Lymphangitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Die Lymphangitis ist eine Entzündung im Lymphsystem, die durch eingedrungene Erreger oder giftige Substanzen verursacht wird. Sie wird mit Antibiotika behandelt und heilt in der Regel völlig aus. Wird die Ursache nicht therapiert, so kann die Erkrankung chronisch werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lymphangitis?

Die Lymphangitis ist eine Entzündung in den Lymphgefäßen. Diese verlaufen in Lymphbahnen durch den Körper und transportieren die Lymphe, eine gelbliche Flüssigkeit, welche Lymphplasma und Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) enthält.

Die Lymphe wird zu verschiedenen Lymphknoten transportiert, wo sie von schädlichen Stoffen befreit und gereinigt wird. Die Lymphgefäße sind ein wesentlicher Teil des menschlichen Immunsystems. Die wichtigsten Lymphknoten befinden sich gut tastbar am Hals, in der Leiste und unter den Achseln.

Bei einer Lymphangitis dringen Krankheitserreger oder schädliche Stoffe, wie Schlangengifte oder chemische Substanzen, in das Lymphsystem ein und verursachen eine Entzündung. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Lymphangitis. Die akute Form geht meist von einer entzündeten Wunde aus, während die chronische Lymphangitis durch Gewebeveränderungen an den Lymphgefäßen entsteht.

Ursachen

Die Ursache einer akuten Lymphangitis ist entweder entzündetes Gewebe in unmittelbarer Nähe der Lymphbahnen oder es sind direkt ins Lymphsystem eingedrungene Erreger oder schädliche Substanzen. Bei der akuten Lymphangitis liegt meist eine bakterielle Entzündung an der Haut oder an benachbarten Organen vor.

Am häufigsten wird sie von Staphylokokken oder Streptokokken verursacht. Besonders wenn sich Eiter bildet oder ein Abszess entsteht, kann die Entzündung auf die Lymphbahnen übergreifen. Aber auch durch Parasiten oder Pilze kann eine akute Lymphangitis verursacht werden, jedoch ist dies eher selten.

Ein weiterer möglicher Auslöser sind Insekten- oder Schlangengifte. Die chronische Lymphangitis kann sich durch eine nicht ausgeheilte akute Lymphangitis bilden. Sie kann aber auch durch einen Defekt im Lymphsystem entstehen. Wenn der Fluss in den Lymphbahnen gestört ist, kommt es zu Stauungen und Gewebeveränderungen, welche entzündliche Prozesse auslösen können.

Schließlich kann die chronische Lymphangitis auch durch operative Eingriffe, bei welchen Teile des Lymphsystems entfernt werden mussten, verursacht werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbaus von Lymphknoten. Klicken, um zu vergrößern.

Als Symptome einer akuten Lymphangitis zeigen sich anfangs Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber und Schüttelfrost, manchmal auch Tachykardien (Herzrasen).

Die Umgebung der infizierten Wunde ist geschwollen, warm und gerötet und der betroffene Körperteil schmerzt. Von der Wunde zieht sich ein roter Streifen in Richtung zum Herzen. Dieser Streifen wird landläufig oft als Zeichen einer Blutvergiftung angenommen, ist jedoch die rötlich entzündete Lymphbahn, die durch die Haut sichtbar ist. Die Lymphknoten in der unmittelbaren Nähe sind geschwollen und reagieren auf Druck mit Schmerz.

Bei der chronischen Lymphangitis treten die Symptome der akuten Form immer wieder auf und im weiteren Verlauf entsteht oft ein Lymphödem (Flüssigkeitsansammlung in den Lymphgefäßen), das durch eine Schwellung im betroffenen Areal zu erkennen ist. Die Haut verändert sich und es bilden sich juckende Ekzeme.

Die Lymphangitis wird meist anhand der Symptome und der Krankheitsgeschichte diagnostiziert. Mit einer Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Mit weiteren körperlichen Untersuchungen, mit Sonografie und Computertomografie kann der Arzt herausfinden, wodurch die Lymphangitis ausgelöst wurde.

