und keine Behandlungseffekte zeigen.

Menschen, die ein gesundes Immunsystem aufweisen, können kaum an MRSA erkranken. Für Personen die jedoch aufgrund ihrer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung, ihres fortgeschrittenen Alters oder einer bestehenden Erkrankung eine reduzierte Funktionstüchtigkeit des Immunsystems aufweisen, erkranken häufig an MRSA. An MRSA erkranken kaum vitale und gesundheitlich nicht eingeschränkte Personen. MRSA ist jedoch übertragbar.

Ursachen

Zu den Ursachen für MRSA zählen zunächst die auch im intakten und gesunden Organismus normal auftretenden Erreger. Diese lebensnotwendigen Staphylokokkus aureus Bakterien werden durch die kontinuierliche und permanente, teilweise sogar unterdosierte, Gabe von Antibiotika an diese Substanzen gewöhnt und regieren darauf nicht mehr.

Dies führt dazu, dass bei MRSA eine große Vielfalt von Erkrankungen ausgeprägt werden kann. Diese sind mit den üblichen Antibiotika gegen krankmachende Bakterien nicht mehr behandelbar, weil die Keime nicht mehr unschädlich gemacht werden können. Die Bakterien sind also resistent gegenüber Antibiotika geworden.

Darüber hinaus sind eine verringerte Immunabwehr und eine hohe Ansteckungsrate durch prädestinierte Übertragungswege sowie eine mangelhafte Hygiene und Desinfektion (z.B. in Krankenhäusern) ebenfalls die Ursachen für MRSA.

In letzter Zeit häufen sich in Deutschland die Fälle von MRSA-Infektionen durch mangelnde Krankenhaushygiene. Nicht selten erkrankten Patienten bei einer Operation durch schlecht desinfiziertes Operationsbesteck.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose

Innerhalb der diagnostischen Maßnahmen zur Erkennung von MRSA kommen spezielle labortechnische Verfahren in Frage, die insbesondere einen Keimnachweis und dessen Resistenztestung erbringen sollen. Sogenannte molekularbiologische Verfahren ergänzen diese Diagnostik bei MRSA.

Ein als Antibiogramm bezeichneter Status zeigt, gegen welche antibiotischen Arzneistoffe der Bakterienstamm Staphylokokkus aureus widerstandsfähig ist. Als Untersuchungsmaterialien dienen Abstriche aus der Nasenschleimhaut im Nasenvorhof, aus dem Rachenbereich und den Achseln.

Auch Blut, eitrige Absonderungen und Ausscheidungen aus Wunden werden für die labortechnischen Untersuchungen verwendet. Darüber hinaus weisen lang anhaltende und kaum zu behandelnde Störungen der Wundheilung sowie permanente Infekte auf ein Vorhandensein von MRSA hin.

Komplikationen

Durch die MRSA-Infektion erleiden die Betroffenen nicht selten eine Blutvergiftung. Diese stellt einen sehr gefährlichen Zustand für den Körper des Patienten dar und kann zum Tod führen, wenn keine umgehende Behandlung erfolgt. Ebenso kommt es zu Erbrechen oder zu Durchfall, sodass die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringert und eingeschränkt wird.

Durch die Beschwerden wird auch der Alltag des Patienten drastisch eingeschränkt, sodass die Ausführung anstrengender Tätigkeiten für den Patienten in der Regel nicht mehr möglich ist. Ebenso kommt es durch die MRSA-Infektion zu einer stark verzögerten Wundheilung und damit zu dauerhaften Infekten und Entzündungen. Auch diese können zu weiteren Komplikationen und im schlimmsten Falle zum Tode führen.

Die Behandlung der MRSA-Infektion wird mit Hilfe von verschiedenen Antibiotika durchgeführt. Dabei treten keine besonderen Komplikationen ein, wobei die Antibiotika nicht selten mit verschiedenen Nebenwirkungen behaftet sind. Weiterhin sind auch Spülungen des Mundraumes notwendig. Ebenso müssen die Betroffenen den Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. Ob es durch die MRSA-Infektion zu einer verringerten Lebenserwartung kommt, kann nicht allgemein prognostiziert werden. Diese Prognose hängt stark von der Ausprägung und der Behandlung dieser Krankheit ab.

