Lymphografie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Manchmal ist es nötig, die Lymphknoten und die darum liegenden Abflusswege zu untersuchen. Gründe hierfür können beispielsweise verhärtete oder vergrößerte Lymphknoten sein, die einer genaueren Betrachtung durch einen fachkundigen Arzt bedürfen. Das dazu genutzte Verfahren wird als Lymphografie (auch Lymphographie) bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Lymphografie?

Bei der Lymphografie handelt es sich um eine auf Strahlendiagnostik fußende Methode, um die Lymphbahnen und -knoten darzustellen. Dabei werden verschiedene Substanzen zur besseren Sichtbarmachung des betroffenen Gewebes injiziert. Hierzu können verschiedene Verfahrenstechniken genutzt werden.

Inzwischen wurde diese Untersuchungsmethode fast vollständig durch Sonographie, MRT und CT verdrängt. Dies gilt insbesondere für das rein diagnostische Verfahren. Noch genutzt wird sie vor allem bei operations- oder unfallbedingten Verletzungen im Lymphsystem, die anderweitig nicht lokalisierbar sind. Mohnsamenöl kann in manchen Fällen zur Verklebung der Verletzung führen, so dass weiterführende Eingriffe nicht mehr nötig sind. Für bestimmte medizinische Fragestellen eignet sich die Lymphografie demnach weiterhin. Dies gilt auch für Fälle, in denen Computertomografie und Magnetresonanztomografie an ihre Grenzen stoßen. Andere gängige Bezeichnungen sind Lymphangiographie oder Angiographie der Lymphgefäße.

Funktion, Wirkung & Ziele

Lymphbahnen in den Gliedmaßen sowie Lymphknotenabbildungen nahe der Hauptschlagader und im Achsel- und Lendenbereich können mithilfe der Lymphografie abgebildet werden.

Neben Verletzungen können verschiedene Krankheiten mittels dieses Verfahrens untersucht werden. Dazu gehören Lymphödeme, die insbesondere den Hauptstamm betreffen, wie auch Tumoren im Bereich der Lymphknoten. Bei Ödemen handelt es sich um Stauungen mit Flüssigkeitsansammlungen, die zu Beschwerden führen. Im Bereich der Tumoren gibt es einerseits die Möglichkeit von Tochtergeschwulsten (Metastasen), die von anderen Krebserkrankungen ausgehen. Andererseits kann es sich auch um Lymphome handeln. Auch andere seltenere Erkrankungen des Lymphsystems können in manchen Fällen über die Lymphografie nachgewiesen werden.

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Kontrastmitteluntersuchung, die sich ebenfalls zur Kontrolle des Heilungsverlaufes einer vorangegangenen Verletzung eignet. Die Notwendigkeit einer Lymphografie ist beispielsweise dann gegeben, wenn sich bei einer Verletzung Flüssigkeit im Brustraum ansammelt. Der Mediziner spricht hier von einem sogenannten Chylothorax. Je nach Flüssigkeitsmenge können die Funktionen von Herz und Lunge eingeschränkt sein. Eine andere Möglichkeit ist die Ansammlung von Flüssigkeit im Herzbeutel oder Bauchraum.

Tumoren hingegen lösen eine Vergrößerung und Verhärtung der jeweiligen Lymphknoten aus. Während Schmerzen häufig erst verspätet auftreten, klagen Betroffene in manchen Fällen über unspezifischere Symptome wie Müdigkeit, Nachtschweiß und Fieber. Auch Gewichtsverlust und Leistungsminderung sind möglich.Für die Diagnose können andere bildgebende Verfahren von Nutzen sein, die die Lymphografie ergänzen. Dazu zählen normale Röntgenaufnahmen, Ultraschall, wie auch das bereits erwähnte CT oder MRT. Bei einem Verdacht auf Tumorerkrankungen wird der behandelnde Arzt zudem eine Biopsie entnehmen. Die Lympografie ist eine der Methoden, um eine Differenzialdiagnose stellen zu können.

Die Lymphografie ist ein Verfahren zur genaueren Betrachtung der Lymphknoten.

Der Ablauf der Lymphografie ist fest geregelt. Der Patient wird auf eine lange Liegedauer hingewiesen und sollte nüchtern sein, da andernfalls die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks besteht. Die Medizin unterscheidet zwischen direkter und indirekter Lymphografie. Um die Gefäße sichtbar zu machen, wird bei der direkten Lymphografie ein Kontrastmittel in den Fußrücken gespritzt. Dieser Eingriff erfolgt mit einer sehr feinen Nadel unter örtlicher Betäubung. Die Lymphgefäße nehmen den Farbstoff auf und transportieren ihn ab, wodurch die Bahnen kenntlich werden. Während der Injektion und in weiteren Intervallen bis zu 32 Stunden nach dem Eingriff werden die Lymphbahnen über Röntgen aufgenommen. Eine andere Möglichkeit ist die zweifache Röntgenuntersuchung: Einmal umgehend nach dem Eingriff und ein weiteres Mal rund 24 Stunden später.

Bei der indirekten Lymphografie wird dem Patienten ein Farbstoff unter die Haut injiziert und über die Gewebelymphe in die umliegenden Lymphknoten und -bahnen transportiert. Dadurch werden sie beim Röntgen sichtbar. Dieses Verfahren kommt vor allem bei entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Lymphografie ist ein allgemein ein eher risikoarmer Eingriff. Trotzdem kann es zu Nebenwirkungen oder Komplikationen kommen.

Oftmals wird das lange Liegen während der Injektion als unangenehm empfunden. Daher ist es ratsam, Ablenkungsmöglichkeiten wie Musik oder ein Buch zur Hand zu haben. In seltenen Fällen können die Medikamente, die dem Betroffenen gespritzt werden, allergische Reaktionen hervorrufen. Eine weniger gefährliche, aber störende Nebenwirkung ist eine mögliche Verfärbung von Haut und Urin durch den injizierten Farbstoff, die aber nach wenigen Tagen nachlässt. Auf dem Fußrücken bleibt nach der direkten Lymphografie für bis zu zwei Wochen eine Blaufärbung zurück.

Infektionen der Injektionsstelle sind sehr selten, ebenso wie anaphylaktische Reaktionen. Bei Eintritt der verabreichten Medikamente in den Lungenraum kann es zu trockenem Reizhusten kommen. In schweren Fällen kann sich dieser zu einer Lungenentzündung ausweiten. Sonstige mögliche Komplikationen sind das Auftreten von Kopfschmerzen, Übelkeit und einer Erhöhung der Körpertemperatur. Zudem kann es in manchen Fällen zur Nervenschädigung oder Narbenbildung kommen.

Die Strahlenbelastung durch das Röntgen ist äußerst gering. Hierbei hängt die Belastung von der Anzahl der gemachten Bilder und verabreichten Aktivitätsmenge ab. Andere bildgebende Verfahren weisen eine ähnliche Strahlenbelastung auf. Einzig die Magnetresonanztomografie nutzt keine ionisierende Strahlung. Die Lymphografie hat den Vorteil, dass sie genauer ist als ein Ultraschall oder CT. Zudem eignet sie sich besonders zur Früherkennung von Lymphknotenmetastasen, auch wenn diese nicht nicht vergrößert sind. Trotzdem ist die Untersuchung sehr aufwendig und wird nur noch selten eingesetzt. Daher nimmt die Anzahl der Mediziner, die sie beherrschen, ab. Zudem ist das Verfahren recht fehleranfällig, wodurch nur eine bedingte Aussagekraft gegeben ist.

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