Komplikationen

Durch die Lymphangitis kommt es zu verschiedenen Beschwerden, die weiterhin auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen dabei an Fieber und an einer starken Abgeschlagenheit. Es tritt auch eine Müdigkeit auf und die Betroffenen nehmen nicht mehr aktiv am Leben teil.

Ebenso kommt es zu Schüttelfrost und weiterhin zu einem Juckreiz oder zu Rötungen auf der Haut. Die Beine des Patienten fühlen sich durch die Lymphangitis schwer an und es kommt zu Schmerzen an den Extremitäten. Weiterhin kann auch Herzrasen auftreten und dabei die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern. Die Lymphknoten selbst können dabei einen Druckschmerz zeigen.

Die Lymphangitis wird mit Hilfe von Antibiotika behandelt, wobei es nicht zu besonderen Komplikationen oder Einschränkungen kommt. In der Regel verschwinden die Beschwerden relativ schnell und es treten keine weiteren Symptome auf. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so kann sich ein chronischer Verlauf der Erkrankung einstellen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit in der Regel nicht verringert. In schwerwiegenden Fällen müssen eventuell Abszesse durch einen operativen Eingriff entfernt werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der akuten Lymphangitis richtet sich nach deren Ursache. Geht die Entzündung von einer infizierten Wunde oder von einem entzündeten Organ aus, so werden Antibiotika verabreicht, um die Infektion einzudämmen.

In den meisten Fällen genügt diese medikamentöse Therapie. Zusätzlich sollte man den betroffenen Körperteil ruhigstellen, kühlen und eventuell desinfizierende Umschläge auflegen. Auch das Auftragen von entzündungshemmenden Salben trägt zur Heilung bei. Ist die Lymphangitis bereits fortgeschritten und hat sich ein Abszess mit Eiter gebildet, so muss dieser in einem operativen Eingriff entfernt werden.

Wenn die Lymphgefäße durch die Entzündung stark geschädigt sind, müssen die betroffenen Teile entfernt werden. Sollten sich bei der chronischen Lymphangitis Ödeme gebildet haben, wird häufig die Lymphdrainage als Therapie angewendet. Hierbei wird mit einer speziellen Technik die im Gewebe angestaute Flüssigkeit zu den Lymphknoten weitertransportiert. Zusätzlich hilft bei der chronischen Lymphangitis spezielle Gymnastik, welche neue Stauungen verhindert.

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Vorbeugung

Man kann gegen Lymphangitis vorbeugen, indem man Wunden und Verletzungen fachgerecht behandelt, damit sie sich nicht entzünden. Besteht bereits eine Entzündung, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Mit der richtigen Therapie kann eine Lymphangitis verhindert werden.

Das können Sie selbst tun

Eine Lymphangitis kann in den meisten Fällen relativ gut behandelt werden, wobei die Behandlung auch mit Mitteln der Selbsthilfe unterstützt werden kann. Es ist allerdings nicht möglich, die Lymphangitis alleine durch Mittel der Selbsthilfe zu behandeln.

Sollte die Erkrankung aufgrund einer Wunde auftreten, so sind die Betroffenen auf die Einnahme von Antibiotika angewiesen. Weiterhin sollte der Patient die Wunde vor Entzündungen oder anderen Infekten schützen und sie daher mit einem sterilen Verband bedecken. Weiterhin ist auch eine Ruhigstellung der betroffenen Region anzuraten. Eventuell auftretende Schmerzen können durch Kühlen gelindert werden. Hierbei sollte beachtet werden, dass das kühlende Material nicht direkt auf die betroffene Stelle gelegt wird, um Verbrennungen zu vermeiden. Bei einem weiteren Voranschreiten der Lymphangitis oder bei der Ausbildung von Eiter sollte allerdings immer ein Arzt aufgesucht werden, da hierbei in der Regel ein operativer Eingriff notwendig ist.

Da die Lymphangitis in einigen Fällen auch den Alltag des Patienten einschränken kann, sind die Betroffenen dabei auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Dabei wirkt sich vor allem die Hilfe von Freunden oder der eigenen Familie sehr positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus und kann möglicherweise auch psychische Beschwerden vermeiden.

Bücher über Lymphangitis

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Klein, J.: Immunologie. VCH, Weinheim, 1999
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011

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