Behandlung & Therapie

Im Rahmen der therapeutischen Maßnahmen gegen MRSA kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung. Unter Einhaltung der entsprechenden Desinfektionsmaßnahmen und zur Vermeidung der Übertragung der Keime werden die Betroffenen selten isoliert. Dies muss jedoch nicht in jedem Fall so sein.

Bei der medikamentösen Behandlung von MRSA setzen die Mediziner auf eine komplexe Zusammenstellung unterschiedlicher Antibiotika. Diese werden auf der Grundlage des Antibiogramms bei MRSA ermittelt und beinhalten nur solche Substanzen, welche für die Bakterien abtötend sind. Spezielle antibiotische und penicillinhaltige Produkte wie Rifampicin, Clindamycin sowie Gentamycin können verabreicht werden. Die Einnahmeverordnungen müssen in diesem Zusammenhang mit einer wirkungsvollen Therapie von MRSA exakt eingehalten werden. Darüber hinaus kommen Kombinationspräparate als Fosfomycin und Fusidinsäure sowie Linezolid zum Einsatz gegen MRSA.

Therapie ergänzend sind bei MRSA Spülungen des Mund- und Rachenraums, mupirocinhaltige Nasensalben sowie Hautreinigungen auf Basis antiseptischer Zusatzmittel erforderlich. Regelmäßige laborgestützte Kontrollen der geeigneten Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen werden bei MRSA erforderlich und ermöglichen eine genaue Verlaufsbegutachtung sowie eine gezielte Behandlung spezifischer Krankheitssymptome.

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Vorbeugung

Um einer Erkrankung durch MRSA vorzubeugen, die bei gesunden Menschen kaum ausbricht, ist es grundlegend auf eine entsprechende Hygiene zu achten. Wenn bekannt ist, dass sich im täglichen Umfeld Menschen befinden, die an MRSA erkrankt sind, dann werden auch im privaten Bereich zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sein.

Sowohl gegen die sinnvolle Verwendung von Wegwerfhandschuhen und geeigneten Desinfektionsmitteln als auch gegen einen Haut- oder Körperkontakt ist im Rahmen einer Vorbeugung nichts einzuwenden. Bestehen jedoch offene Wunden oder zu behandelnde Hautverletzungen, ist es wichtig, sich an die Desinfektionsvorgaben zu halten, um eine Keimverschleppung und eine Ansteckung zu vermeiden.

Das können Sie selbst tun

Eine MRSA-Infektion kann mit Hilfe verschiedener Maßnahmen selbst behandelt werden. Wichtig ist vor allem die Einhaltung der vorgeschriebenen Desinfektionsmaßnahmen. Nur durch eine ausreichende Hygiene kann eine Ausbreitung der Infektion zuverlässig verhindert und auch das Ansteckungsrisiko reduziert werden. Die Übertragung der Keime lässt sich außerdem vermeiden, indem der Betroffene sich in den ersten Tagen der Erkrankung krankschreiben lässt. Notwendig ist dies vor allem aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr der auslösender Erreger.

Die medikamentöse Behandlung von MRSA kann zum Beispiel durch antibiotische Präparate aus der Naturheilkunde und der Homöopathie unterstützt werden. Bewährt hat sich zum Beispiel die entzündungshemmende Teufelskralle sowie das Mittel Belladonna. Unabhängig davon, welches Mittel eingesetzt wird, sollte ein Arzt der Behandlung zustimmen und diese überwachen. Weiterhin sind regelmäßige Spülungen des Mund- und Rachenraums angezeigt. Der Betroffene kann außerdem zu mupicrocinhaltigen Nasensalben und Pflegeprodukten auf Basis antiseptischer Zusatzmittel greifen.

Daneben ist immer auch eine engmaschige Kontrolle durch den Arzt erforderlich. Sollten die genannten Maßnahmen keine Wirkung zeigen oder sich ungewöhnliche Symptome einstellen, wird am besten noch einmal der zuständige Arzt konsultiert.

Bücher über MRSA-Infektion

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme, Stuttgart 2003

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