Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Ein Lymphom im Gehirn hat eine Sonderstellung bei den Hirntumoren. Dies liegt daran, dass es aus Zellen besteht, welche nicht hirneigen sind. Im Vergleich zu anderen Hirntumoren treten Hirnlymphome relativ selten auf. Lediglich drei Prozent der Gehirntumore sind Lymphome.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Lymphom im Gehirn?

Als Lymphom im Gehirn werden entartete Zellen des Immunsystems bezeichnet. Genauer gesagt handelt es sich im Lymphozyten, welche zu den weißen Blutkörperchen gehören. Diese bilden eine Geschwulst.

Im Normalfall siedeln sich Lymphome innerhalb der lymphatischen Organe an. Hierzu zählen Lymphknoten, Leber, Milz und die Schleimhäute von Magen und Darm. Das Lymphom kann sich jedoch von diesen Organen aus bis in das Gehirn ausbreiten und so zu einem so genannten sekundären Gehirnlymphom werden.

Allerdings ist es ebenfalls möglich, dass ein Lymphom im Gehirn selbst entsteht. Ein solches Lymphom heißt primäres Hirnlymphom. Dieses Lymphom im Gehirn hat seinen Ursprung in entarteten lymphatischen Zellen.

Ursachen

Für das Lymphom im Gehirn sind die Ursachen bisher leider noch nicht bekannt. Der Auslöser für die Entratung der weißen Blutkörperchen und die damit verbundene Bildung einer Geschwulst im menschlichen Gehirn bleibt somit ein Rätsel.

Es kann jedoch gesagt werden, dass das Risiko an einem Lymphom im Gehirn zu erkranken bei Personen mit einem intakten Immunsystem relativ gering ist. Bei Menschen, die über eine geschwächte Immunabwehr verfügen, steigt das Risiko jedoch gewaltig an.

So konnte festgestellt werden, dass bei etwa einem Prozent, der an AIDS erkrankten Personen, ein Lymphom im Gehirn auftritt. Grundsätzlich gilt, je kürzer die Dauer der Grunderkrankung, desto niedriger das Risiko an einem Lymphom im Gehirn zu erkranken.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Lage eines Gehirntumores im Gehirn. Klicken, um zu vergrößern.

Für die Diagnose von einem Lymphom im Gehirn spielt das moderne Schnittbildverfahren eine bedeutende Rolle. So ist es möglich mithilfe der Magnetresonanztomographie und der Computertomographie die betroffen Regionen sichtbar zu machen. Eine sichere Diagnose bietet das Schnittbildverfahren jedoch nicht.

Grund hierfür ist die Vielgestaltigkeit von einem Lymphom im Gehirn. Zusätzliche Untersuchungen sind erforderlich. In diesem Zusammenhang muss die Untersuchung des Gehirnwassers genannt werden. Endgültige Sicherheit in Bezug auf die Diagnose gibt jedoch erst die feingewebliche Untersuchung.

Ein Lymphom im Gehirn erfordert eine möglichst rasche Diagnose und Behandlung, da der Tumor in der Regel sehr schnell wächst. Für den Verlauf der Krankheit ist die Therapieform sehr entscheidend. Sie wird deshalb von den Ärzten mit Bedacht gewählt. In der Regel reagiert das Lymphom im Gehirn sehr gut auf eine Strahlentherapie.

Allerdings genügt dies allein nicht und die Therapie ist mit einem großen Risiko verbunden. Aus diesem Grund ist eine kombinierte Version aus Chemo- und Strahlentherapie zu empfehlen. In einem solchen Fall besteht bei einem Lymphom im Gehirn eine 5-Jahres-Überlebensrate von bis zu 70 Prozent.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: C71 Bösartige Neubildung des Gehirns) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

In der Regel stellt ein Lymphom im Gehirn eine sehr schwerwiegende Beschwerde dar. Falls der Tumor nicht behandelt oder entfernt wird, kommt es in den meisten Fällen zum Tode des Patienten. Aus diesem Grund ist dabei auf jeden Fall eine Behandlung durch einen Arzt notwendig. Die Patienten leiden in erster Linie an Kopfschmerzen, die in der Regel nicht mit Hilfe von Schmerzmitteln eingeschränkt werden können.

Ebenso kommt es nicht selten zu Erbrechen oder zu einer Übelkeit. Die Betroffenen können auch Sehstörungen aufweisen und sind dadurch in ihrem Alltag deutlich eingeschränkt. Auch Lähmungen und Störungen der Sensibilität können durch das Lymphom im Gehirn an verschiedenen Körperregionen auftreten und die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern.

Nicht selten kommt es zu einer Versiertheit oder zu Gedächtnislücken, sodass der Alltag für die Betroffenen deutlich erschwert wird. Auch Störungen der Persönlichkeit oder psychische Beschwerden können durch das Lymphom im Gehirn auftreten. Die Behandlung dieser Beschwerde ist durch eine Strahlentherapie und durch eine Chemotherapie möglich.

Damit kann der Tumor eventuell vollständig entfernt werden. Ob es allerdings zu einem vollständigen positiven Krankheitsverlauf kommt, kann in der Regel nicht universell vorausgesagt werden. Eventuell wird die Lebenserwartung des Patienten durch das Lymphom im Gehirn verringert und eingeschränkt.

Behandlung & Therapie

Bei einem Lymphom im Gehirn richtet sich die Behandlung nach der Geschwulst. Liegt ein isoliertes Lymphom vor, so wird meist eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie angewendet. Für den Erfolg der Behandlung ist eine frühe Diagnose jedoch die Basis.

Um zu vermeiden, dass sich das Lymphom über das Hirnwasser ausbreitet, wird häufig ein zusätzliches Medikament gegeben. Die Verabreichung erfolgt über eine Punktion des Spinalkanals. Die Bestrahlung bei einem Lymphom im Gehirn wird in Einzeldosen vorgenommen und erfolgt im Zeitraum von bis zu fünf Wochen.

Die Behandlung in Form einer Operation kommt bei einem Lymphom im Gehirn nicht infrage. Grund ist die Tatsache, dass zerebrale Lymphome im Fall von einem Lymphom im Gehirn nicht komplett entfernt werden können.

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Vorbeugung

Für ein Lymphom im Gehirn gibt es keine allgemeingültigen vorbeugenden Maßnahmen. Grundsätzlich ist es jedoch empfehlenswert Chemikalien und unnötige Strahlung zu vermeiden. Zudem sollte die Immunabwehr gestärkt werden. Eine fettarme und abwechslungsreiche Ernährung, sowie viel Sport und wenig Alkohol sind deshalb die Basis für die Senkung des Risikos an einem Lymphom im Gehirn zu erkranken.

Das können Sie selbst tun

Eine Behandlung durch Mittel der Selbsthilfe ist bei dieser Krankheit nicht möglich. Die Patienten sind bei dieser Erkrankung in jedem Falle auf eine Strahlentherapie oder auf eine Chemotherapie angewiesen, um das Lymphom im Gehirn zu bekämpfen. Weiterhin ist auch auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten zu achten, um eine Ausbreitung über das Hirnwasser zu vermeiden. Eine operative Behandlung ist hierbei nicht möglich.

Wie auch bei anderen Krebserkrankungen, sind die Betroffenen auch bei dieser auf eine ständige Unterstützung von Freunden und der Familie angewiesen. Diese Unterstützung sollte dabei nicht auf physischer, sondern auch auf psychischer Ebene stattfinden. Im Falle von Depressionen oder anderen psychischen Verstimmungen helfen immer Gespräche mit der Familie oder mit anderen vertrauten Personen.

Der Betroffene sollte in seinem Alltag entlastet werden, vor allem, wenn dieser eine Chemotherapie durchführen muss. Unnötige Belastungen sind dabei auf jeden Fall zu vermeiden. Bei Kindern sollte immer eine Aufklärung über die möglichen Folgen und Komplikationen durch ein Lymphom im Gehirn erfolgen. Weiterhin kann sich bei dieser Erkrankung der Kontakt zu anderen Patienten positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken.

Bücher über Gehirntumor

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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